Feuerkatastrophe

„Da hab ich mich freiwillig gemeldet“: Thomas Munsinger berichtet von Erfahrungen in Griechenland

Vor Ort hatten die Brandschützer vor allem mit Brandsätzen zu kämpfen.
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Vor Ort hatten die Brandschützer vor allem mit Brandsätzen zu kämpfen.

Auch, wenn es in ein Katastrophengebiet ging, so haber er die Kameradschaft unter den Helfern als überaus positiv empfunden, beschreibt Thomas Munsinger. Er war das einzige Mitglied der Obertshausener Feuerwehr, das mit anderen Deutschen Hilfskräften die Griechen bei deren Waldbränden unterstützt hat. „Wir haben eine Mail bekommen, in der nach Kameraden gefragt wurde, die Zeit haben oder sich vom Arbeitgeber freistellen lassen können“, erinnert er sich. „Da habe ich mich freiwillig gemeldet.“

Obertshausen – Gemeinsam mit 140 Helfern und 36 Feuerwehrfahrzeugen machte man sich am 9. August auf den Weg, wie der Angestellte bei der Luftsicherheit am Frankfurter Flughafen berichtet. „Alle Kräfte aus dem Kreis Offenbach haben sich in Neu-Isenburg getroffen.“ Anschließend habe sich die komplette Kolonne in Haibach bei Aschaffenburg gesammelt. Dort kamen noch Kräfte von Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hinzu. Gemeinsam ging die Reise dann mit den Einsatzfahrzeugen sowie Personenbussen in Richtung Griechenland.

Die Route führte über Bologna nach Ancona, von wo aus man mit der Fähre nach Patras übersetzte, um nach Olymp zu gelangen.

Insgesamt dauerte die Reise vier Tage. Wieso man die Einsatzkräfte nicht einfliegen ließ, kann Munsinger nicht erläutern. „Das haben wir uns auch gefragt“, gesteht er. Doch, obwohl die Reise sehr anstrengend war, habe sie auch seine Vorteile gehabt. „In meinem Bus waren primär Leute aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg – man kannte sich zwar vorher nicht, aber da haben sich freundschaftliche Verhältnisse aufgebaut.“ Diese Verbindungen hätten auch die Arbeit erleichtert, wie der 40-Jährige erläutert. „Man konnte sich einfach besser absprechen, da man nicht nur die Namen wusste, sondern auch, wer welche Ausbildung oder Erfahrungen hat.“

Thomas Munsinger war die einzige Feuerwehrkraft aus Obertshausen, die nach Griechenland fuhr.

Vor Ort seien die Hilfskräfte, die in Zelten auf einem Schulhof untergebracht worden sind, primär mit Brandwache beschäftigt gewesen. Aber es habe auch andere Probleme gegeben: „Die Griechen haben erzählt, dass Leute Brandsätze in der Gegend platzieren, die erst nach drei Tagen hochgehen.“ Hintergrund sollen ausländische Investoren sein, die das Land als Baugrund nutzen möchten.

Einmal kam Munsinger sogar in Kontakt mit einem solchen Brandsatz. „Wir hatten einen Aussichtspunkt und plötzlich stieg Rauch auf“, berichtet der Obertshausener. „Vermutlich ist an dieser Stelle ein solcher Brandsatz hochgegangen.“ Da man das Feuer jedoch schnell entdeckt habe, konnte man zeitnah reagieren. „Da waren die Griechen auch sehr flott“.

Ob Thomas Munsinger noch einmal an einem solchen Auslandseinsatz teilnehmen würde, weiß er nicht mit Bestimmtheit zu sagen. „Mit den Kameraden war es sehr schön, aber die lange Anreise lässt mich zweifeln“, sagt er. „Würde man per Flug anreisen, wäre es kein Thema für mich.“ (Von Jan Max Gepperth)

Das Lager der Helfer ist auf einem Schulhof aufgebaut worden.

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