Reise zu den Sternen

Sporthalle der Eichendorffschule wird für einen Tag zum Planetarium

Die Venus zum Greifen nahe: Philipp Holz zeigt den Grundschülern die Umlaufbahnen der acht Planeten unseres Sonnensystems. Foto: Holzamer
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Die Venus zum Greifen nahe: Philipp Holz zeigt den Grundschülern die Umlaufbahnen der acht Planeten unseres Sonnensystems.

„So, wir werden jetzt alle mal wieder etwas ruhig“, mahnt Philipp Holz die rund 50 Zweitklässler, die vor ihm auf den Turnmatten liegen und fasziniert den Sternenhimmel über ihnen betrachten.

Obertshausen – Doch das ist gar nicht so einfach, wenn es gleichzeitig so spannende Dinge zu sehen gibt. Denn was sonst wegen der vielen Lichter der Stadt selbst in klaren Nächten am Himmel mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, lässt sich im Schulplanetarium eindrucksvoll bestaunen.

Einen Tag lang macht die aufblasbare Kuppel mit dem Projektor in der Mitte in der Turnhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule Station und nimmt die Grundschüler mit auf eine Reise durch unsere Galaxie. Gemeinsam mit Weltraumhund Captain Schnuppe und seinem Sicherheitsoffizier, dem geschwätzigen Tukan Sergeant Tuk, fliegen die Kinder zu den Planeten unseres Sonnensystems und erfahren dabei allerhand über deren Entstehung und ihre Reise um die Sonne. „Denn je weiter die Planeten von der Sonne entfernt sind, umso länger brauchen sie, um einmal um sie herum zu reisen“, erklärt Holz den Kindern.

„Rund 2500 Sterne können wir hier gerade am Himmel sehen“, erläutert Philipp Holz den Jungen und Mädchen, als eine Aufnahme des nächtlichen Sternenhimmels auf die Kuppel projiziert wird. Ungefähr die Zahl der Sandkörner, die auf einen Teelöffel passen, erfahren die Schüler. Insgesamt schätzten Wissenschaftler die Zahl der Sterne im Universum auf rund zehn Trilliarden und sogar noch höher, berichtet Holz. „Wenn wir das mit dem Sand auf unserem Löffel vergleichen wollen, wäre das in etwa so viel wie die ganze Sahara.“ Und dabei liege der Sand etwa sechs Meter hoch, beschreibt er seinem staunenden Publikum.

Dass einige der Kinder sich an diesem Tag nicht zum ersten Mal mit den Sternen beschäftigen, beweist der Blick auf die Sternbilder. Den großen Wagen kennen einige bereits und auch die Antwort auf die Frage von Philipp Holz, wie der Stern am Ende jener gedachten Linie heißt, die sich ergibt, wenn man dessen hintere Achse um das Fünffache verlängert: „Der Nordstern“, rufen einige der Zweitklässler laut. Und der zeigt bekanntlich die Himmelsrichtung Norden an. „So haben die Menschen früher den richtigen Weg gefunden, schon lange, bevor es Navigationssysteme gab“, ergänzt Holz.

Weg vom Sternenhimmel auf der Erde geht der Flug zu den übrigen Planeten unseres Sonnensystems. „Der Mars ist nur etwa halb so groß wie unsere Erde“, erfahren die Kinder von Captain Schnuppe. Doch befinde sich auf ihm der höchste bekannte Berg im Universum, der etwa 22 Kilometer hohe Olympus Mons – ein gigantischer Vulkan mit einem Durchmesser von rund 600 Kilometern.

Bei „Tankstopp“ auf dem Saturn erfahren die erstaunten Kinder, dass es sich bei diesem um einen Gasplaneten handelt, dessen Wolken aus Wasserstoff bestehen, mit dem man auch Wasserstoff-Autos auf der Erde betanken könnte.

Die Besuche mit dem mobilen Planetarium leitet Philipp Holz, der eigentlich Agrarwissenschaft studiert, seit eineinhalb Jahren. „Mit dem Nebenjob habe ich quasi mein Hobby zum Beruf gemacht“, erzählt er. Auch ein Astrophysiker gehört zum Team des Schulplanetariums, das sich mit unterschiedlichen Vorträgen an Schüler vom Abc-Schützen bis zum Oberstufenschüler richtet. Und so erfahren in den nächsten Stunden die Dritt- und Viertklässler von Philipp Holz auch etwas über die Arbeit auf der Internationalen Raumstation (ISS). Ganz ohne die eine oder andere Mahnung zur Ruhe geht es aber auch bei den Älteren freilich nicht zu.

VON THOMAS HOLZAMER

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