Kirche

Einzigartig in Mitteleuropa: Pfarrer Norbert Hofmann berichtet, wie das Glockenrad in die Kirche kam

Zu zahlreichen Anlässen erklingt das Glockenrad: Pfarrer Norbert Hofmann ist stolz darauf, ein solches Objekt voller Symbolik in seiner Kirche zu haben.
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Zu zahlreichen Anlässen erklingt das Glockenrad: Pfarrer Norbert Hofmann ist stolz darauf, ein solches Objekt voller Symbolik in seiner Kirche zu haben.

Stolz leuchten die Augen von Pfarrer Norbert Hofmann hinter seiner Maske als er zu erzählen beginnt: „Wir sind – neben Caravacca – die einzigen in ganz Mitteleuropa, die so etwas haben.“ Dabei spricht der Geistliche von den Glockenrädern, die sich in St. Thomas Morus und in Herz Jesu befinden. Insgesamt 24 Glöckchen sind an dem in Catagena gefertigten Rad befestigt.

Obertshausen – Alles nahm seinen Anfang im Jahr 2012. Damals besuchte Hofmann die spanische Stadt Caravaca. Dort, in der Kirche St. Salvador, wurde der Pfarrer zum ersten Mal auf das Glockenrad aufmerksam. Zuvor hatte er etwas ähnliches noch nie gesehen. Als er ein vergleichbares Rad in der Basilika von Caravaca läuten durfte, gab es kein Halten mehr für Hofmann. „Da hatte ich keine Ruhe mehr und dachte, dass wir so etwas auch in Obertshausen wollen“, erinnert er sich zurück.

Kurze Zeit später – am zweiten Advent 2012 – feierten die Pfarrgemeinden Obertshausen und die Bruderschaft vom Heiligen Kreuz in Caravaca Verschwisterung. Dies war ein wichtiger Schritt hin zum eigenen Glockenrad. Denn zwei Jahre später besuchte der Pfarrer die spanische Stadt erneut. Dieses Mal wurde er von zahlreichen Pilgern aus Obertshausen begleitet. Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Mitglieder des Verwaltungsrates der katholischen Pfarrgemeinden von Herz Jesu und St. Thomas Morus. Dies sah der Geistliche als Chance, die Begeisterung für das Glockenrat zu wecken. „Ich dachte mir, dass nie wieder so viele Ratsmitglieder auf einmal nach Caravaca kommen“, denkt Hofmann zurück.

Also bat er einige Kinder, die ebenfalls Teil der Pilgergemeinschaft waren, während des Liedes „Großer Gott, wir loben dich“ das Glockenrad erklingen zu lassen. Die Rückmeldung bei den mitgereisten Obertshausenern war ein Schwall der Begeisterung, Daher fragte Norbert Hofmann, ob der Verwaltungsrat es möglich machen könne, ein solches Glockenrad auch in Obertshausen installieren lassen zu können,

Zwei weitere Jahre später – im Februar 2016 – besuchte Hofmann gemeinsam mit Luis Galvez erneut Caravaca. Anlass war dieses Mal die Überreichung einer Blutreliquie, die die katholische Pfarrgemeinden ihrer spanischen Schwestergemeinde organisiert hatte. Vor Ort stand bereits ein Glockenrad bereit, das von Pfarrer Hofmann gesegnet werden konnte, ehe es nach Obertshausen gebracht wurde.

Die große Einweihung erfolgte in der ersten Osternacht des selben Jahres in Herz Jesu.

Doch es sollte nicht bei dem einen Glockenrad bleiben. Anlässlich seines 65. Geburtstags überreichten die Pfarrgemeinden St. Thomas Morus und Herz Jesu nämlich ein weiteres Glockenrad als besonderes Geburtstagsgeschenk. Dieses hängt seither in St. Thomas Morus. Auch heute noch freut sich Pfarrer Norbert Hofmann enorm über dieses Geschenk. „Das hat alles eine schöne Symbolik“, erläutert er. „Die 24 Glocken stehen für 24 Stunden. Wenn wir die Glocken erklingen lassen, danken wir Gott damit, dass er 24 Stunden am Tag für uns da ist.“

Daher ist der Klang zu mehreren Anlässen zu hören: zu Taufen, Hochzeiten, Geburtstagen, Hohem Besuch, bei Dankämtern sowie am Ende eines Requiems. (Von Jan Max Gepperth)

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