„Jeder fährt da hin und will helfen“

Claudia Schrader berichtet über ihre Hilfe für die Betroffenen des Hochwassers

In Bad Münstereifel sind bei dem Besuch der Obertshausener noch überall Trümmer zu sehen.
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In Bad Münstereifel sind bei dem Besuch der Obertshausener noch überall Trümmer zu sehen.

Die Bilder von zerstörten Gebäuden und schlammüberschwemmten Straßen beherrschten tagelang die Medien. Die Hochwasserkatastrophe im Westen und Süden der Republik hat vielen Menschen die direkten Folgen des Klimawandels vor Augen geführt – aber auch viel Hilfsbereitschaft hervorgebracht. Eine der Personen, die helfen wollten, ist die Obertshausenerin Claudia Schrader.

Obertshausen – Über Facebook startete sie in Zusammenarbeit mit Markus Machens einen Aufruf, um Spenden zu sammeln. Machens betreut eine Obdachlosenhilfe in Gießen und steht schon länger im Austausch mit Schrader, die sich bereits seit einiger Zeit sozial engagiert.

Nach dem Aufruf habe ihr Handy „nicht mehr still gestanden“, berichtet die Immobilienmaklerin, die ihren Keller als Sammelstätte für die Sachspenden zur Verfügung gestellt hatte. „Jedes Mal, wenn ich vor die Tür gegangen bin, stand was anderes da“, zeigt sie sich begeistert von der Hilfsbreitschaft.

Auch Erster Stadtrat Möser half bei dem Hilfsgütertransport

Ein Problem, das sich jedoch abzeichnete, war der Transport der Hilfsgüter in die Eifel. „Wir wussten erst einmal nicht, wie wir das Zeug da rüber schaffen sollten“, gesteht Schrader.

Über eine App stellte eine Bekannte von Markus Machens, die eineinhalb Autostunden von Obertshausen entfernt wohnt, Kontakt zu den Helfern her und bot an, die Hilfsgüter in ihrem eigenen Sprinter nach Nordrhein-Westfalen zu fahren.

Claudia Schrader will weiterhin helfen.

Doch auch andere Helfer stellten ihre Fahrzeuge zur Verfügung – so auch Erster Stadtrat Michael Möser, der mit seinem VW-Bus auch zahlreiche Güter in die Eifel überführte. „Die Bilder, die man im Fernsehen sieht, drücken gar nicht aus, was man fühlt, wenn man live vor Ort ist“, versucht der Erste Stadtrat seine Emotionen in Worte zu fassen. „Daher sind wir froh, dass wir einen kleinen Teil dazu beitragen können.“

Viereinhalb Stunden waren die Helfer unterwegs

Die Karawane, die sich aus fast zehn Fahrzeugen zusammensetzte, konnte dann schließlich nach viereinhalb Stunden am Zielort eintreffen – doch dort lief nicht alles wie geplant. „Jeder fährt da hin und will helfen“, schilder Schrader ihre Eindrücke von der Reise.

Damit das alles etwas koordinierter ablief, mussten sich die Helfer anmelden und bestimmte Sammelstellen anfahren – im Fall der Obertshausener Spenden war diese in Bad Münstereifel. Dort wurden die Spenden entgegengenommen und anschließend sortiert.

Die zahlreichen Sachspenden werden vor Ort in verschiedenen Sammelstellen entgegengenommen und sortiert.

Trotzdem kam das Gefühl bei den Obertshausenern auf, dass die ganze Hilfe etwas unkoordiniert war, wie die Immobilienmaklerin berichtet: „Markus Machens wurde trotz seiner Anmeldung weggeschickt und musste insgesamt drei unterschiedliche Sammelstellen anfahren.“ Ob dies überall so sei oder man einfach Pech gehabt hätte, wollte Schrader nicht mit Bestimmtheit sagen.

Helfer dürfen sich bei Schrader melden

Nach der Rückkehr aus dem Katastrophengebiet mussten die Helfer sich erst einmal sammeln, wie die Obertshausenerin berichtet. „Ich habe das noch nicht ganz verarbeitet“, sagt sie. „Die Leute haben alles verloren – die Häuser sind teilweise vollgeschlammt bis unters Dach.“

Daher haben die Helfer entschlossen noch einmal in Eifel zu fahren und dort vor Ort zu helfen. Daher freut sich Claudia Schrader auch über jeden, der seine Hilfe zur Verfügung stellen und sich bei ihr melden möchte 0173 2573109. Wann genau die Helfer ihre Reise antreten werden, ist zurzeit noch unklar. „Wir müssen das erst noch alles klären und organisieren“, sagt sie abschließend. (Von Jan Max Gepperth)

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