Diskussionsrunde

Endspurt im Wahlkampf - Trio rechnet mit Stichwahl

Bürgermeisterkandidaten im Wahlendspurt: Manfred Schmutzer (CDU, von rechts), Moderatorin Katy Walter (Grüne), Rudolf Schulz (Bürger für Obertshausen), Moderatorin Lucie Gerhardt (Grüne) und Manuel Friedrich (unabhängig). 
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Bürgermeisterkandidaten im Wahlendspurt: Manfred Schmutzer (CDU, von rechts), Moderatorin Katy Walter (Grüne), Rudolf Schulz (Bürger für Obertshausen), Moderatorin Lucie Gerhardt (Grüne) und Manuel Friedrich (unabhängig). 

Noch einmal schlafen, dann kommt der große Tag auf den Manfred Schmutzer (CDU), Rudolf Schulz (Bürger für Obertshausen) und Manuel Friedrich (unabhängig) monatelang hingearbeitet haben.

Obertshausen – Der eine Bürgermeisterkandidat ist von Haustür zu Haustür gegangen und hat Klinken geputzt. Der andere ist mit seinem Imbisswagen durch die Stadt getourt. Der dritte hat Bürger zum Gespräch auf seine Blaue Bank eingeladen.

Im Endspurt des Wahlkampfs hat sich das Trio bei einer Podiumsdiskussion im Kleinkunstsaal des Bürgerhauses den Fragen der Grünen gestellt, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt haben, die Grünen suchen also „ihren“ Bürgermeisterkandidaten. Landtagsmitglied Katy Walther und die ehemalige Kreistagsabgeordnete Lucie Gerhardt fragen beim Kandidaten-Trio vor etwa 40 Gästen zu den Themen Mobilität und Stadtentwicklung, Klimaschutz und Zukunft sowie Persönliches nach.

Gleich die erste Frage der Moderatorinnen, wie sie denn zur Veranstaltung gekommen seien, ist ein „grüner“ Prüfstein. Alle drei sind mit dem PKW da: Friedrich des Regens wegen, entschuldigt er, Schmutzer, weil er vier Begleiter mitgenommen hat. Schulz zieht den Joker: Er ist mit dem Elektro-Auto gekommen, das allerdings seinem Arbeitgeber gehört. Ein Verkehrskonzept und ein Plan, wie Bürger weg vom Auto kommen, interessiert die Grünen ebenfalls. Alle drei Kandidaten setzen Hoffnungen auf den sogenannten Hopper der Kreisverkehrsgesellschaft – ein On-demand-Angebot –, dessen erste Testphase im Ostkreis dem Vernehmen nach erfolgreich läuft und das wohl im Herbst in Obertshausen, Mühlheim und Heusenstamm ebenfalls versuchsweise eingeführt werden soll. Dass sich an der Verkehrs- und Parksituation in der Stadt etwas ändern müsse, finden ebenfalls alle drei Aspiranten. Friedrich möchte „alles auf den Prüfstand stellen“. Schulz will nicht die Illusion verbreiten, Autos verdrängen zu können, fordert, dass der Runde Tisch Nahverkehr belebt werde und Resultate liefere. Schmutzer hat einen Verdrängungseffekt, unter dem Fußgänger leiden, ausgemacht und spricht sich für häufigere Kontrollen der Parkräume und der Geschwindigkeiten aus.

Beim Thema Klimaschutz sieht Friedrich andere Kommunen schon Schritte weiter. Er plädiert für mehr Begrünung im Stadtgebiet und dafür, Klimaaspekte bei Neu- und Umbauten zu beachten. Schmutzer möchte Maßnahmen, die schon gestartet sind, fortführen, aber auch ein großes Konzept aufstellen, „statt wie aktuell viele kleine Einzelmaßnahmen“. Schulz spricht sich dafür aus, alle städtischen Gebäude, vor allem die „Energieschleudern Feuerwehrhäuser“, energetisch zu sanieren und die Versiegelung weiterer Flächen zu verhindern. Welches Problem die Kandidaten bei einer möglichen Wahl als erstes anpacken, wollen Walther und Gerhardt wissen. Schulz und Friedrich legen die Priorität auf Kinderbetreuung und Erziehersuche. Schmutzer möchte als erstes die „sehr schlechte Kommunikations- und Informationspolitik“ zwischen Rathaus und Bürgern verbessern.

Abschließend entlocken die Moderatorinnen dem Trio noch eine Prognose. Alle drei zeigen sich optimistisch für ihr persönliches Abschneiden, rechnen aber mit einer Stichwahl am 22. März.

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