„Fastnacht wird nicht abgesagt“

„Die Elf Babbscher“ suchen nach Alternativen zur klassischen Fastnacht

Weitgehend im Amt bestätigt haben die Mitglieder des Tanzsport- und Karnevalsvereins „Die Elf Babbscher“ während der Jahreshauptversammlung ihren Vorstand.
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Weitgehend im Amt bestätigt haben die Mitglieder des Tanzsport- und Karnevalsvereins „Die Elf Babbscher“ während der Jahreshauptversammlung ihren Vorstand.

„Wir werden die Kampagne nicht absagen, in irgendeiner Form wird’s Fastnacht geben. “ Starke Worte von einem starken Verein, der sich nicht vor Herausforderungen scheut.

Obertshausen – Die Mitglieder des Obertshäuser Tanzsport- und Karnevalsvereins „Die Elf Babbscher“ haben während ihrer Jahreshauptversammlung ohne Gegenstimme beschlossen, die nächste Kampagne auch unter erschwerten Bedingungen zu gestalten.

Ob im Autokino-Format, als Fernseh-Sitzung oder mit mehreren Wiederholungen und kleinem Publikum, die engagierten Narren wollen alles tun, um das kulturelle Leben und die karnevalistische Freude nicht einfach abzusagen. Sie haben rechtliche Grundlagen im Blick, Mehrkosten, weil Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Getränkeumsatz fehlen, und natürlich die Hygieneregeln.

„Wir sind momentan die Einzigen, die etwas machen wollen“, stellte der Zweite Vorsitzende Michael Schmitt fest. „Wir werden kreative Wege gehen, damit Fastnacht in irgendeiner Form möglich ist“, schwor Sebastian Leinweber die 40 Teilnehmer im großen Saal des Bürgerhauses ein. „Wir waren immer schon unkonventionell“, meinte der Moderator.

Die Mitglieder bestätigten Andreas Murmann einstimmig als Ersten Vorsitzenden. Seine Stellvertreter bleiben Oliver Murmann und Michael Schmitt. Kassierer ist weiterhin Heiko Röhrig, Schriftführer Steffen Harzer, zweite Schriftführerin Iris Seibel. Wegen des Vereinswachstums wurde die Zahl der Beisitzer erweitert, für Claudia Wiederspahn folgt Alena Seibel als Leiterin der Tanzsportabteilung, für Musik steht Stephanie Schneider, um Neue Medien und Tollitäten kümmert sich Sebastian Leinweber, um Gestaltungsfragen Anthony Giordano und um Kommunikation Michael Möser. Valentin Paul wurde in der Sitzung des Nachwuchses als Jugendvertreter wiedergewählt. Das Führungsgremium zählt nun elf Mitglieder.

Insgesamt sind die „Babbscher“ nun 532, 50 mehr als ein Jahr zuvor, und bilden den sechstgrößten Verein in der Stadt. Allein die Tanzsportabteilung umfasst mittlerweile sieben Gruppen, drei Solo-Tänzerinnen, Duos und das Männerballett „Rodaupiraten“. Die jüngsten Tänzerinnen sind vier Jahre alt – die „Blue Little Wings“.

Während der Coronapause haben die Trainer mit dem Vorstand kreative Lösungen erarbeitet, Videos, Rätsel und Fotos verschickt, über Videokonferenzen geübt. Manche Gruppen müssen sich jetzt wegen Saalsperrungen in anderen Räumen treffen. „Was wir zusammen geschafft haben, sollte mal einer nachmachen“, verabschiedete sich Ex-Leiterin Wiederspahn. Weitere Berichte aus den Abteilungen wurden verlesen, Vorsitzender Murmann erinnerte an die Aktivitäten der vergangenen Kampagne.

Kassierer Röhrig informierte, dass mit dem Überschuss Übungsleiter und Wagenbau finanziert werden. Jetzt müsse ein Puffer aufgebaut werden. Leinweber stellte ein Konzept vor, nach dem künftig verdiente Mitglieder und Tänzer im Elf-Jahres-Rhythmus geehrt werden sollen. Es wird Anstecker in Form von Tanzschuhen in Bronze, Silber und Gold geben sowie einen Babbscher-Michel-Pin für Aktive, Ehrenmitglieder und -vorsitzende.

Oliver Murmann und Markus Doschek arbeiten an einem neuen System, um dem Ansturm auf die Karten Herr zu werden. Das Chaos sei nicht mehr zu bewältigen, skizzierten Michael Möser und Anthony Giordano den Aufwand, allen Wünschen gerecht zu werden. Zwei Drittel der Karten sind im Vorverkauf per Mail Mitgliedern vorbehalten, jedes kann bis zu acht Tickets bestellen.

Das Sommerfest am Samstag, 22. August, ist noch nicht abgesagt. Für die Auftritte des Kikeriki-Theaters Ende Oktober sind Ersatztermine vereinbart für den 22. und 23. April nächsten Jahres. Die Kampagneneröffnung mit der Vorstellung der neuen Tollitäten soll am 14. November stattfinden. Inthronisation und Rathaussturm mit Umzug laufen im Freien. Prunksitzung und Kappenabende werden „andere Arten von Veranstaltungen“ sein, kündigte Leinweber an, „aber egal was wir machen, es ist besser als nix“. (VON MICHAEL PROCHNOW)

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