Gärten ohne Genehmigung

Bebauungsplan soll Bestand am Friedhof im Obertshausener Stadtteil Hausen sichern

Ein neuer Bebauungsplan soll die Zukunft des Geländes an der Schwarzbachstraße regeln. Dort soll auch ein Waldkindergarten entstehen.
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Ein neuer Bebauungsplan soll die Zukunft des Geländes an der Schwarzbachstraße regeln. Dort soll auch ein Waldkindergarten entstehen.

Kleingärten, Lagerflächen und ein vorübergehender Abstellplatz für Container: Rund um das Gelände des Friedhofs im Stadtteil Hausen ist im Lauf der Zeit so einiges gewachsen – nicht alles davon jedoch mit der dafür notwendigen Baugenehmigung. Nun soll ein neuer Bebauungsplan für das Areal ermöglichen, die nachträgliche Legalisierung der jeweiligen Nutzung zu beantragen, und zugleich den Grundstein für die künftige Entwicklung des Quartiers legen.

Obertshausen – Den notwendigen Aufstellungsbeschluss haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung getroffen. Dabei geht es um das rund ein Hektar große Gelände zwischen südwestlich des Friedhofes, das zum Teil in städtischem und privaten Besitz ist. Dieses wird im vorderen Bereich an der Schwarzbachstraße zum Teil vom dort ansässigen Steinmetzbetrieb als Lagerfläche genutzt. In unmittelbarer Nachbarschaft dazu stehen seit einiger Zeit jene Container, die der Karnevalsverein „Die Elf Babbscher“ zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Auf der Suche nach einem übergangsweisen Stellplatz hatte die Stadt dem Klub einen Teil der Fläche zur Verfügung gestellt. Zudem hatten seinerzeit die privaten Eigentümer einiger Grundstücke, die an das Gelände des benachbarten Kleingartenvereins angrenzen, auf diesen ebenfalls Gärten errichtet, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich auf Anfrage. Eine Baugenehmigung, etwa für die dazugehörigen Lauben, gibt es jedoch nicht. Die Gärten bestehen dort teils schon seit Jahrzehnten, wurden damals möglicherweise auch aus Unwissenheit über das Baurecht dort einfach errichtet, vermutet Friedrich. Auch eine Bauplanung für das Areal seitens der Stadt war in all den Jahren bisher noch nicht erwogen worden.

Aufgefallen war die fehlende Genehmigung für die Nutzungen erst vor einigen Wochen bei einer Ortsbegehung mit Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die dort eine neu Waldkindergartengruppe eröffnen möchte. Ziel des neuen Bebauungsplanes solle es daher sein, die aktuellen Nutzungen planungsrechtlich zu sichern und ihre Erweiterung beziehungsweise Ergänzung zu ermöglichen, so die Begründung seitens der Verwaltung. Dabei sollen die Privatgärten als Erweiterung der Kleingartenanlage im südwestlichen Teil des Areals und die Lagerfläche gegenüber des Friedhofes erhalten bleiben. „Würde das Baurecht für diesen Bereich nicht geändert, müsste das alles weg“, erläutert der Rathauschef. Mit dem getroffenen Aufstellungsbeschluss, ist die bisherige Nutzung nun vorerst weiter erlaubt, bis über den Plan endgültig entschieden wird. Daneben soll ein Bebauungsplan auch die künftige Nutzung des Geländes für die Errichtung des Waldkindergartens sowie eines Vereinsheims ermöglichen.

Zuvor muss nun jedoch der künftige Bebauungsplan im zweistufigen Regelverfahren samt dazugehöriger Umweltprüfung und artenschutzrechtlichem Fachbeitrag aufgestellt werden. Die Aufstellung nach dem beschleunigten Verfahren ist in diesem Fall nicht möglich, da es sich nicht um die Schaffung von Wohnflächen handelt. Sobald dieser verabschiedet ist, können sich die Eigentümer um die nachträgliche Legalisierung des Bestandes kümmern. Für diese sieht man im Rathaus derweil gute Chancen, bestätigt Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich. (Thomas Holzamer)

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