Tüftler aus Leidenschaft

Obertshausens Bauhof-Vize Horst Röhnke verabschiedet sich in den Ruhestand

Horst Röhnke (Mitte) freute sich über die guten Wünsche zum Abschied. Die gab es unter anderem von Personalratsmitglied Peter Holzhacker (von links), Erstem Stadtrat Michael Möser, Bauhofleiter Stefan Reinl und Bürgermeister Roger Winter. 
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Horst Röhnke (Mitte) freute sich über die guten Wünsche zum Abschied. Die gab es unter anderem von Personalratsmitglied Peter Holzhacker (von links), Erstem Stadtrat Michael Möser, Bauhofleiter Stefan Reinl und Bürgermeister Roger Winter.

Mit dem Abschied von Horst Röhnke verlässt ein zuverlässiger Mitarbeiter den Bauhof in Obertshausen.

Obertshausen – Egal ob ein verstopfter Abfluss, eine ausgefallene Heizung oder ein Wasserrohrbruch: Wenn einmal Not am Mann war, war Horst Röhnke schnell zur Stelle – und das auch schon mal, wenn er keine Bereitschaft hatte. Nun hat sich der stellvertretende Bauhofleiter nach mehr als 48 Jahren im Berufsleben in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Es sind gemischte Gefühle, die Horst Röhnke an seinem letzten Arbeitstag Ende März begleiteten. Beinah still und heimlich geht er, ein großer Abschied von den Kollegen muss coronabedingt ausfallen. Nun, sechs Wochen später bekommt Horst Röhnke dann eine Urkunde von Obertshausens Bürgermeister Roger Winter überreicht, dazu Glückwünsche und Anekdoten aus seiner fast 29-jährigen Beschäftigung bei der Stadt Obertshausen – alles im kleinen Kreis und mit Abstand. Zu diesem Anlass hatte Rathaus-Chef Roger Winter auch mal einen Blick in die Personalakte geworfen und sagt: „Ich habe Sie auch noch erkannt auf dem Bewerbungsfoto.“

Seit dem 2. Mai 1991 war Röhnke, der seine Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer von September 1971 bis Juni 1974 bei der Firma Kurth in Dudenhofen absolviert hatte, im Dienst bei der Stadt Obertshausen. Früh stand er auch allein auf der Baustelle. „Ich habe mir immer viel abgeguckt und erfragt. Ich bin halt ein Tüftler“, erzählt Röhnke. Im Laufe der Jahre hat sich viel in seinem Arbeitsbereich geändert. „Geschweißt wird heute an der Heizung fast gar nicht mehr.“ Und die Technik ist mehr geworden.

„Ich habe meine Arbeit immer gern gemacht“, sagt der Neu-Rentner. Das beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass er dem städtischen Bauhof fast 30 Jahre treu blieb. Auch war er stets zu Stelle, wenn es etwas zu tun gab. „Ich war immer einer der Ersten, habe auf dem Bauhof die Garagen aufgeschlossen und Vorbereitungen getroffen“, erzählt der Fachmann für Heizung und Sanitär, der auch in Obertshausen lebt. Der kurze Weg war vor allem beim Notdienst von Vorteil.

„Ihn konnte man immer anrufen, auch wenn er keine Bereitschaft hatte“, berichtet Bauhof-Chef Stefan Reinl. Auch an Feiertagen war Röhnke abrufbreit. Da ließ er auch mal an Weihnachten oder Silvester die Familie am Essenstisch sitzen, wenn in einer Wohnanlage die Heizung kalt blieb. „Für mich war es immer wichtig, dass es läuft“, sagt er. „Da habe ich auch meine eigenen Sachen hintangestellt.“ Und er erinnert sich auch an längere Einsätze, bei denen er von seiner Frau mit Broten und Kaffee versorgt wurde.

Bei Wasserrohrbrüchen, Rohrverstopfungen und anderen Störungen gab es immer viel zu tun. Horst Röhnke erinnert sich an verzweifelte Mieter, die anriefen, weil plötzlich nur noch kaltes Wasser kam oder der Geruch im Bad unerträglich wurde. Auch in den Kitas gab es immer viele Aufgaben zu erledigen. Er rückte an, wenn sich Fett und Öl in der Spüle verhärtet hatten und kein Wasser mehr abfloss oder wenn die Decke wegen eines Wasserschadens nass war. „Einmal hatte jemand versucht, eine Topfpflanze in der Toilette zu versenken. Da ging dann erst mal nichts mehr“, erzählt Horst Röhnke. „Auf ihn konnte man sich immer zu 100 Prozent verlassen“, betont Stefan Reinl.

Langweilig wird es Horst Röhnke sicher auch im Ruhestand nicht. „Ich habe zu Hause genug zu tun“, sagt er. Und er fährt gern Rad, nimmt sich Zeit für die zwei Enkelkinder oder geht wandern. Und in Obertshausen wird er den einen oder anderen Kollegen sicherlich mal bei einem Einsatz treffen. Und dann kommt Horst Röhnke mit Broten und Kaffee bei seinen ehemaligen Kollegen vorbei. thh

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