Karneval-Saison

Kampagnenstart im Livestream: Wie „Die Elf Babbscher“ Corona trotzen wollen

Auf eine volle Bühne und Zuschauer im Saal wie im vergangenen Jahr müssen die Elf Babbscher in der kommenden Kampagne verzichten. 
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Auf eine volle Bühne und Zuschauer im Saal wie im vergangenen Jahr müssen die Elf Babbscher in der kommenden Kampagne verzichten.

Wie lässt sich in der aktuellen Corona-Situation die karnevalistische Grundversorgung gewährleisten? Die Jecken des Obertshäuser Karnevalvereins „Die Elf Babbscher“ haben darauf eine Antwort gefunden und übertragen ihren Kampagnenstart live im Internet.

Obertshausen – Sie sind die 300 kostümierten Spartaner, der karnevalistische Fels in den brandenden Wogen der Corona-Pandemie, die närrische Version des gallischen Dorfes, das nicht aufhört, dem Virus Widerstand zu leisten: Die Jecken des Obertshäuser Karnevalsvereins „Die Elf Babbscher“ lassen sich Lebensfreude, Tanz und Dummgebabbel auch in der aktuellen Situation nicht nehmen. Da jedoch auch der stärkste Narr um den Schutz seiner Zuschauer und Vereinskollegen besorgt ist, haben sich die Aktiven lange Gedanken gemacht, wie sich die neue Fastnachtskampagne Corona zum Trotz abseits des gewohnten Rahmens gestalten ließe.

„Wer die Schlagzeilen der letzten Wochen verfolgte, musste von einer ziemlich öden Fastnachtskampagne 20/21 ausgehen“, meint der Vorsitzende Andreas Murmann. Dem wolle man sich entgegenstellen und zumindest die „karnevalistische Grundversorgung“ aufrecht erhalten – im Zweifelsfall halt digital. „Fastnacht fällt nicht aus, aber ausgefallen wird es schon“, versprechen die Babbscher. Denn Humor sei schließlich die beste Medizin, ist sich der Babbscher-Chef sicher. Trübsal dagegen steigere bloß die Infektionsgefahr.

Die Entscheidung, die anstehende Kampagne trotz Corona nicht gänzlich abzusagen, war bereits bei der Jahreshauptversammlung im Juli gefallen. Die vergangenen Monate haben die Babbscher genutzt, sich mit dem „Wie“ zu beschäftigen. Dabei galt es, unter anderem die nötigen Hygienekonzepte auszuarbeiten. Zudem war den Beteiligten schnell klar, dass für die großen Publikumsveranstaltungen wie Sitzung, Kappenabende und Rathaussturm neue Lösungen gefunden werden mussten, da sonst die notwendige Kontaktverfolgung kaum gewährleistet werden könnte. Gleichzeitig mussten die Organisatoren auch der Möglichkeit Rechnung tragen, dass sich die Situation jederzeit ändern könnte. So habe man teilweise mehrere Konzepte für die Veranstaltungen ausgearbeitet, erläutert Murmann. Nun, einen Monat vor dem Start in die heiße Phase der Fastnacht, sind die Pläne gemacht.

Den Auftakt macht am Samstag, 14. November, ein Livestream bei dem die Zuschauer den Kampagnenstart der Narren mit den blauen Schürzen bequem und sicher von zu Hause aus verfolgen können. Zu karnevalistischem Programm und Livemusik wird an diesem Abend wie gewohnt auch die Identität der beiden Tollitäten enthüllt, die in dann bis Aschermittwoch über Obertshausens Narren herrschen.

Und weil es auch die Zutaten für eine solche Bildschirm-Party freilich nicht zum Nulltarif gibt, haben sich die Narren etwas besonderes einfallen lassen, um die Kosten des „Kölschen Abends“ zu decken. So können die Zuschauer des kostenlosen Livestreams sich mit dem eigens geschnürten „Corona-Hilfspaket 2020“ mit Getränken für den Abend ausstatten. Dessen Erlös dient der Finanzierung der Idee. Das Paket in der Edition „Kölscher Abend“ ist ab dem 19. Oktober zum Preis von 20,20 Euro bei der Aral-Tankstelle Jäger (Lämmerspieler Straße) und im Edeka-Center Deckenbach (Malteserstraße) zu haben. Wer lieber online bestellen möchte, kann dies auf die11babbscher.de tun, geliefert wird von der Firma Getränke Brosch.

Weiter geht das Programm im Anschluss an die offizielle Inthronisation der Tollitäten am 9. Januar mit Kneipenbesuchen. „Wir haben wenig, bis keine Auswärtstermine, erläutert Murmann. Das eröffnet uns die Möglichkeit, bis Fastnacht immer wieder in vorher angekündigten Wirtschaften einen Abend Gast zu sein“. So lange man noch Essen gehen könne, spreche nichts dagegen, dies in Kostüm und Ornat zu tun. Einen Tisch dort zu reservieren, könnte sich darum für interessierte Narren lohnen.

Und auch Bürgermeister Manuel Friedrich sollte die Narren im Auge behalten: Stadtschlüssel und -kasse werde man sich auch in Coronazeiten holen, heißt es aus dem närrischen Hauptquartier. Wie, das wollen die Karnevalisten aber noch nicht verraten. Wenn man nicht so zahlreich wie sonst sein dürfe, dann müsse man den Überraschungseffekt nutzen, gibt sich der Vorsitzende kämpferisch.

Als zweites großes Livestream-Ereignis soll dann die große Prunksitzung des Vereins am 6. Februar folgen. Ob die Situation bis dahin sogar ein kleines Livepublikum zulasse, bleibe abzuwarten. (Von Thomas Holzamer)

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