Gespür für die Langstrecke 

Obertshausen: Auf einen Kaffee mit Bürgermeisterkandidat Manuel Friedrich

Kreppe und ein schneller Kaffee: In der heißen Phase des Wahlkampfes bleibt Verena und Manuel Friedrich nicht viel Zeit für kleine Auszeiten. 
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Kreppel und ein schneller Kaffee: In der heißen Phase des Wahlkampfes bleibt Verena und Manuel Friedrich nicht viel Zeit für kleine Auszeiten. 

Ein Schluck Kaffee, ein Biss in den Kreppel und kurz zur Ruhe kommen – ein wenig sieht man Verena und Manuel Friedrich die Freude über die kurze Auszeit an. Erst kurz zuvor ist der junge Bürgermeisterkandidat zur Wohnungstür hereingekommen. 

Obertshausen - Den Morgen hat der 33-Jährige am frisch beklebten Imbisswagen verbracht und das Gespräch mit den Bürgern gesucht. Und nach der kurzen Pause, die er sich für unser Gespräch genommen hat, seien für mittags noch ein paar Haustürbesuche vorgesehen, berichtet er. „Zwischen zwei und vier Stunden plane ich dafür am Tag ein“, erläutert Friedrich. Dazu die regelmäßigen Bürgerdialoge zu verschiedenen Themen, der Besuch von Veranstaltungen und Termine mit Vereinen oder Gewerbetreibenden. Hilfe bekommen Friedrich und seine Frau dabei von der Familie, Freunden und zahlreichen Unterstützern.

Viel Zeit für Erholung bleibt da nicht. „Aber das habe ich ja vorher gewusst“, sagt er und schmunzelt. „Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement.“ Dabei kommt Friedrich, der sich gemeinsam mit Frau Verena selbst um die gesamte Organisation seines Wahlkampfes kümmert, auch die Erfahrung aus dem Berufsalltag zugute. In seinem Job bei einer Frankfurter Eventagentur, die sich auf Sportveranstaltungen spezialisiert hat, ist der 33-Jährige unter anderem als Streckenchef an der Organisation des Frankfurt Marathons beteiligt. Auch privat spielt das Marathonlaufen für Manuel Friedrich eine wichtige Rolle, unter anderem in Hamburg, New York, Stockholm und sogar während seiner Hochzeitsreise im vergangenen Jahr auf Mauritius ging er selbst als Teilnehmer an den Start.

Unterstützt wird er dabei ebenso wie im Wahlkampf von seiner Frau. Das habe bei der Entscheidung, zu kandidieren auch den Ausschlag gegeben, betont er. „Wenn die Familie nicht zu 100 Prozent dahinter steht, geht das nicht“, findet er. Und das tut Verena, die ihn neben dem Job in jeder freien Minute unterstützt und ihm in jeder Situation den Rücken freihält. Ob es nicht manchmal auch nervt, ihren Mann mit seiner Leidenschaft fürs Laufen oder der Lokalpolitik teilen zu müssen? „Nein, ich wusste ja auch, auf was ich mich einlasse“, erzählt sie. „Schon als wir uns kennengelernt haben, hat er mir erzählt, dass er das irgendwann mal machen möchte“, erinnert sie sich. „Beim Marathon profitiere ich auch von den Zielen“, freut sich Verena Friedrich.

Im vergangenen Mai haben beide geheiratet, im Sommer war es dann soweit und es wurde ernst. „Ich wollte meiner Heimatstadt schon immer etwas zurückgeben“, sagt Manuel Friedrich. Und der Zuspruch, den er erhalten habe, seit er im August seinen Hut in den Ring geworfen hat, motiviere zusätzlich.

Dabei spiele sein vergleichsweise junges Alter in den Gesprächen nur selten eine eine Rolle. „Ich bin ja nicht erst seit ein, zwei Jahren in der Kommunalpolitik und viele kennen mich schon“, sagt Friedrich, der wie seine Familie tief in der Stadt verwurzelt ist. Nach rund zwölf Jahren politischen Engagements – zunächst bei den Jusos und aktuell in der SPD, deren Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament Friedrich ist – sieht er sich nun an dem Punkt, auch die Verantwortung im Rathaus zu übernehmen. Und er hofft, dass die Wähler dies ebenso sehen.

„Eine Wahl ist ja zunächst erst mal nur ein Vertrauensvorschuss“, weiß er. Und den gelte es, danach nicht zu enttäuschen. Dazu gehöre vor allem ein offenes Ohr, ist sich Manuel Friedrich sicher, und will auch als Rathauschef für die Bürger ansprechbar sein.

Als unabhängiger Kandidat sieht der 33-Jährige seine Stärke angesichts wechselnder Mehrheiten im Stadtparlament vor allem in der Vermittlerrolle zwischen allen Fraktionen im Stadtparlament, zu denen er aktuell in seiner Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender ein gutes Verhältnis pflege.

Doch bis die Entscheidung fällt, stehen noch ein paar anstrengende Wochen an. Und so geht es nach einem letzten Schluck Kaffee auch schon wieder raus ins Ort zum „Zuhören, Sehen und Verstehen“, Friedrichs Credo im Wahlkampf.

Von Thomas Holzamer

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