1. Startseite
  2. Region
  3. Obertshausen

Projekt der Hesse-Schule aus Obertshausen erreicht mit App zweiten Platz

Erstellt:

Von: Theresa Ricke

Kommentare

Kyra Boujida, Sabrina Herhammer, Leonard Haliti, Maximilian Braun und Aayan Quddoos waren zusammen mit ihrem Lehrer Sven Köhler (von links) in Berlin, um ihre selbst gestaltete App 200 Menschen zu präsentieren.
Kyra Boujida, Sabrina Herhammer, Leonard Haliti, Maximilian Braun und Aayan Quddoos waren zusammen mit ihrem Lehrer Sven Köhler (von links) in Berlin, um ihre selbst gestaltete App 200 Menschen zu präsentieren. © P

Streitereien auf dem Schulhof gibt es immer mal, aber keine allgemeine Lösung dafür. Das hat eine Schülergruppe der Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen erkannt und mit einer Streitschlichter-App am AWS GetIT-Wettbewerb erfolgreich teilgenommen.

Obertshausen – Der erste Schulausflug nach dem Ende der Corona-Beschränkungen führt Kyra Boujida, Maximilian Braun, Leonard Haliti, Sabrina Herhammer und Aayan Quddoos gleich nach Berlin. Die Gruppe Siebtklässler, zu der auch Fiona Schilp gehört, die krankheitsbedingt nicht mitfahren kann, hat beim AWS GetIT-Wettbewerb mitgemacht und mit ihrer Streitschlichter-App den zweiten Platz erreicht

Hermann-Hesse-Schule in Obersthausen: Beim Wettbewerb werden Mädchen für MINT-Fächer begeistert

Das besondere an dem Programm Amazon Web Services (AWS) GetIT, das in Deutschland von Future Foundations getragen und durch den Verein „MINT Zukunft schaffen!“ unterstützt wird: Die Schülerteams – die Zielgruppe sind 12- und 13-Jährige – bestehen zur Hälfte aus Mädchen. So soll das weibliche Interesse an den sogenannten MINT-Fächern gefördert werden. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es, ein Problem aus ihrem Umfeld zu erkennen und eine App zu entwickeln, die das Problem lösen könnte. Programmieren müssen sie die Teilnehmenden zwar nicht, allerdings ein schlüssiges Konzept vorstellen.

Die Hermann-Hesse-Schule – 2021 als „Digitale Schule“ ausgezeichnet – nimmt zum ersten Mal an dem Format teil. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei unterschiedliche Erfahrungen mit den Bereichen Technik, Informatik und Medien. Leonard Haliti kann schon programmieren. Die Mädchen in der Gruppe haben sich dagegen noch nicht mit diesen Themen beschäftigt. Fiona Schilp berichtet: „Es hat Spaß gemacht, aber ich weiß noch nicht, ob ich später mal etwas in die Richtung machen möchte.“

Mit der Streitschlichter-App können sich Schüler auch anonym Hilfe suchen, wenn sie Ärger haben.
Mit der Streitschlichter-App können sich Schüler auch anonym Hilfe suchen, wenn sie Ärger haben. © P

Projekt der Hermann-Hesse-Schule in Obersthausen: Im nächsten Jahr soll es der erste Platz werden

Für Maximilian Braun ist die Zusammenarbeit mit den Mädchen etwas Neues: „Sonst sind es nur Jungs, die sich für IT interessieren.“ Maximilian ist es, der die Idee für die Streitschlichter-App hat: „Wir haben eine Liste gemacht mit Problemen und möglichen Lösungen dafür. Übrig geblieben ist das Thema Streit. Dafür hatten wir keine Lösung.“ 

An der Schule gebe es immer Streit. Dann können sich Schüler an ausgebildete Streitschlichter wenden. Allerdings belegen Zahlen der Schule, dass nur Wenige wirklich Hilfe suchen. Um die Hemmschwelle zu senken, könnten Schüler bei Konflikten mit Mitschülern oder Lehrern, aber auch bei Mobbing im Netz, über die App Hilfe bekommen. Das Konzept kommt bei der Jury gut an und die Gruppe schafft es ins Bundesfinale nach Berlin. Dort präsentieren sie ihre Idee vor 200 Menschen. Am Ende belegen die Hesse-Schüler den zweiten Platz.

Die Schüler können stolz auf sich sein, sagt Projektleiter Sven Köhler. Gewonnen habe ein Gymnasium, das einen Schwerpunkt auf MINT-Fächer hat. Maximilian ist mit dem zweiten Platz nicht ganz zufrieden: „Die Jury fand unsere Idee besser. Aber die andere Schule hat eine eigene Präsentation gemacht, hat also nicht die Vorlagen genutzt und dadurch gewonnen.“ Das wollen die Schüler nicht auf sich sitzen lassen und haben sich schon für das nächste Jahr angemeldet. (Theresa Ricke)

Auch interessant

Kommentare