Keine Zeit für Schönwetter

Bürgermeister Winter ist gespannt auf Arbeit der Großen Koalition

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Roger Winter

Obertshausen -  Eine Große Koalition zieht in das Rathaus an der Schubertstraße ein. Bürgermeister Roger Winter ist mit seinen grünen Wurzeln allein. Doch der Rathauschef sieht der Legislaturperiode trotzdem gelassen entgegen. Von Rebecca Röhrich

Wirklich nervös scheint Bürgermeister Roger Winter das neue Mehrheitsbündnis in Obertshausen nicht zu machen. Zwar hätte sich der grüne Verwaltungschef eine schwarz-grüne Koalition gewünscht, aber dies sei ja personell und inhaltlich nicht zu machen gewesen, gesteht er sich ein. „Ich lass’ mich mal überraschen“, fügt er noch hinzu. Macht aber im gleichen Atemzug keinen Hehl daraus, dass sich die Große Koalition im Stadtparlament erstmal beweisen muss. „In solchen Koalitionsverträgen steht immer eine Riesenwunschliste an Dingen, die unbedingt gemacht werden müssen“, sagt Winter. Da müsse er als Bürgermeister dann die Prioritäten setzen und den „Realitätsrichter“ spielen. Mit „Schönwetterpolitik“ gleiche sich kein Haushalt aus, gibt er zudem in seiner Rolle als Stadtkämmerer zu bedenken.

Seinen Job auch ohne grüne Rückendeckung zu machen sei kein Problem für Winter. Als er 2014 zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es noch die Koalition aus Christdemokraten und den „Bürgern für Obertshausen“ (BfO). Aber das dramatische Ende dieser Konstellation stimmt ihn zumindest ein kleines bisschen vorsichtig, was die Zukunftsprognosen für die Große Koalition betrifft. „Koalitionen sind wie Beziehungen. Am Anfang ist es die große Liebe, dann wird man verhauen“, sagt der Rathauschef lachend. Aber die Schnittmengen beider Parteien seien durchaus groß, die Themen, die Schwarz-Rot auf der Agenda hat, seit Jahren aktuell.

Auch neuen Ideen, wie zum Beispiel die Bürger mit repräsentativen Umfragen mehr an konkreten Entscheidungen teilhaben zu lassen, findet er grundsätzlich interessant. Ob eine Umfrage zu Themen wie die Zukunft des Friedhofes am Frankfurter Weg oder die der beiden Rathäuser sinnvoll ist, bezweifelt Winter doch ein wenig.

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Aber er möchte einem Gelingen der Großen Koalition nicht im Wege stehen. „Ich werde meinen Teil dazu beitragen“, betont der Bürgermeister. Mit den beiden Fraktionsvorsitzenden, Manuel Friedrich (SPD) und Anthony Giordano (CDU), käme er zumindest schon mal gut aus.

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