Gabi Heßler-Stark und Dorothee Wirth

Obertshausen: Bürgermeister ehrt jahrzehntelanges Engagement

Obertshausen: Urkunden und Blumen erhielten Gabi Heßler-Stark (rechts) und Dorothee Wirth von TGO-Chef Thomas Zeiger (links) und Bürgermeister Roger Winter. Foto: Prochnow
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Obertshausen: Urkunden und Blumen erhielten Gabi Heßler-Stark (rechts) und Dorothee Wirth von TGO-Chef Thomas Zeiger (links) und Bürgermeister Roger Winter. Foto: Prochnow

Zwei prominente Namen und eine große Leidenschaft, das eint die jüngsten Empfängerinnen städtischer Ehrenurkunden in Offenbach.          

Als seine letzte öffentliche Amtshandlung überreichte Bürgermeister Roger Winter diese Auszeichnung „in Anerkennung langjährigen, ehrenamtlichen Engagements“ bei der Turngemeinde Obertshausen (TGO) an die Übungsleiterinnen Gabi Heßler-Stark und Dorothee Wirth. Beide „haben viele Trends mitgetragen und früh Verantwortung übernommen“, lobte der scheidende Rathauschef.

Die Geehrten haben beide Lehramt im Fach Sport studiert. Heßler-Stark zog im Alter von sechs Jahren nach Obertshausen, begann mit neun in der Leichtathletik-Mannschaft von Elly Wirth, schaffte es bis zu den Hessenmeisterschaften. Mit 14 leitete sie bereits Kinder- und Jugendgruppen in der TGO.

„Mehrkampf und Sprint sind meine Spezialitäten“, verriet sie, aber auch mit dem Schleuderball, einem Relikt aus den Zeiten von Turnvater Jahn, errang sie gute Ergebnisse. Das aktive Mitglied erinnert sich noch gut an das Deutsche Turnfest 1987 in Berlin. Ein Jahr lang hatten sie und neun Kameradinnen für die Flugtickets gespart. „Wir kamen mit vielen wunderbaren, aber auch bedrückenden Eindrücken zurück“, erzählte sie. Fortan hat sie fast jedes Turnfest mit seinen Seminaren, Theater- und Tanzveranstaltungen besucht, im nächsten Jahr wollte sie dazu erneut in die Hauptstadt reisen.

Bis heute führt die Geehrte Frauengruppen und Lauftreffen mit Teilnehmerinnen zwischen 50 und 82 Jahren. Auch bei gemeinsamen Wanderungen, kulturellen Ausflügen, Wander-, Kletter- und mehrtägigen Radtouren seien enge Freundschaften entstanden, sagte sie. „Beim Mondscheinlauf im Winter legen wir acht bis zehn Kilometer zurück, bei jedem Wetter“, berichtete sie. Doch, „leider kommen keine jungen Leute nach.“

Sie selbst unterstützt ihren Verein seit vielen Jahren auch als Beisitzerin im Vorstand. Seit ihrem 18. Lebensjahr legt sie zudem das Deutsche Sportabzeichen ab. Gabi Heßler-Stark arbeitet als Förderschullehrerin in der Erich-Kästner-Schule in Langen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie liebt ferner das Schmökern von Krimis und Romanen sowie den Camping-Urlaub.

Dorothee Wirth stammt aus Marburg, wo sie Basketball spielte, Sport und Geografie auf Lehramt studierte. Zum Referendariat wurde sie 1980 nach Offenbach geschickt, erhielt jedoch keine Anstellung. „Dort war mein erster Sport das Rudern“, das sie bald als Übungsleiterin trainierte. 1983 kam sie durch ihren Ehemann nach Obertshausen, gab Kurse an den Volkshochschulen Offenbach und Obertshausen. 1984 trat sie der TGO bei, turnte zunächst mit Kleinkindern.

1990 übernahm Wirth das Eltern-Kind-Turnen von Doris Keller und gründete eine integrative Gruppe mit praktisch bildbaren Mädchen und Jungen. Das Angebot löste sich auf, weil Eltern der normal entwickelten Kinder fürchteten, dass ihre Sprösslinge nicht genügend profitieren. Aktuell unterweist sie zwei Gruppen Vier- bis Sechsjähriger und besucht regelmäßig Lehrgänge, die derzeit jedoch wegen der Pandemie ausgesetzt werden. Für die Turngemeinde sitzt die Pädagogin zudem im Ältestenrat.

Dorothee Wirth hat zwei Töchter und zwei Enkel in Hamburg. Sie liest Krimis und Zeitgeschichtliches und verreist gerne. „Bleiben sie weiter so aktiv“, riet Winter, während Vorsitzender Thomas Zeiger im Namen des Führungsgremiums der Turngemeinde das Engagement der beiden geehrten Damen lobte.

VON MICHAEL PROCHNOW

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