„Mangelhaft ausgeführte Bauleistung“

Bürger für Obertshausen kritisieren die Sanierung der Dreieichstraße

Ende des Sanierungsabschnitts: Nach Ansicht der BfO hätte die Kreuzung gleich mit erneuert werden sollen. Pfusch wittern sie beim seitlichen Fahrbahnabschluss (rechts).
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Ende des Sanierungsabschnitts: Nach Ansicht der BfO hätte die Kreuzung gleich mit erneuert werden sollen. Pfusch wittern sie beim seitlichen Fahrbahnabschluss (rechts).

Ein Jahr ist die Sanierung des Teilstücks der Dreieichstraße her. Doch es sind bereits erhebliche Mängel sichtbar, auf die die Bürger für Obertshausen nun hinweisen.

Obertshausen – Rund ein Jahr ist vergangen, seit das Teilstück der Dreieichstraße zwischen der Seligenstädter und Schillerstraße saniert wurde. Doch wurden die Arbeiten auch richtig ausgeführt? Nicht, wenn es nach der Meinung der Bürger für Obertshausen geht. Deren Fraktion traf sich nun zu einer Ortsbegehung und äußert deutliche Zweifel am Ergebnis und Kritik an der Verwaltung.

„Bereits ein Jahr später ist deutlich zu erkennen, dass der Asphalt sich an den seitlichen Rädern auflöst“, teilen die BfO mit. Ein Nachschnitt an der seitlichen Rinne mit anschließendem Fugenverguss sei nicht erfolgt. Für BfO-Fraktionsmitglied Christian Kolinko stellt sich gar die Frage, ob die Herstellung der Fahrbahndecke nach den Anforderungen des technischen Regelwerks im Straßenbau erfolgt sei.

Geht es nach der Stadtverwaltung, ist dies der Fall. Auf eine diesbezügliche Anfrage der „Bürger“ hatte der Magistrat mitgeteilt, die Leistung hinsichtlich des Qualitätsstandards entspreche den Anforderungen der Ausschreibung und sei bereits abgenommen. Dies betont auch Erster Stadtrat Michael Möser auf Anfrage. „Das ist der gleiche DIN-Standard, nach dem wir seit Jahren ausschreiben“, sagt Möser. Auch die übrigen Straßen seien in den vergangenen Jahren auf die gleiche Weise saniert worden. Zu Schäden an der Fahrbahn komme es dabei nicht.

Frostschäden im Winter befürchtet

Doch für die Bürger für Obertshausen steht fest: Es wurde nicht sauber gearbeitet. Durch die bereits jetzt aufgetretenen Schäden könne Wasser in die Zwischenräume eindringen, das im Winter zu größeren Frostschäden an der Fahrbahndecke führen könne, lautet die Befürchtung. Den „Bürgern“ reicht die Antwort des Magistrats in diesem Fall nicht aus. Man werde nun weiter nachfragen, „mit welchen Standards hier ausgeschrieben wird“, kündigt die Fraktion an. „Dies ist nun ja nicht die erste Maßnahme, die in der Bauausführung Mängel aufweist, wenn man sich an den Hartplatz im Sportzentrum an der Badstraße erinnert“, ergänzt BfO-Fraktionsmitglied Laura Schulz.

Und Fraktionsvorsitzender Rudolf Schulz ist überzeugt: „Diese mangelhaft ausgeführte Bauleistung lässt den nachhaltigen Umgang mit den Straßenausbaubeiträgen vermissen.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund sehen sich die Bürger für Obertshausen, die seit Jahren die Abschaffung dieser Beiträge wollen, in ihrer Forderung bestätigt.

Verwundert über Ende der Arbeiten an der Kreuzung

Verwunderlich sei es aus Sicht der Fraktion zudem, dass die Erneuerung an der Kreuzung beendet wurde. Zwar seien im aktuellen Doppelhaushalt Mittel zur Fortsetzung der Arbeiten bis zur Ecke Gumbertseestraße eingestellt, man frage sich aber, warum die Maßnahme vom Magistrat nicht gleich komplett vergeben worden sei.

Wegen der Kreuzung hätte die Sanierung ohnehin in zwei Bauabschnitte getrennt werden müssen, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser. Daher habe die Stadt die Arbeiten absichtlich auf zwei Abrechnungszeiträume verteilt. Das reduziere die Straßenbeiträge für die Bürger je Abrechnungszeitraum, die sich nach der Summe der Sanierungsaufwendungen bemisst. (Thomas Holzamer)

Pfusch wittern die Bürger beim seitlichen Fahrbahnabschluss.

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