Anderen eine Freude bereiten

Obertshausen: Behindertenhilfe sucht junge Leute für ein Freiwilliges Soziales Jahr

Sarah Eurich, Freiwillige bei der Behindertenhilfe, mit Bewohnerinnen im Hof der Wohnanlage Obertshausen. Foto: p
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Sarah Eurich, Freiwillige bei der Behindertenhilfe, mit Bewohnerinnen im Hof der Wohnanlage Obertshausen.

Vielen jungen Menschen fällt die Berufswahl nicht leicht. Die Corona-Krise macht diese Situation noch schwieriger. Einige Unternehmen bieten keine Ausbildungsplätze an, geplante Auslandsaufenthalte müssen ausfallen.

Obertshausen - Eine Alternative bietet die Behindertenhilfe Offenbach an: mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einem systemrelevanten Gebiet etwa in der Wohneinrichtung Obertshausen.

Ein Freiwilligendienst ermöglicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur eine berufliche Orientierung. Er kann auch zu einer Ausbildung in einem systemrelevanten Beruf verhelfen. Denn viele der jungen Menschen finden durch diesen Dienst zu ihrem Wunschberuf, berichtet Almut Borowicz, Leiterin der Wohnanlage für erwachsene Menschen mit Behinderung in Obertshausen: „Etwa drei Viertel der Freiwilligen bei uns entscheiden sich anschließend für eine Ausbildung in diesem Bereich. Natürlich übernehmen wir sie dann auch gerne zur Ausbildung – und anschließend als Fachkraft.“ Nicht wenige der angestellten Fachkräfte hätten ihre Zeit in der Wohnanlage Obertshausen als Freiwillige begonnen, sagt sie.

Eine Freiwillige, die dort ihren Traumberuf gefunden hat, ist Sarah Eurich. Sie begann ihr FSJ nach der Realschule mit 16 Jahren. Schon immer wollte sie in einem sozialen Beruf arbeiten. Das FSJ sollte bei der Entscheidung helfen, ob die Arbeit mit Menschen mit Behinderung das Richtige für sie ist. Im Sommer wird sie ihren Freiwilligendienst beenden und danach eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin beginnen. Für sie ist klar: „Ich kann in diesem Beruf richtig aufgehen. Die Arbeit gibt mir so viel zurück. Die Menschen zeigen mir, dass sie mich mögen und sich freuen, mich zu sehen. Es ist toll, jeden Tag die Chance zu haben, anderen eine Freude zu machen.“

Sarah arbeitet im Frühdienst in der sogenannten Tagesstruktur. Dabei kümmert sie sich um einzelne Bewohner, organisiert aber auch Gruppen-Aktivitäten wie spazieren gehen, Basteln, Malen, Puzzeln, Backen oder Kochen. So bringt sie Beschäftigung und Struktur für die Bewohner, die nicht arbeiten. Normalerweise sind das nur wenige, denn die meisten arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Diese ist wegen der Corona-Krise derzeit aber geschlossen, sodass alle Bewohner an den Aktivitäten teilnehmen.

Einen Freiwilligendienst in einer Wohneinrichtung der Behindertenhilfe kann Sarah nur empfehlen: „Selbst wenn man gar nicht weiß, was man machen möchte, ist das eine super Gelegenheit, um Erfahrungen zu sammeln.“ Und man lerne sich selbst kennen, wenn man mit so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenarbeitet.

In der Wohnanlage Obertshausen und weiteren Einrichtungen der Behindertenhilfe Offenbach sind ab Sommer wieder Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst frei. Interessierte melden sich bei Claudia Kamer per Mail an c.kamer@behindertenhilfe-offenbach.de oder unter z 0178 1416660.  clb

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