Thema Rathaus

CDU und BfO beschließen Standortvergleich: Konsens für Neubau

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Ums Thema Rathaus ging es in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend. Dabei zeigten sich alle Fraktionen in einem Punkt einig: Ein Neubau soll’s werden. (Symbolbild)

Ums Thema Rathaus ging es in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend. Dabei zeigten sich alle Fraktionen in einem Punkt einig: Ein Neubau soll’s werden.

Obertshausen –  Das, so hatte es die von der Stadt zuvor beauftragte 360-Grad-Analyse ergeben, sei die wirtschaftlichste Alternative. Der Ende vergangenen Jahres von der Eignerin Cura vorgeschlagenen Variante, das einstige Ymos-Verwaltungsgebäude zu sanieren und als Rathaus zu nutzen (wir berichteten), haben die Parlamentarier damit eine Absage erteilt. Das Angebot erscheine seiner Fraktion finanziell wenig attraktiv, erläuterte Manfred Schmutzer (CDU). Auch FDP-Fraktionschefin Elke Kunde bekräftigte, deutliche Kostenvorteile seien bei der zuvor im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr präsentierten Ymos-Variante nicht zu erkennen.

Nicht ganz so einig waren sich die Lokalpolitiker jedoch bei der Frage nach dem weiteren Vorgehen. So schlossen sich die Bürger für Obertshausen dem ursprünglichen CDU-Antrag an, eine Vergleichsplanung für einen Rathausneubau an einem neuen Standort zu beauftragen. Zuvor hatten sich die Christdemokraten bereit erklärt, zu ihren beiden Favoriten – neben dem bisherigen Rathaus an der Schubert- sowie dem Parkplatz an der Badstraße – auch das Gelände an der Waldkirche in den Vergleich mit einzubeziehen. Mit Letzterem liebäugeln die Bürger für Obertshausen vor allem wegen seiner zentralen Lage. Der gemeinsame Antrag wurde schließlich mit den Stimmen von CDU und BfO beschlossen.

Dagegen stimmten die übrigen Fraktionen, die ihrerseits mit Änderungsanträgen scheiterten. So sprachen sich FDP und SPD gemeinsam dafür aus, als künftigen Standort direkt das Gelände an der Schubertstraße auszuwählen. Dazu sollte der Magistrat drei mögliche Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt miteinander vergleichen: Einen Bau in Eigenregie oder durch einen Investor, von dem die Stadt das fertige Gebäude entweder mieten oder kaufen könnte. „Wir wollen uns damit auf unseren favorisierten Standort einigen“, bekräftigte SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel Friedrich. Zwar sei dieser nicht zentral, biete jedoch zahlreiche Vorteile, wie ausreichend Parkplätze und eine Busanbindung. „Wieder prüfen heißt unserer Meinung nach wieder Zeit verlieren und zusätzliche Kosten“, sagte er. „Wir sehen die Verkehrsanbindung an der Waldkirche kritisch und der Platz an der Badstraße ist zu weit ab vom Schuss“, begründete Elke Kunde mit Blick auf die beiden anderen Areale.

Nägel mit Köpfen wollten auch die Bündnis-Grünen machen: „Wir haben in den letzten zehn Jahren genug geprüft“, betonte deren Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt. Inzwischen seien die geschätzten Kosten für das Projekt von damals zwölf auf inzwischen mehr als 20 Millionen Euro gestiegen. „Und wenn wir noch länger warten wird es wieder teurer.“ Für seine Fraktion stehe zudem fest, dass die Stadt ihr neues Rathaus auch in Eigenregie bauen müsse. „Gerade wir im Kreis Offenbach sind doch ein gebranntes Kind beim Thema Public-private-Partnership“, erinnerte Gerhardt. Mit ihrem Änderungsantrag – dem Auftrag an den Magistrat, die weitere Planung für das Grundstück neben dem derzeitigen Standort Schubertstraße voranzutreiben und eine Kostenschätzung für diese Variante zu konkretisieren – scheiterten die Grünen jedoch.

Abgelehnt wurde an diesem Abend auch der Wunsch der SPD, ein testweises Bewohnerparken an der Kirch- und Karl-Mayer-Straße zu beschließen. Stattdessen stimmten die Stadtverordneten mehrheitlich für den Vorstoß der Bürger für Obertshausen, ein ganzheitliches Parkraumkonzept für Obertshausen zu erstellen (wir berichteten).

Einstimmig beschlossen wurde zudem der Wunsch vom Bündnis 90 / Die Grünen, eine mögliche Begrünung der Dächer von städtischen Bushaltestellen und deren voraussichtliche Kosten zu prüfen. Auch der von den Christdemokraten angeregten Prüfung, mit welchen Maßnahmen die Stadt die ärztliche Versorgung, insbesondere mit Hausärzten sicherstellen und verbessern könnte, wurde einstimmig angenommen.

Zurück zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen die Parlamentarier die von den Sozialdemokraten angestoßene Diskussion über die Kriterien bei der Kitaplatzvergabe.

VON THOMAS HOLZAMER

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