Neujahrsempfang der Stadt

Leichte Kost und harsche Kritik

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Als Publikumsmagnet erwies sich auch die elfte Auflage des Neujahrsempfangs der Stadt Obertshausen, der mehr als 600 Besucher ins Bürgerhaus lockte.

Obertshausen - Wer zum seit dem Jahr 2004 stattfindenden Neujahrsempfang der Stadt Obertshausen ins Bürgerhaus kommt, weiß, was ihn erwartet: Neben Ansprachen des Bürgermeisters und der Parlamentschefin sowie einigen Grußworten von Vertretern der Partnerstädte wird in aller Regel leichte Kost serviert. Von Karl-Heinz Otterbein 

Das war in diesem Jahr nicht anders. Bürgermeister Bernd Roth hatte für den letzten Neujahrsempfang unter seiner Regie als Rathauschef als Gastredner das Hessische Mundart-Comedy-Duo Hiltrud und Karl-Heinz engagiert, das sich zum großen Vergnügen der rund 600 Besucher mit seinem Programm „Babbel net!“ auf der Bühne eheliche Wortgefechte lieferte, die manch einen der Gäste an seine eigene Ehe erinnert haben dürften.

Als etwa Karl-Heinz (Frieder Arndt) versuchte, einen Witz über einen Bergwanderer zu erzählen, von Hiltrud (Petra Giesel) aber ständig aus dem Konzept gebracht wurde, blieb kein Auge trocken - und die Pointe letztlich unerzählt.

Auch ihre Erlebnisse während des gemeinsamen Urlaubs „uff Mallozza“ wussten die beiden zwerchfell-erschütternd zu schildern - und als Vorlage zu einer von diversen Gesangseinlagen zu nutzen. Bei „Spaniens Gitarren“ verließ Karl-Heinz gar die Bühne und kletterte, von Hiltrud vergebens daran gehindert, im Saal mitten im Publikum auf einen Tisch, wo er seine Sangeskünste weiter darbot. Viel Applaus ernteten die beiden Babbler und Knotterer zudem für ihr Mireille Mathieu-Medley, auch wenn Karl-Heinz anmerkte, seine Hiltrud sei weniger ein „Spatz von Avignon“ als eine „Krähe von Offenbach“.

Musikalische Unterhaltung

Während ihres Auftritts im Saal des Hausener Bürgerhauses mischten des sich Hiltrud (Petra Giesel) und Karl-Heinz (Frieder Arndt) auch unter das Publikum - sehr zur dessen großen Gaudi.

Für musikalische Unterhaltung sorgte auch das „triOH“ von und mit Musiklehrer Jürgen Weiss, der zunächst zusammen mit Uwe Schneider als Duo agierte, da sich Schlagzeuger Farid Faust am Abend vor dem Empfang die Hand verstaucht hatte. Die beiden präsentierten unter anderem die „Ode an O“ und „Mit dem Herzen sieht man besser.“ Für Faust sprang beim musikalischen Ausklang des offiziellen Teils der Veranstaltung Musiklehrer und Chorleiter Peter Krausch als Schlagzeuger ein. Neben den heiteren gab es bei dem Empfang indes auch ernstere Töne. So rief Parlamentschefin Heide Heß in ihrer Ansprache und ihrem Ausblick auf das Jahr 2014 die Obertshausener Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am 9. März an der Bürgermeisterwahl in ihrer Heimatstadt teilzunehmen.

„Bürgerbeteiligung muss mehr sein als Erregung bei einzelnen Themen, Kommentare im Internet oder das Klicken des „Gefällt mir“-Buttons bei Facebook“, so die Stadtverordneten-Vorsteherin. „Verzichten Sie also nicht auf Ihr Recht, die personellen Weichen für unserer Stadt zu stellen“. Bürgermeister Bernd Roth sprach neben der „erfreulichen Entwicklung der Gewerbegebiete“ auch die Verkehrsproblematik an.

Noch kein Konzept

Obertshausen sein gemeinsam mit dem benachbarten Heusenstamm schon mehrfach in Wiesbaden vorstellig geworden, um auf notwendige Veränderungen im bereich der Anschlussstelle A3 Obertshausen/Heusenstamm und der L3117 hinzuweisen.

Bereits bei Minister Posch hätten Obertshausen und Heusenstamm ohne Erfolg um Unterstützung gebeten, bei einem Gespräch mit Minister Rentsch im August 2012 sei ein Konzeptvorschlag bis Ende 2012 versprochen worden. „Anfang 2013 wurde uns ein Konzept bis Mitte 2013 zugesagt“, so Roth. „Inzwischen ist Minister Rentsch weg, aber ein Konzept ist immer noch nicht da.“ Ein gemeinsames Schreiben der Stadt Obertshausen und der Stadt Heusenstamm mit der Bitte um einen Termine beim neuen hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir befinde sich zur Zeit in der Abstimmung und gehe in den nächsten Tagen raus, erläuterte Roth.

„Wir erwarten uns von einem Minister aus Offenbach mehr Engagement für die Beseitigung der Verkehrsprobleme in seiner Heimatregion“, sagte der Rathauschef. „Hätten sie gedacht, dass ich einmal meine Hoffnungen auf einen grünen Minister setze?“.

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