Container und Bauwagen

Mangel an Kita-Plätzen in Obertshausen: Magistrat will auf kurzfristige Lösungen setzen

Mit dem ersten Container-Provisorium an der Rodaustraße hat die Stadt bereits Erfahrungen gesammelt.
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Mit dem ersten Container-Provisorium an der Rodaustraße hat die Stadt bereits Erfahrungen gesammelt.

Etwa 260 Kita-Plätze fehlen derzeit in Obertshausen, rund 160 für Kinder unter drei Jahren sowie zirka 100 Plätze für Kinder über drei Jahren. So lang zumindest ist die Warteliste im Rathaus der Stadt.

Obertshausen – Der bedarfsgerechte Kita-Ausbau sei seit Jahren eine Mammutaufgabe, die man zu bewältigen habe, betont Bürgermeister Manuel Friedrich. Der Druck dabei sei immens groß und schnelle Lösungen schienen bislang nicht möglich. Zur kurzfristigen Errichtung neuer Kindergartenplätze macht der Magistrat Obertshausen nun den Parlamentariern einen Vorschlag. Geplant werde eine schnelle Lösung in Containerbauweise.

Der Bau neuer Kitas in Massivbauweise sei bereits geplant, benötige jedoch noch Zeit. Bis zur Fertigstellung wird mit etwa zwei bis vier Jahren gerechnet. Friedrich: „Deshalb will der Magistrat nach Möglichkeit kurzfristig weitere Kita-Plätze schaffen, um diesem Mangel in Obertshausen entgegenzutreten. Ich habe dazu viele Gespräche mit den anderen Bürgermeistern in den Kreiskommunen geführt und es ergeben sich jene Lösungsmöglichkeiten.“ Sobald die ohnehin vorbereiteten Einrichtungen in Betrieb genommen werden, könnten die Containerstandorte zurückgebaut und verkauft oder für alternative Zwecke genutzt.

Außerdem sei ein zusätzliches Platzangebot an bestehenden Kindertageseinrichtungen vorgesehen. „Durch das Aufstellen von größeren, zu diesem Zweck gedachten Bauwagen können weitere Kita-Plätze geschaffen werden“, erläutert Erster Stadtrat und Sozialdezernent Michael Möser diese Pläne.

Kita-Plätze in Obertshausen: Module für zwei bis vier Gruppen

Sollten die Stadtverordneten während ihrer Sitzung am 12. November zustimmen, könnten in der Modulbauweise zusätzliche Betreuungsplätze für zwei bis vier Gruppen von Ein- bis Sechsjährigen entstehen. Geprüft werden sollen dazu vier Standorte: neben dem Rathaus Beethovenstraße an der Heusenstammer Straße, auf dem Parkplatz neben dem Rathaus Schubertstraße, am Rembrücker Weg (im hinteren Anschluss der Kita Im Trinkborn) sowie an der Böhmerwaldstraße.

Allerdings: Ohne Erzieherinnen und Erzieher kann keine Betreuung stattfinden. Deswegen sei geplant, heißt es, parallel die Maßnahmen zur Gewinnung von Personal zu verstärken. Dabei soll der Ausbau der kurzfristigen Kita-Plätze abhängig vom Personal erfolgen. Zur Finanzierung könne die Stadt ergänzend Fördermittel im Rahmen des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ beantragen.

Kita-Plätze in Obertshausen: „Jetzt ist die Politik gefragt“

„Jetzt ist die Politik gefragt, ob sie unseren Weg mitgehen möchte“, betont Manuel Friedrich. Man hoffe, mit diesen Maßnahmen in Richtung Herbst 2021 ein wenig zur Entspannung der Situation beitragen zu können. Mit diesem Beschlussvorschlag biete man einen ersten Lösungsansatz an. „Einiges hat sich bereits in Obertshausen getan, aber eben noch nicht genug“, ergänzt Michael Möser.

Seit dem vergangenen Jahr sei man zudem mit den freien Trägern im Gespräch, die ebenfalls neue Plätze im Stadtgebiet schaffen wollen. Weitere Informationen dazu folgten, wenn alle Pläne aufgehen, bis zum Jahresende. Seine Arbeit bereits aufgenommen habe der christliche Naturkindergarten. Und mit „Kids am Start“ stehe eine weitere Kita bereit. Das Domizil mit 40 Ü3-Plätzen an der Schubertstraße soll Anfang 2021 eröffnet werden (wir berichteten).

Die Vorlage des Magistrats wird im Umwelt-, Verkehr- und Bauausschuss am Montag, 26. Oktober, sowie im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss am Donnerstag, 29. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses an der Tempelhofer Straße beraten. (clb)

Wegen der fehlenden Kita-Plätze in Obertshausen schlug eine Mutter bereits Alarm und gründete eine Initiative, mit der sie auf das Problem aufmerksam machen will.

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