Stadtentwicklung

Da waren es nur noch zwei: Ergebnisse der Standortanalyse für den Neubau des Rathauses vorgestellt

Die Grundstücke rund um die Waldkirche sind als potenzieller Standort für den Neubau des Obertshausener Rathauses gut bewertet worden.
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Die Grundstücke rund um die Waldkirche sind als potenzieller Standort für den Neubau des Obertshausener Rathauses gut bewertet worden.

Bereits im Februar 2020 hatten sich die Stadtverordneten Obertshausens für den Bau eines neuen, gemeinsamen Rathauses ausgesprochen. Damit verbunden war der Auftrag an den Magistrat, mehrere Standorte für diesen Neubau zu prüfen. Hierbei wurden anfänglich sieben Standorte unter die Lupe genommen. Nach der unabhängigen Begutachtung kristallisierten sich zwei Favoriten für den Bauplatz des neuen Rathauses heraus.

Obertshausen – Die Ergebnisse der Prüfung, die von der Firma „Drees&Sommer“ umgesetzt worden war, wurden am Freitagabend während einer digitalen Konferenz vorgestellt. Zugeschaltet waren neben Bürgermeister Manuel Friedrich und Ersten Stadtrat Michael Möser auch Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, des ehrenamtlichen Magistrats sowie des Ausländerbeirats.

In der einstündigen Präsentation gaben Dietmar Zwipp und Sebastian Strecker von „Drees&Sommer“ einen Einblick in die Entscheidungsfindung und die Bewertungskriterien. Hierbei unterteilte man die Prüfung der insgesamt sieben Standorte in zwei Stufen.

Nach der ersten Phase: Nur noch vier Standorte in der Prüfung

Im ersten Schritt beging man die Orte, schaute sich Anbindungen und das Umfeld, aber auch mögliche baurechtliche Parameter, wie die Baumasse, Erweiterbarkeit oder die Eingriffe in die Natur an. Nach Abschluss dieser Phase reduzierte man die Anzahl der potenziellen Standorte und ging in eine detailliertere Planung. Hierbei wurde der Flächen, sowie das Raum- und Funktionsprogramm bezüglich der einzelnen Standorte betrachtet. Daneben wurde der Entwurf von zeitlichen Abläufen sowie genauen Kosten berechnet.

Nachdem die erste Phase abgeschlossen war, blieben insgesamt vier Grundstücke als mögliche Standorte für das neue Rathaus in der Wertung: die Freifläche neben dem bisherigen Rathaus auf dem Grundstück an der Schubertstraße, die Fläche auf dem Parkplatz am Sportzentrum Badstraße sowie Grundstücke östlich beziehungsweise östlich und westlich der Waldkirche. Damit fielen die begutachteten Grundstücke an der Friedensstraße weg. Nach Beurteilung der Firma „Drees&Sommer“ bieten die beiden Grundstücke Schubertstraße und östliche Waldkirche das größte Potenzial als Standort für den Rathausneubau, wobei das letztere Grundstück die Nase in der Bewertung leicht vorne hat.

Schubertstraße bedarf weniger Abstimmungsbedarf

Das Grundstück östliche Waldkriche bietet, in Anbetracht einer Veräußerung der Rathausgrundstücke in Schubert- und Beethovenstraße, die kostengünstigste Variante. Zudem biete es die Möglichkeit, eine verbindende Mitte in einem Stadtzentrum zu bilden, und so die beiden Stadtteile zu verknüpfen. Der Punkt „Verkehrsanbindung“ an die Schönbornstraße ist weiterhin offen. Als negative Aspekte listet der Planer die Eingriffe in die Natur und die Abhängigkeit von weiteren Planungen wie die Waldkirche oder das an diesem Standort möglicherweise zu integrierende Jugendzentrum auf.

Der Standort an der Schubertstraße ist in der Relation auch kostengünstig, wenngleich der Verkauf des gesamten Rathausgrundstückes entfiele. Ein Vorteil ist der geringere Abstimmungsbedarf mit anderen Projekten oder Nachbarn. Allerdings würde dieser Standort nicht zur Bildung einer zentralen Mitte beider Stadtteile beitragen.

Städtebauliche Aspekte müssten noch berücksichtigt werden

Auch wenn die nun vorgelegten Ergebnisse eine klare Sprache sprechen, stellen sowohl Möser als auch Friedrich klar, dass hier noch keine Entscheidung getroffen ist. „Es stehen noch Aspekte aus, die in der politischen Diskussion entstehen“, sagt Möser. So müssten die Stadtverordneten entscheiden, ob man die Bäume, die sich auf dem Grundstück östliche Waldkirche befinden, roden wolle. „Bis das Projekt im Mai in die Ausschüsse kommt, wollen wir auf jeden Fall die städtebaulichen Aspekte betrachten und in einen größeren Kontext einbringen.“ Zwar sei klar, dass aus unabhängiger Sicht das Grundstück an der Waldkirche die beste Alternative sei, jedoch müsse das nicht heißen, dass dies auch der Wille der Stadtverwaltung sei. „Das Ziel des hauptamtlichen Magistrates ist hier, dass wir eine Entscheidung treffen wollen“, erklärt Friedrich. „Im Februar 2020 kam der Grundsatz-Beschluss zum Neubau. Jetzt wollen wir einen Haken an den zweiten Grundsatz mit dem Standort machen. So können wir den Druck aufrecht erhalten.“ Daher strebe man eine Entscheidung vor der Sommerpause an. „Städtebauliche Entscheidungen müssen getroffen werden, um andere Projekte planen zu können. Wo ein Rathaus entsteht, können keine Wohnungen oder eine Kita entstehen. Daher ist es in unserem Sinn möglichst zeitnah eine Entscheidung beizuführen“, erklärt Möser abschließend.

Das nächste Mal soll der Neubau während der Ausschüsse Ende Mai diskutiert werden. (Von Jan Max Gepperth)

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