Landeschef Schäfer-Gümbel zu Gast

SPD Obertshausen feiert 150-jähriges Bestehen

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Mit ihrer Einlage zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ sorgten die Frauen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) aus Offenbach in ihren historischen Gewändern für den einen oder anderen Schmunzler bei den Gästen.

Obertshausen - Vor 150 Jahren gründete sich der SPD-Ortsverein. Dieses besondere Jubiläum wurde nun gefeiert. Von Thomas Holzamer 

Stolz auf das Erreichte und den Blick fest auf die zahlreichen Herausforderungen der kommenden Jahre gerichtet – so ließe sich die Festrede von SPD-Landesvorsitzendem Thorsten Schäfer-Gümbel wohl in einem Satz zusammenfassen. Der hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen, seinen Parteigenossen in Obertshausen persönlich zum 150-jährigen Bestehen ihres Ortsvereins zu gratulieren, das nun groß gefeiert wurde.

150 Jahre sind eine lange Zeit, in der sich in Obertshausen viel getan habe, eröffnet Gastgeber Jürgen Aulbach den Abend. Für das Geleistete, aber auch das zukünftige Engagement bedankt sich der Vorsitzende der SPD Obertshausen bei allen Aktiven und Ehemaligen des Ortsvereins. „Soziale Gerechtigkeit war und ist unser Ziel“, erinnert er.

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel richtete den Blick auf die Zukunft.

„Wer jetzt eine Wahlkampfrede erwartet, denn muss ich enttäuschen“, kündigt derweil Thorsten Schäfer-Gümbel an. Schließlich gelte es an diesem Abend ein besonderes Jubiläum zu ehren, das so noch nicht viele Ortsverbände in der Umgebung gefeiert haben. Seit ihrer Gründung vor 155 Jahren habe die SPD ihre Grundwerte nicht geändert. „Und im Unterschied zu unseren Mitbewerbern wissen wir, dass unsere drei Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nur gemeinsam wirkungsmächtig sein können“, betont Schäfer-Gümbel. Denn keiner der drei könne ohne die anderen beiden existieren. Mit Stolz erfülle ihn das seit Gründung der SPD Erreichte, vom allgemeinen Wahlrecht über die Einführung des Acht-Stunden-Tages bis hin zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Auch zum Mauerfall haben mutige Sozialdemokraten im Osten und die Entspannungspolitik von Willy Brandt entscheidend beigetragen, erinnert er.

Das sollte es mit dem Ausflug in die Vergangenheit auch schon gewesen sein. „Wir sind kein Geschichtsverein, wir wollen die Verhältnisse auch in Zukunft gestalten“, fordert der SPD-Spitzenkandidat für Hessen. Ziel war und sei es daher auch zukünftig stets, den technischen Fortschritt zu nutzen und ihn zu einem sozialen zu machen. Dabei gelte es für die Sozialdemokratie, mit der Globalisierung und Digitalisierung, dem Klimawandel, der sozialen Ungleichheit und der Lohngerechtigkeit gleich fünf großen Herausforderungen gerecht zu werden.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Dabei sei es wichtig, „dass wir uns nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Nachbarn verantwortlich fühlen“, mahnt er. Die jüngsten Vorfälle in Chemnitz seien ein extremes Beispiel von einem Denken in Schwarz und Weiß, „von dem wir und dringend lösen müssen“. Stattdessen gelte es immer öfter, auch bei unterschiedlichster Meinung Kompromisse zu finden. „Wenn wir die Fähigkeit dazu verlieren, wird es richtig ernst“, warnt Schäfer-Gümbel. Denn am Ende komme es auf alle Parteien an, wenn es klappen soll. Um dafür zu werben, bedürfe es der Mitglieder vor Ort in den Ortsverbänden, denen der Landesvorsitzende mit einem Satz von Carlo Schmid Mut machte: „In der SPD ist es wie auf einem Floß, man hat ständig nasse Füße, aber man geht nicht unter.“

Mit dem Ortsverein Obertshausen verbindet SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Alex vieles, vor allem jedoch ihr Ersatzkandidat für die Landtagswahl, den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament Manuel Friedrich. „Seit Jahren sind auch unsere Themen hier vor Ort im Ortsverein präsent“, lobte sie die Arbeit der Obertshausener Genossen.

Bilder: Besucher strömen auf das Weinfest in Obertshausen

Glückwünsche vom SPD-Unterbezirk überbrachte dessen stellvertretender Vorsitzender Tuna Firat, die Grüße des Magistrats Stadträtin Hildegard Knorr.

Einen detaillierteren Blick auf die Geschichte des SPD-Ortsvereins und dessen jeweilige Vorgänger in den heute vereinten Ortsteilen hat Stadtverordnetenvorsteherin und SPD-Mitglied Julia Koerlin vorbereitet. Für das eine oder andere Schmuzeln bei den rund 100 Gästen im Bürgerhaus sorgt darüber hinaus eine kleine Einlage der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) aus Offenbach zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“. In historischen Kostümen erinnern sie gemeinsam mit der Frankfurter Schauspielerin Birgit Reibel an den mutigen Kampf der einstigen Vorreiterinnen auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung in Deutschland. Ein Feld, so mahnt Moderatorin Andrea Gerlach, auf dem es auch heute noch viel zu tun gebe.

Feierlich wird es dann noch einmal zum Schluss der Veranstaltung mit der SPD-Hymne „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“, oder „das ‘Atemlos durch die Nacht’ der Sozialdemokratie“, wie Moderatorin Andrea Gerlach für alle Nicht-Genossen im Saal erläutert.

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