Neuer Look fürs Wahrzeichen 

Obertshausen: „Größte Damenhandtasche der Welt“ bekommt neues Design

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In neuen Design erstrahlt die „größte Damenhandtasche der Welt“. Der Entwurf stammt von der Hausenerin Delphine Buhro. 

Schüler und Autofahrer aus der Nachbarschaft, die sie morgens und mittags oder abends passieren, würdigen sie keines Blickes mehr. Sie gehört einfach dazu wie Rathaus, Supermarkt oder die Firma, die ihr gerade ein neues Gewand spendiert hat. 

Obertshausen – Darum lohnt es sich jetzt wieder, einen Moment vor der „größten Damenhandtasche der Welt“ innezuhalten. Direkt gegenüber dem Haupteingang der Lederwarenfirma Picard in der Friedensstraße wirbt sie für Qualität und Mode made in Hausen.

Jeweils vier „P“ sind zu einem Kleeblatt angeordnet, vier davon formen ein Quadrat. Zu diagonalen Linien angeordnet bilden die Kleeblatt-Quadrate den zartrosa Hintergrund des neuen Designs. Rechts unten blickt eine Dame mit rötlichem Haar, offenem Mund und einer riesen Sonnenbrille mit blauem Glas, in dem sich schlichte, knallrote Taschen spiegeln, auf das Verwaltungsgebäude des Traditionsunternehmens.

„Ein Design, das unsere Markenkommunikation aufgreift und damit unsere Stärken wie handwerkliches Können darstellt“, begründet Georg Picard die Wahl des Motivs. Die graffiti-ähnliche Comicdarstellung verleihe dem Werk „einen wunderbaren Humor und Leichtigkeit, die ganz unserem Markenkern entsprechen“, erklärt der Geschäftsführer.

Der neue Entwurf kam von der Hausenerin Delphine Buhro, die dem Hingucker schon einmal einen Anstrich verliehen hatte. „Die Idee dazu hatte sie sofort im Kopf“, berichtet Firmensprecherin Svenja Marutschke. Nach dem bisherigen abstrakten Muster aus kleinen, bunten Karos wollte die Künstlerin einen Gegensatz schaffen und „aus der Tasche eine Tasche machen“.

Buhro war wichtig, die kreative Außendarstellung von Picard auf den Körper zu transportieren. „Das war ein Geduldsspiel, weil der ,P’-Druck mit einer Schabloniertechnik von Hand aufgetragen werden musste“, schildert Svenja Marutschke. Die Comicfigur solle die Begeisterung für die Produkte der Hausener unterstreichen, heißt es weiter.

Anlass für die Sanierung des fast sechs Meter hohen Modells war auch, dass es von Wettereinflüssen gezeichnet war. Im Sommer starteten die Restaurationsarbeiten.

Das Symbol musste bereits dreimal kernsaniert werden und wurde insgesamt fünfmal neu ausgestattet. Auch die Obertshausener Luis Galvez jr. und Sansal Baskan hatten es einst als Jugendliche gestaltet, sie verliehen der Front ein gespraytes Bild.

„Ursprünglich wurde die Tasche Anfang 2000 für ein Stadtjubiläum in Offenbach aufgebaut“, erinnert Georg Picard. Danach war die Frage: Entsorgung oder Aufbau an einem passenden Ort? „Wir haben uns entschieden, die Werbewirksamkeit zu nutzen und sie vor unserem Hauptsitz aufzustellen.“ Dort ist sie inzwischen zu einem kleinen Wahrzeichen geworden. Und dank des neuen Looks sei ein Kunstobjekt mit „Woooow-Faktor“ entstanden, freut sich der Chef.

VON MICHAEL PROCHNOW

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