Adventsdeko und Gewürztee

Beim Weihnachtsmarkt präsentieren örtliche Vereine ihre Arbeiten

Gute Laune herrscht am Samstag bis zum späten Abend – nicht nur bei den Chor-Sängerinnen.
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Gute Laune herrscht am Samstag bis zum späten Abend – nicht nur bei den Chor-Sängerinnen.

Kein Zweifel: Der Weihnachtsmarkt rund um die Waldkirche streichelt die Seele der Stadt. Und der Vereinsring kann zur zehnten Ausgabe mit Stolz über den Budenzauber schauen.

Obertshausen – Mit viel Skepsis beäugten die Bewohner damals den Umzug aus den Altstädten, unter das Blätterdach im geografischen Herzen der Kleinstadt.

Der Start am aktuellen Platz an der Waldkirche gelang nicht ohne Haken und Ösen. So versank das Gelände zwischen Gemeindezentrum und Pfarrhaus nach Dauerregen im Matsch. Auch der Rindenmulch im zweiten Jahr machte das tiefer liegende Areal nicht angenehmer begehbar. Erst der spezielle Kies sowie kleine Umbauten am Zugang optimierten das Konzept.

Nun frönen die Besucher ohne Geschiebe und Gedränge auf zwei Plätzen der Geselligkeit. Die Gäste scheinen sich an jedem Punkt mittendrin im Geschehen zu fühlen. Dafür sorgten aufwendig, fantasievoll und vor allem liebevoll ausgestattete sowie dekorierte Buden. Die Jury des Vereinsrings hatte das harte Los, die schönsten Stände zu prämieren. Sie entschied sich für die Hütte des Fördervereins des Wohnverbunds Behindertenhilfe.

Die Freunde und Angehörigen des Gewinnervereins boten Gelees, Karten und Tischdekoration fürs Fest feil, vieles von den jungen Leuten mit Handicaps selbst gefertigt. Platz zwei errang ebenfalls eine Gruppe, die sich um Menschen mit Einschränkungen bemüht: Die Lebenshilfe schenkte Glögg aus, die skandinavische Version des Glühweins, hielt Schmuck, Engel und einen grinsenden Elch in der Auslage bereit.

Eine witzige Augenweide bildeten die Teddys der Bärenwerkstatt von Manuela Both. Malaika Africa präsentierte Ergebnisse ihrer Arbeit für Kinder und Mütter in Tansania: Nach einem Brotofen steht nun auch der Mais, der Brunnen ist gebohrt und liefert Wasser für Mensch, Tier und Pflanze, das dokumentierte ein Film.

Eine Bereicherung auf dem zweiten Platz an der Kirche war auch, dass der Deutsch-Türkische Kulturverein wieder dabei war, mit gewürzten Tees und allerlei frisch zubereitetem Gebäck. Die Fußballer von Teutonia und Croatia, Babbscher und die Katholische Jugend hatten ihre Hütten um Unterstände und Holzöfen für die Gäste erweitert.

Zum außergewöhnlichen Programm des Marktes zählen Vorträge des Männerchors der Sängervereinigung.

An der Kirchenmauer war es der Eventclub, der mit auffälliger Verkleidung strahlte – und den dritten Platz der originellsten Stände holte. Der Gewinn des Vereins fließt diesmal in eine Geschenkaktion für Kinder. Im Living-Room der evangelischen Gemeinde hatten Bücherstand und die Auslagen von Hilfsprojekten geöffnet.

Der hellste Glanzpunkt des Marktes aber war das Musikprogramm: Fast ohne Unterbrechungen traten Vereine und Ensembles der Musikschule auf den Altarstufen auf. Die Trommlergruppe eröffnete den fröhlichen Trubel, alle drei Chöre der Sängervereinigung erfüllten den Raum und das Außengelände, der Chor ‘84 und eine Projektformation der Gastgeber zeigten ebenfalls ihr Können.

Beim Weihnachtsmarkt präsentieren örtliche Vereine ihre Arbeiten

Am Sonntag tanzten junge Balletteusen des Volksbildungswerks, das TGS-Jugendorchester spielte, der katholische Kirchenchor Hausen sang Werke aus seinem Konzert mit südamerikanischen und folkloristischen Rhythmen. Der Posaunenchor der Waldkirche begleitete auch die ökumenische Andacht. Pfarrerin Kornelia Kachunga und Diakon Andreas Quandt blickten auf den eigentlichen Anlass des bunten Trubels.

VON MICHAEL PROCHNOW

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