Nachfolger gesucht

Obertshausen: Bio-Markt "Karotte" mach dicht

Gudrun Schröder und ihr Lebensgefährte Jochen Hünert suchen einen Nachfolger für ihren Bio-Markt „Karotte“. Im Einkaufswagen sitzt Enkel Jasper.
+
Gudrun Schröder und ihr Lebensgefährte Jochen Hünert suchen einen Nachfolger für ihren Bio-Markt „Karotte“. Im Einkaufswagen sitzt Enkel Jasper.

Obertshausens Bio-Markt „Karotte" sucht einen Nachfolger. Die aktuelle Inhaberin möchte das Geschäft aufgeben.

Obertshausen – In Gudrun Schröders Bio-Markt „Karotte“ bekommen Obertshausener so ziemlich alles, in Bio-Qualität. Damit ist allerdings spätestens 2022 Schluss, denn Schröder und ihr Lebensgefährte Jochen Hünert suchen nach einer neuen Herausforderung.

Ein Zettel an der Eingangstür verrät es bereits, die Inhaberin des Ladens an der Heusenstammer Straße sucht einen Nachfolger. „Ich hatte in den letzten zehn Jahren vielleicht fünf Tage Urlaub im Jahr“, beschreibt sie ihre intensive Arbeit, nun sei es Zeit für etwas anderes. Denn die zweifache Mutter kümmert sich als Inhaberin nicht nur um ihre Kunden, sondern auch um den Einkauf ihrer Waren. „Ich fahre zu Bauernhöfen oder besuche unsere anderen Lieferanten.“

Bio-Markt in Obertshausen: Anfangs war das Sortiment überschaubar

Übernommen hat Schröder das Geschäft 2010. Da sie aufgrund von Allergien nur Produkte aus oder mit biologischen Inhaltsstoffen zu sich nehmen kann, kaufte sie damals in einem kleinen Bioladen an der Erzberger Straße ein. Als die Besitzerin ihr erzählte, dass sie nach einem neuen Inhaber sucht, entschloss sich Schröder, das Geschäft zu übernehmen. Der Markt hatte anfangs eine Fläche von 45 Quadratmetern, das Sortiment war überschaubar. Außer Nahrungsmitteln gab es dort zwei Sorten Wein und eine Sorte Sekt. Nach dem Umzug an die Heusenstammer Straße im Jahr 2016 bietet Schröder zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jochen Hünert nun, neben einem Bistro, auf 200 Quadratmetern Verkaufsfläche rund 10 000 Produkte an. Und die sind zum größten Teil aus regionalem Anbau. „Ich kenne fast alle Hersteller persönlich“, betont sie.

Auch ausländische Waren sind bei ihr zu finden. So hat der Markt beispielsweise Wein aus Südamerika im Angebot. Denn nur dort, meint Schröder, könnten diese Weinsorten wirklich biologisch angebaut und produziert werden. „In Deutschland herrscht dafür nicht das passende Klima.“

Bio-Markt in Obertshausen: „Wollen unsere Kunden gut informieren“

Damit Schröder und Hünert ihre Kunden immer auf den neuesten Stand in Sachen Bio bringen können, besuchen sie regelmäßig Fortbildungen und Messen. „Wir wollen unsere Kunden immer gut informieren“, sagt Jochen Hünert. Denn viele Menschen wüssten nicht, was in Produkten aus nicht-biologischem Anbau steckt. „Aufklärung ist uns wichtig“, betont er. Und diese wird immer gefragter. Viele Kunden würden mehr auf ihre Ernährung achten und wissen wollen, wo die Produkte herkommen und welche Stoffe in ihnen enthalten sind.

Den Laden zu führen, bedeutet neben viel Freude aber auch viel Arbeit. Zeit für sich und ihre Familie bleibt da wenig. Zwar mache ihr der Job großen Spaß, doch bleibe dabei vieles auf der Strecke. „Ich möchte unbedingt noch reisen“, meint Schröder. Wie es für sie und ihren Lebensgefährten nach der „Karotte“ weitergehen soll, weiß sie schon. „Wir werden Unternehmer.“ In welchem Gebiet, verrät Schröder aber nicht.

Interessenten an den Räumen gebe es bereits, versichert Schröder, wer diese letztendlich übernimmt, sei aber noch offen. Am liebsten wäre es ihr, wenn dort auch weiterhin Bio-Produkte angeboten werden: „Ich würde den Laden gern an jemanden übergeben, der annähernd den gleichen Idealismus hat wie ich.“ (Joshua Bär)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare