Übergang von Schule ins Berufsleben

Neue Beratungsstelle gibt Unterstützung bei Problemen

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Gemeinsam stellten Fachdienstleiter Kai Hennig, Kreissozialdezernent Carsten Müller (von links) und Bürgermeister Roger Winter (rechts) Beate Hopf vor.

Obertshausen - Das Beratungsangebot „Schüler stärken in Schule und Beruf“ unterstützt Jugendliche bei Problemen. Ab sofort gibt es auch einen Anlaufpunkt in Obertshausen. Von Thomas Holzamer 

Beraten, unterstützen und auch mal an die Hand nehmen – die Aufgaben von Beate Hopf sind vielfältig. Seit Oktober ist sie Teil der städtischen Verwaltung und Ansprechpartnerin für das Lotsenangebot „Jugend stärken in Schule und Beruf“. Zuständig ist die „Neue“ gleichermaßen für Obertshausen und die Nachbarstadt Mühlheim. Ihre Aufgabe: Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Denn manchmal verläuft das Leben nicht wie geplant und besonders im Jugendalter können viele Umstände für Probleme in der Schule sorgen oder sogar dazu führen, dass die Heranwachsenden dem Unterricht fernbleiben. Die Folge sind schlechte Noten oder gar der Schulabbruch – keine guten Voraussetzungen für die Suche nach einem Job.

Gemeinsam mit ihren Schützlingen sucht Beate Hopf nach Lösungen für dieses Dilemma. Diese könnten je nach Fall ganz unterschiedlich ausfallen, erläutert sie. Jeder Jugendliche habe seine eigene Geschichte. „Ich bringe keinen Koffer mit Konzepten mit, sondern arbeite mit den Jugendlichen an deren individuellen Lösungswegen“, erklärt Beate Hopf.

So zeigt Hopf den Schülern verschiedenen Möglichkeiten auf, berät sie rund um das Thema Berufswahl und unterstützt bei der Bewerbung. In besonderen Fällen nimmt die Sozialwissenschaftlerin auch mal selbst den Hörer in die Hand und ruft für ihren Schützling bei einem Unternehmen kann. Denn manchen gebe das mehr Sicherheit und könne auch die Angst abbauen, es beim nächsten Anruf selbst zu probieren, erläutert sie. Gerade diese Vielfältigkeit und Zusammenarbeit mit den jungen Leuten mache die Arbeit im Projekt für sie so besonders.

Das Lotsen-Angebot von „Jugend stärken in Schule und Beruf“ richtet sich an junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren. Die nötige Erfahrung bringt die Sozialpädagogin mit. Vor der Uni hat sie bereits eine Ausbildung als Goldschmiedin abgeschlossen, sich dann aber entschlossen lieber mit Menschen arbeiten zu wollen. Nach erfolgreichem Studium arbeitete sie zunächst als Familienberaterin für die Stadt Frankfurt und wechselte später als Berufseinstiegs-Begleiterin an die Herrmann-Hesse-Schule in Obertshausen.

Im Team der Kinder- und Jugendförderung der Stadt, zu dem sie seit Oktober gehört, ist Beate Hopf inzwischen gut angekommen. Und auch mit den meisten Schulen in Obertshausen und Mühlheim steht sie bereits im regen Austausch. Dass eine solche Stelle nicht direkt an der Schule angesiedelt ist, sei ein Vorteil, erläutert Kai Hennig, Leiter des Fachdienstes Kinder- und Jugendförderung. Das setze einen anderen Akzent. Zudem seien die Vorgaben sehr frei geplant, sodass man besser auf die individuellen Probleme eines jeden Falls eingehen könne. Die Jugendlichen unterstützt die Sozialpädagogin bei Stress in der Schule, bei Berufsorientierung und auf der Suche nach individuellen Angeboten. Wichtig ist auch der Kontakt zu Ausbildungsbetrieben und Netzwerkpartnern wie den Jobcoaches der Arbeitsagentur.

Mit der Stelle von Beate Hopf zählt das Angebot nun insgesamt fünf Anlaufstellen im Kreis Offenbach, der das Projekt hauptsächlich fördert. So zahle der Kreis die Personalkosten in Höhe von rund 60.000 Euro für die Stelle, die Stadt Obertshausen übernimmt die für den Arbeitsplatz im Rathaus an der Beethovenstraße, erläutert der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller. Weitere Anlaufstellen im Kreis sind in Rodgau, Langen, Dreieich und Dietzenbach zu finden.

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Erfolgreich sei diese Arbeit immer dann, wenn die Jugendlichen dadurch gestärkt und selbstbewusst aus der Krise und selbstständig ihren Weg in die Zukunft beschreiten können, fasst Müller zusammen. Schulabbrüche und Arbeitslosigkeit sollen so verhindert werden. Nicht in allen Fällen sei das gleich die Vermittlung in einen Job. So drücken manche der Jugendlichen auch wieder die Schulbank, holen ihren Abschluss nach. Auch die Vermittlung an andere Stellen, wie etwa die Suchtberatung, könne für die Betroffenen ein erster Schritt sein, erläutert er.

Viele der Jugendlichen, die beraten werden, haben ausländische Wurzeln und kommen aus bildungsfernen Schichten, haben Sprachprobleme, familiäre oder kulturell bedingte Schwierigkeiten. „Auf diese speziellen Problemstellungen gehen wir mit unseren Beratungsangeboten ein“, betonte Müller.

Auch Bürgermeister Roger Winter freut sich über die neue Stelle. „Dadurch ist eine Lücke im bereits bestehenden Angebot geschlossen worden“, sagt er.

Beate Hopf ist im Rathaus Beethovenstraße unter s  06104 7035606 oder per Mail an beate.hopf@obertshausen.de zu erreichen.

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