Ehre für den Gründer

+
Einen städtischen Neujahrsempfang gab es dieses Jahr nicht, einen vom Kreis freundlicher Fachgeschäfte schon. Unter anderem für Bernd Roth war es ein ganz besonderer Abend. KFF-Vorsitzender Christof Schnellbacher (links) ernannte mit seinen Vorstandskollegen Hans H. Heng, Dietmar Picard und Bernd Roth (von links) zu Ehrenmitgliedern.

Obertshausen - Der Wunsch des Gründers des Gewerbevereins und Bürgermeisters a. D. , Bernd Roth, geht offensichtlich nicht Erfüllung, die Stadt richtete dieses Jahr keinen Neujahrsempfang aus. Der Kreis freundlicher Fachgeschäfte (KFF) schon; er lud ins Bettenhaus Block.

Die Einzelhändler und Dienstleister könnten sich vorstellen, das gesellige Treffen auszuweiten, hieß es. Zum Start am Mittwochabend beschränkten sie sich aber auf ihre Gemeinschaft. 1975 liefen die ersten Gespräche, erinnerte sich Roth, im März ‘76 fand die Gründungsversammlung des Kreises statt. Zu den Männern der ersten Stunde zählten Herbert Thurner vom gleichnamigen Uhren- und Schmuckgeschäft, Werner Döbert von Farben Döbert, der Drogist Heinz Wüstefeld, Metzgermeister Karl-Heinz Noll, der Raumausstatter Hans Doleschal, Rudi Zimmer vom Geschenkehaus Fischer, der Textil-Kaufmann Bernd Roth und der Fotografenmeister Hans H. Heng.

25 Jahre war Roth Vorsitzender, 2001 folgte ihm Bettina Picard vom Textilhaus Beheim, 2010 der Weinhändler Hugo Beutler-Torkler. Seit drei Jahren führt Christof Schnellbacher die Gruppe. Der Metzgermeister ernannte nun Roth und Heng, der den Verein von Anbeginn als Pressevertreter begleitete, sowie den Hausener Metzger Dietmar Picard zu Ehrenmitgliedern. Der ehemalige Rathauschef und der langjährige Anzeigenberater wollen im nächsten Jahr mit weiteren Kollegen eine Ausstellung zum 40-jährigen Bestehen des Kreises freundlicher Fachgeschäfte organisieren.

Die erste große Aktion des KFF war am 7. April 1976 eine Modenschau der Textilgeschäfte, Schuhläden, Drogerien, Frisöre und Kosmetik-Geschäfte im Waldbad-Restaurant, erinnerte sich Hiltrud Roth vom damaligen Modehaus. Im September fand die erste Gewerbeschau der Region in und um die alte Turnhalle der TGO statt. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden wurden im Februar 1978 zwei Dutzend neue Mitglieder aus Hausen aufgenommen. Im März folgte eine Frühjahrsschau im Bürgerhaus. Mit den Worten „Was wäre wenn“ auf Zeitungspapier wurden eine Woche lang 35 Schaufenster zugeklebt, die Stadt ohne Geschäfte angedeutet, um auf die Abwanderung vieler Kunden in die großen Städte oder in Einkaufszentren hinzuweisen. Was das Verteilen von Papier- und Stofftaschen statt Plastiktüten angeht, gehörte der KFF zu den ersten.

Die Gruppe war es, die den Weihnachtsmarkt abwechselnd in den beiden Stadtteilen initiierte. Die Läden verlosten gefrorene Weihnachtsgänse, verteilten 10 000 Ostereier an Gründonnerstag, Rubbellose und Erfrischungstücher im Sommer. Sie feierten eines der ersten Kartoffelfeste, verarbeiteten die Einsendungen zum Rezeptwettbewerb in einem Kochbuch und suchten die „freundlichste Verkäuferin“. Aber es gibt auch schwierige Zeiten. „Gewerbeschauen am Wochenende sind heute schwierig, weil die Läden länger geöffnet sind“, erläuterte Vorsitzender Schnellbacher. Auch das Internet und Discounter machten den Geschäften zu schaffen – und das Fehlen von Nachwuchskräften. (M.)

Top Ten der reichsten Menschen der Welt

Top Ten der reichsten Menschen der Welt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare