Foodtruck

Mittagstisch statt großer Firmenfeier

Mit Handschuhen, Masken und dem Okay des Ordnungsamts bietet Marion Wüstkamp ihre Volpinos an. Foto: Fitzenberger
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Mit Handschuhen, Masken und dem Okay des Ordnungsamts bietet Marion Wüstkamp ihre Volpinos an. 

Wie die Familie Wüstkamp aus Obertshausen mit ihrem Volpe-Foodtruck mit der Corona-Krise umgeht.

Obertshausen – Vor rund fünf Jahren erfüllten sich Marion und Peter Wüstkamp ihren Traum vom eigenen Restaurant auf Rädern. Seitdem hat sich einiges bei dem Obertshausener Ehepaar und ihrem roten Fuchs getan. Auch von der Corona-Pandemie lassen sie sich nicht unterkriegen.

Eigentlich ist der Terminkalender der Familie Wüstkamp für ihr Foodtruck-Geschäft „Volpe – Liebevolle Leckereien“ inzwischen prall gefüllt mit Firmen- und Privatfeiern. Auch auf der ein oder anderen öffentlichen Veranstaltung oder Messe sind sie mit ihren grauen Imbisswagen mit dem roten Fuchslogo zu finden. Die letzten beiden Aufträge erfüllten sie Mitte März.

„Man war wie in Trance“, sagt Marion Wüstkamp und erinnert sich an die schon da veränderten Bedingungen. Einen Tag später, am 15. März, war dann Schluss für das Essensgeschäft – zumindest vorerst. „Die ersten Großveranstaltungen wurden schon Anfang März abgesagt“, sagt die 48-Jährige. Das seien bereits große Einschnitte für das kleine Unternehmen gewesen. „Wir hatten noch die vage Hoffnung, dass kleine Privatevents stattfinden würden“, aber auch diese fielen ab Mitte März weg.

Zwischen Panik und Schockstarre hin- und hergerissen überlegte die Familie, wie sie mit dem Wegfall der Einnahmen umgehen sollte. „Wir haben geschaut, was die Kollegen machen“, sagt Marion Wüstkamp. Lieferservice – das sei für die Köchin mengenmäßig nicht zu meistern. Firmen, in denen noch gearbeitet wird, beliefern? Diese kämpfen zurzeit selbst mit anderen Sorgen und Problemen.

„Beim Einkaufen habe ich dann den Hähnchenstand gesehen, der auf dem Edeka-Parkplatz steht“, berichtet die Quereinsteigerin. „Wir haben völlig vergessen, was unser eigentliches Geschäft anfangs war.“

Denn die Anfänge des Kleinunternehmens führten sie auf Wochenmärkte oder auch vor die Obertshausener Buchhandlung, wo die Wüstkamp einen Mittagstisch anboten. Im Laufe der Jahre erweiterten sie nicht nur ihre graue Flotte, sondern verlagerten auch ihren Schwerpunkt auf Feiern und Veranstaltungen. „Wir konnten die festen Termine nicht mehr wahrnehmen“, sagt Wüstkamp.

Nun steht sie mit ihrem Mann aber zweimal in der Woche auf dem Parkplatz des Edeka-Markts und bietet die herzhaft belegten Teigbrote an. „Das wollen wir während der Krise auf jeden Fall durchziehen.“ Die Resonanz sei gut. „Die Leute, die noch unseren Mittagstisch kennen, freuen sich sehr“, berichtet Wüstkamp.

" Wer Hunger bekommen hat, kann dienstags und donnerstags zwischen 11 und 20 Uhr beim grauen Foodtruck vorbeischauen. Die wechselnde Speisekarte gibt es online.

VON YVONNE FITZENBERGER

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