Wissenschaftler schlagen Alarm

Bürgerversammlung informiert rund um Maßnahmen und Anpassung beim Klimaschutz

+
Trockenheit, subtropische Temperaturen und Starkregenereignisse – unser Klima verändert sich, das ist längst kein Geheimnis mehr. (Symbolbild)

Trockenheit, subtropische Temperaturen und Starkregenereignisse – unser Klima verändert sich, das ist längst kein Geheimnis mehr.

Obertshausen –  Ganz im Gegenteil, seit vielen Jahren schlagen Wissenschaftler bereits Alarm, warnen, schon jetzt seien die Auswirkungen menschlichen Raubbaus an unserem Planeten nicht mehr rückgängig zu machen, im besten Falle höchstens zu schmälern. Doch selbst das macht schnelles und entschlossenes Handeln nötig. Und dabei ist jeder Einzelne gefragt.

„Der Klimawandel ist da und erfordert auch unsere Anpassung“, sagt Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin. Wie die Stadt ihren Teil zum Klimaschutz leisten kann, damit beschäftigen sich Lokalpolitik und Verwaltung bereits seit Längerem. So wurde neben der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts, aus dem heraus konkrete Projekte entstehen sollen, unlängst auch die Schaffung einer Stelle für einen städtischen Klimaschutzmanager beschlossen (wir berichteten).

Viele Informationen über den Klimawandel und die damit verbundenen Folgen, die von der Stadt bereits angestoßenen Projekte, aber auch darüber, was jeder einzelne Bürger bei sich zu Hause verändern kann, sollen interessierte Einwohner nun bei einer Bürgerversammlung bekommen. Zu dieser lädt die Stadtverordnetenvorsteherin für Donnerstag, 26. September, um 19 Uhr in den großen Sitzungssaal des Rathauses an der Schubertstraße ein. „Jeder von uns ist betroffen vom Klimawandel“, betont Julia Koerlin. Und viele kleine Beiträge können helfen. Als Referentinnen sind an diesem Abend Dr. Kirsten Schröder-Goga, Leiterin der Abteilung Klima, Energie und Nachhaltigkeit beim Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main sowie ihre Mitarbeiterin und Projektleiterin Carolin Simon zu Gast.

Fokus auf die Anpassungsmöglichkeiten von Obertshausen

Neben erneuerbaren Energien wie etwa Photovoltaikanlagen, gehen beide auch auf den Klima-Energieatlas ein. Dazu legen die Referentinnen den Fokus auf die Anpassungsmöglichkeiten der Stadt Obertshausen und geben auch einige Tipps für Bürger. „Dabei treibt die Damen auch das Stichwort Gartenversiegelung um“, informiert Julia Koerlin.

Zu Gast ist dann auch Dr. Harald Schäffler vom Planungsbüro Schäffler Sinnogy. Dieses unterstützt die Stadt bei der energetischen Bewertung der eigenen Immobilien und lotet Möglichkeiten aus, diese nachhaltiger zu machen. Der Vorteil: Aufgrund der Beteiligung der Planungsexperten trage der Bund aus Fördermitteln rund 90 Prozent der Kosten. So werden aktuell die städtischen Immobilien unter anderem auf die Möglichkeit überprüft, mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet zu werden, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser. „Dabei betrachten die Experten nicht allein das Haus, sondern immer auch dessen Umfeld“, ergänzt er. 

Ausarbeitung von Ausschreibungen für Aufträge

Wie etwa im Fall der Sporthalle Rodaustraße und der benachbarten Kindertagesstätte. Durch deren räumliche Nähe könnte möglicherweise eine Solaranlage auf dem Dach des einen auch das andere Gebäude mitversorgen und damit für eine verbesserte Rentabilität der Investition sorgen. „Denn für die braucht es einen möglichst hohen Eigenverbrauch des erzeugten Stroms“, weiß der Erste Stadtrat.

„Dabei beschränkt sich die Prüfung jedoch nicht allein auf das Thema Photovoltaik“, erläutert Möser. Auch alternative Konzepte, wie etwa die Rentabilität eines Blockheizkraftwerkes, das mehrere nah beieinanderliegende Gebäude versorgt, könnten untersucht werden. Darüber hinaus unterstützen die Fachleute die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch bei der Ausarbeitung von Ausschreibungen, etwa wenn der Auftrag für die Installation einer Solaranlage geplant ist.

VON THOMAS HOLZAMER

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare