Familiengeführte Rösterei A. Joerges

Mit dem Markt gewachsen

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Neben den 20 verschiedenen Kaffeesorten hat Andreas Hühsam auch Gin sowie Senf- und Currysoßen ins Angebot der Privatrösterei aufgenommen.

Obertshausen - Seit sechseinhalb Jahren ist die familiengeführte Kaffeegroßrösterei A. Joerges in Obertshausen ansässig. Längst findet sich nicht mehr nur Filterkaffee im Angebot. Von Patrick Eickhoff 

Es duftet nach Kaffee an der Raiffeisenstraße. Das verhindern auch die Handwerker nicht, die vor der Kaffeerösterei A. Joerges am Asphalt beschäftigt sind. Im großen Gebäude mit den Hausnummern 10 bis 12 dreht sich alles um den beliebtesten Wachmacher der Deutschen. 120 bis 130 Tonnen Kaffee werden dort im Monat hergestellt. Vor sechs Jahren waren es laut Andreas Hühsam noch rund 70. Gemeinsam mit seinem Bruder Peter leitet er das familiengeführte Unternehmen in dem auch seine Kinder und sein Neffe tätig sind. „Nicht nur die Kaffeemenge wächst sondern auch die Mitarbeiterzahl, aber wir sind immer noch verhältnismäßig klein“, betont er.

Die steigende Produktionsmenge erklärt sich der 55-Jährige mit einem Trend. „Kaffee ist seit einigen Jahren im Kommen.“ Früher sei oft einfach zum klassischen schwarzen Kaffee gegriffen worden. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen etwa 20 Sorten. „Durch die Kaffeeautomaten haben die Menschen angefangen, sich mehr für die verschiedenen Varianten zu interessieren.“

Vor sechseinhalb Jahren ist das 1847 gegründete Unternehmen aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen nach Obertshausen umgezogen. Die Rösterei wollte expandieren, berichtet der 55-Jährige. Seit 1982 leiten die beiden Brüder das Unternehmen. In Obertshausen fühlen sie sich mittlerweile mehr als wohl. „Wir wurden sehr gut aufgenommen, die Menschen sind sehr freundlich und kommen gerne her.“

Denn am Eingang der Rösterei gibt es einen kleinen Laden, dort gibt es die verschiedenen Kaffeesorten zu kaufen. Doch das ist längst nicht alles. Neben unterschiedlichen Senf- und Currysoßen steht dort auch der „Gorilla Dry Gin“, benannt nach der bekannten „Gorilla“-Marke der Rösterei, im Regal. „Ich trinke selbst sehr gerne Gin – wir produzieren diesen hier nicht, sondern vertreiben ihn einfach, weil es mir Spaß macht.“ Das gilt auch für die Soßen. „Ob wir die überhaupt langfristig im Sortiment haben, weiß ich nicht, da geht es hauptsächlich um mein privates Interesse“, erläutert Hühsam.

Ist Kaffee Teufelszeug oder ein Wundermittel?

Denn der Fokus liegt nach wie vor auf den Bohnen und dem schwarzen Pulver. Darum kümmern sich mittlerweile 17 Mitarbeiter. „Uns ist wichtig, dass das alles noch familiär abläuft, wir sind ein klassischer Privatröster.“ Besonderes Augenmerk liegt auf der Verarbeitung. Denn die ist anders, als bei vielen Konkurrenten. „Wir rösten und reinigen auf spezielle Art und Weise.“ Das Stichwort: geringere Temperaturen. „Der Röstvorgang dauert so zwar länger, aber die Qualität ist das, was zählt.“

Neben dem Aufkommen der Kaffeeautomaten haben auch Unternehmen wie Starbucks für einen Aufschwung der Industrie gesorgt. „Das ist zwar nicht direkt vergleichbar mit uns, aber die haben auch viel Qualität in den Markt gebracht“, betont Hühsam. „Es macht einfach viel mehr Spaß, jetzt Kaffee herzustellen.“ Für die Zukunft sind keine besonderen Projekte oder Aktionen geplant. Aber das hat nichts zu heißen. „Wir entwickeln uns ja mit dem Markt“, betont er.

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