Klang reizvoller Kombination

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Tenor Peter Fiolka aus Friedberg bereicherte das Programm mit Arien von Händel und Giordano.

Obertshausen - „Dona nobis pacem“, baten die Sänger mit vereinten Stimmen und begleitet von Mandolinen, Gitarren und Bass, „gib uns deinen Frieden“. Von Michael Prochnow

Der Volkschor Germania gab am Sonntagabend mit zahlreichen Gästen ein eindrucksvolles Neujahrskonzert in der voll besetzten Herz-Jesu-Kirche. Programm und Interpreten präsentierten mit ihrer traditionellen Veranstaltung in dem nun 100-jährigen Gotteshaus eine Zukunftsform des Chorgesangs.

Auch im Männer- und im Frauenchor des Obertshausener Gesangvereins steigt das Durchschnittsalter, der Vorstand ringt um neue Stimmen. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen, denn auch aus der Generation der Aktiven lässt sich kaum „Nachwuchs“ gewinnen. Doch die mehr als 50 Sangesfreunde geben nicht auf, im Gegenteil. Mit ihrem jüngsten Auftritt demonstrierten sie stolz Präsenz und Offenheit gegenüber neuen Wegen.

So taten sich die Männer, die sonst auch eigenständig als Volkschor Germania singen, mit den Herren der Humoria Bürgel aus Offenbach zusammen. Die daraus entstandene Chorgemeinschaft gefiel als stimmgewaltiger Klangkörper, unterstützt von einem festlichen Hall im hohen Kirchenschiff. Musikdirektor und Konzertleiter Damian H. Siegmund hatte dazu kraftvolle Werke ausgewählt, „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortnjanski und „Ora pro nobis“ des langjährigen Hausener Dirigenten und Komponisten Robert Pappert. Im zweiten Teil brachte die Gruppe mit Spirituals Schwung.

Auch der Frauenchor „Musica querbeet“ hatte sich Partnerinnen ins Boot geholt. Mit dem Doppelquartett Friedberg-Fauerbach, ebenfalls ein Siegmund-Chor, lud er zu Beginn ein, „Singing All Together“, und dokumentierte das gemeinsame Faible für Spirituals. Beide Ensembles empfahlen sich auch eigenständig mit Volksweisen und religiösen Werken.

Das Konzerterlebnis bereicherte das Rodgauer Mandolinenorchester vom Wanderclub Edelweiß. Es kombiniert Streicher- und Flötenklänge, Stücke von Bach, Puccini und modernen Meistern, die „Irischen Segenswünsche“ und ein „Concerto Veneziano“.

Weitere Glanzpunkte des Programms bot der Kirchenmusiker Wendelin Röckel. Er spielte Improvisationen aus Motiven zur Epiphanie an der Orgel, die viele Zuhörer aus den Gesängen der Sternsinger kennen. Der lyrische Tenor Peter Fiolka erfüllte die Kirche Arien von Händel und Tommaso Giordani. Er setzte nach Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden“, dargeboten von allen Mitwirkenden, mit der „letzten Rose“ einen glanzvollen Schlusspunkt.

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