„Podium Musikschule“

Klavier-Vorspiel in der Musikschule: Langes Üben fürs Lieblingsstück

Gelungene Auftritte gab es beim „Podium Musikschule“ zahlreiche. Rund zwei Dutzend Schüler zeigten, was sie können. Foto: PROCHNOW

„Yankee Doodle“, „Hopplaho“, „Allegretto“ oder „Tarantella“ – an den Tasten geht (fast) alles: Der Fachbereich Klavier stand auf dem „Podium Musikschule“, zwei Dutzend Schüler vom siebenjährigen Anfänger bis zum 17-jährigen Talent dokumentierten mit ihrem Vorspiel die Vielfalt dieses Instruments. 

Obertshausen - Laura Garofalo aus der Klasse von Waldemar Szymanski eröffnete das Konzert im Bürgerhaus mit Johann Sebastian Bachs Präludium Nr. 1 in C-Dur. Hebun Demirel und Ole Wiegand spielten Volkstümliches aus Amerika und Frankreich. Menuha Bieniara hatte Kinderlieder einstudiert, „Leih’ mir deine Feder“ und „Die Feuerwehr“. Sehr sicher zeigten sich auch die Duette, die mit ihren Lehrkräften oder Mitschülern vierhändige Stücke einstudiert hatten.

Kiana Madahyan und Alicia Piroddi ließen so den „Tanz aus dem Orient“ und den „Frühlingswalzer“ erklingen, Julia Gaspar stimmte mit Pädagogin Irina Pavolotski „Dino spielt Schlagzeug“ an. Charlotte Georgi saß mit der Fachbereichs- und stellvertretenden Schulleiterin Annette Dörr am Flügel, interpretierte das „Allegretto“ von Anton Diabelli, Fiona Seyfritz und Sofie Emter aus der Klasse von Chris Horz hatten den „Ungarischen Sprungtanz“ und das bekannte „What Shall We Do ...“ ausgewählt, Cedric Picard schlug mit seinem Lehrer das „Gondellied“ an.

Solistisch traten Elisa Lehmann, Cleopatra Kemmer und Finja Quasten mit anspruchsvollen Bearbeitungen italienischer Tarantellen auf, bei denen der Legende zufolge das Gift der gleichnamigen Spinne „herausgetanzt“ wird. Auch die Auswahl von Luise Witte aus der Klasse von Ingrid Bauer, ein „Menuett“ von Christian Petzold und „Valse Du Prince Et De La Belle“ von Paule Maurice entspricht einem hohen Niveau.

Im Laufe des Unterrichts, erläuterte Moderatorin Dörr, entwickeln die Schüler mit ihren Lehrern Vorlieben und Lieblingsstücke. Eines von David Bowman ist „Caro Mio Ben“, das gerne für Hochzeiten gewünscht werde. Fabio Pellegrino bearbeitet seine Vorträge selbst, diesmal interpretierte der Teenager den „Imperial March“ aus „Star Wars“ und die Titelmelodie von „Formula 1“. Im Kontrast stand dazu die getragene „Moulin“, für die sich Vanessa Dedecke entschieden hatte.

Luise Witte widmete sich Ludwig van Beethoven, die ausgezeichnete Geigerin Sophia Szymanski zelebrierte den „Kobold“ des Norwegers Edvard Grieg, Aaron Hattermann leitete das Finale mit Franz Schuberts „Impromptu“ ein und Josefine Papenfuhs stellte ebenso souverän „The Man I Love“ vor, ein reines Klavierstück zur Suche nach dem „Traummann“, dessen Stil deutlich seinen Autor George Gershwin verrät. Mehrere der Jugendlichen heimsten bei regionalen Wettbewerben bereits große Auszeichnungen ein, lobte die Leiterin.

Etwa 110 Klavierschüler werden von zehn Lehrern unterrichtet, damit laufe die Entwicklung an den Tasten entgegen des Trends in der Musikschule, in der sich für einige Instrumente zuletzt weniger Schüler angemeldet haben, informierte Annette Dörr. Erstmals fand das Konzert ihrer Klasse im großen Saal des Bürgerhauses statt. Die Beine des Flügels überstünden den Umzug in den Kleinkunstsaal kaum mehr, zudem sei die Akustik in der „gut’ Stub’“ besser.

Die Sprecherin dankte ausdrücklich ihren Kollegen und den Eltern der Mädchen und Jungen. Sie finanzieren nicht nur die Ausbildung und chauffieren sie zu den Übungsstunden, sondern begleiten ihre Sprösslinge auch daheim beim Üben. Das sei ein „wichtiges Engagement, auf das die Schüler bauen“, denn das regelmäßige Spielen daheim entscheide – anders als in vielen Sportarten – über die Entwicklung. „Lehrkräfte können nur Impulse geben“, betonte die Pädagogin.

Den Saal zierten auch Zeichnungen der jüngeren Schüler, die obendrein in Bildern ihre Freude am Musizieren kundtaten.

VON MICHAEL PROCHNOW

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