Lokalpolitik

„Da hilft kein Geplänkel“: Bürgermeister Manuel Friedrich zieht Bilanz zu ersten neun Monaten im Amt

Bürgermeister Manuel Friedrich zieht nach neun Monaten eine Bilanz seiner Arbeit.
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Bürgermeister Manuel Friedrich zieht nach neun Monaten eine Bilanz seiner Arbeit.

Seit ungefähr neun Monaten ist Manuel Friedrich als Bürgermeister von Obertshausen nun im Amt. Dies ist genug Zeit, um eine Bilanz seiner bisherigen Arbeit zu ziehen und zu schauen, was er noch erreichen möchte.

Obertshausen –Seinen Amtsantritt hat sich Friedrich natürlich ein wenig anders vorgestellt, da er von Anfang an mit der Bewältigung der Corona-Krise konfrontiert wurde. „Die Pandemie fordert uns tagtäglich, sie soll aber keine Ausrede sein“, stellt der Bürgermeister klar heraus. Das Krisenmanagement benötige viel Kapazität, die dann an anderer Stelle fehle. „Zudem kommt es immer mal wieder zu Ausfällen aufgrund von Krankheit oder Quarantäne.“ Jedoch sei es wichtig, dass die Arbeit der Verwaltung aufrechterhalten werde, um für die Bürger da zu sein. „Das sind Arbeitszeit und Produktivität, die für andere Projekte einfach verloren gehen. Die Gesundheit steht jedoch im Vordergrund“, versucht der Rathauschef für Verständnis bei den Bürgern zu werben. Diese offene Kommunikation mache ihn seiner Meinung nach auch aus. „Das ist ein Hauptpunkt für den ich angetreten bin. Egal ob gute oder schlechte Nachrichten: Wir müssen sie kommunizieren.“ Dass dieses Konzept gut ankomme, spiegele sich auch in den guten Rückmeldungen wider, die der Bürgermeister bekäme. „Wir haben hier natürlich einen hohen Standard gesetzt, den es jetzt einzuhalten gilt.“

Auch bei der Bürgerbeteiligung möchte der Bürgermeister neue Wege gehen und die Bürger stärker einbeziehen. So gab es Beteiligungsmöglichkeiten zu den Themen Neugestaltung des Streetball-Platzes, neue Sitzbänke und Mülleimer im Stadtgebiet oder Anwohnerbefragungen zu Verkehrsthemen. „Um die klassische Bürgerbeteiligung auch bei großen Projekten wie bei Bauvorhaben zu ermöglichen, brauche ich die Unterstützung der Politik.” Ob sich dort nach der Wahl eine Koalition bilden wird oder nicht, kann der Rathauschef noch nicht sagen. Sollte es soweit kommen, werde er aber selbstverständlich Gespräche mit der Koalition, aber auch mit der Opposition suchen. Denn ihm sei die sachliche Debatte immer sehr wichtig gewesen. „Was mir im Wahlkampf zu kurz kam, ist den Leuten mitzuteilen, wo wir uns befinden”, sagt Friedrich im Hinblick auf die Krise. Viele wüssten nicht, welche Auswirkungen diese auch auf Obertshausen habe. “Da hilft kein Geplänkel. Wir müssen die Leute informieren und mitnehmen. Denn die Finanzen sind eng gestrickt und es wird keine Wunschkonzerte geben.”

Corona schlägt sich in den Kapazitäten der Verwaltung nieder

Obertshausen sei finanziell „nicht auf Rosen gebettet“, so Friedrich. Daher müsse man immer nach Möglichkeiten einer Konsolidierung suchen. Aus diesem Grund hat der Bürgermeister auch in der kommenden Zeit Gespräche mit Wiesbaden, um nach Alternativen zu suchen.

Wie bereits erwähnt, gehen aufgrund der Pandemie Verwaltungskapazitäten verloren. Dies hat auch Auswirkungen auf den Bürgerservice. „Das heißt aber nicht, dass das der Serviceanspruch der Stadt ist“, versichert Friedrich. Jedoch müsse man wegen der fehlenden Kapazitäten nun priorisieren. Zwar sei das Rathaus für den Besucherverkehr geschlossen, jedoch sei es möglich Termine zu vereinbaren. „Die Online-Vergabe von Terminen könnte hierbei der Weg der Zukunft sein.“ Laut Friedrich habe man hier festgestellt, dass die Termine für die Bürger effizienter abliefen. „Der Bürger weiß genau, was er braucht und was er mitbringen muss. Zudem kann er seine Zeit besser einteilen, da er ja einen festen Termin hat.“

Bei der Wirtschaftsförderung sieht Friedrich Obertshausen auf einem guten Weg

Ein Thema, das von zahlreichen Bürgern gefordert würde, sei die Aufstockung der Ordnungspolizei, so dass diese mehr Präsenz zeigen könne. Schon bei der Haushaltsdebatte hatte sich der Bürgermeister für die Schaffung zweier neuer Stellen stark gemacht. Momentan sei dieser Vorgang jedoch auf Eis gelegt und müsse im Ausschuss beraten werden. „Ich werde aber weiterhin Werbung machen.“

Im Thema Wirtschaftsförderung sieht sich Friedrich auf einem guten Weg. „Ein Meilenstein war hier die Gründung des Vereins Stadtmarketing Obertshausen. Das ist auch im Zusammenspiel zwischen Bürgermeister und städtischer Wirtschaftsförderung ein wichtiger Baustein.“ Es gebe zahlreiche Menschen mit Ideen, die nicht wüssten, wo sie diese anbringen könnten. „Das soll hier möglich sein.“ Denn nur wenn man Menschen zusammenbringe, könne man vorankommen. „Es ist schön, wie einfach es sein kann, Menschen zusammenzubringen und sachlich etwas umzusetzen.“

Friedrich hat klare Vorstellungen für Verbesserungen

Ein Thema, bei dem der Rathauschef schon früh einen Mangel ausgemacht hatte, war die Kinderbetreuung. „Es ist nicht so, dass der neue Bürgermeister kommt, einen Schnips macht und die neue Kita kommt“, sagt Friedrich. Trotzdem versichert er, dass man mit Hochdruck daran arbeite, Ideen zu entwickeln, um diese Mängel zu beheben. „Es ist mein Ansatz, da in den nächsten zwei drei Jahren gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung etwas zu bewegen und vor allem perspektivisch eine Veränderung herbeizuführen.” Verwaltungschef zeigt sich vor allem deswegen optimistisch, da jede Fraktion ihre Bereitschaft erklärt hat, Gelder für die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen.

Generell zeigt sich Friedrich zufrieden mit der Arbeit, hat jedoch noch klare Vorstellungen, wo er noch Verbesserungen für die Stadt herbeiführen kann. (Von Jan Max Gepperth)

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