Drachenreis für den Kaiser

Bei den Ferienspielen der „KiJu“ ist Teamgeist gefragt

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Gemeinsam macht’s noch mehr Spaß: Beim „Aktionstag“ besuchen die Betreuungen und Horte die Kinder- und Jugendförderung auf dem Gelände des Sportzentrums. Bei „Ninja Warrior“ waren sowohl Köpfchen als auch Muckis gefragt. 

Ob die Kinder der Ferienspiele würdig sind, den „Parcours des Samurai“ zu bestreiten, muss sich der Kaiser bei einer Portion Reis mit Dracheneiern und Tee gut überlegen.

Obertshausen – Weil er sich zum Nachdenken zurückziehen muss, schickt er seinen „Minister“ und Fachdienstleitung Kai Hennig vor.

Im Rahmen der dreiwöchigen Sommerferienspiele lädt das Team der städtischen Kinder- und Jugendförderung (KiJu) einmal pro Woche die Schulkindbetreuungen und Horte zu einem Aktionstag ein. So tummeln sich auf dem Gelände des Sportzentrums etwa 90 Kinder, die in Gruppen die einzelnen Stationen bewältigen müssen, um den Kaiser zu überzeugen. Angelehnt ist der Tag an die Fernsehsendung „Ninja Warrior“, in der ein etwas anderer Hindernisparcours bewältigt werden muss. In kindgerechter Ausführung wartet ein solcher bereits im hinteren Teil des Geländes. „Wir haben den actionreichen Teil in eine Geschichte eingebettet“, erläutert Hennig. Denn richtige Ninjas seien nicht nur schnell, sondern auch schlau.

So verbringen die Kinder aus der ersten bis siebten Klasse den Vormittag mit reichlich kniffligen Aufgaben, denn: Sie sollen für den Kaiser sein Leibgericht „kochen“. Und die Zutaten dafür müssen sich die Nachwuchsninjas erst verdienen.

Ihr Weg führt sie an Bäumen vorbei, die den Anwärtern hinterherblicken. Ob sie leise Hinweise flüstern oder ob das nur der Wind ist, der das Laub zum Rascheln bringt? „Die Masken haben wir aus einer Art Salzteig geformt“, sagt Hennig. Der Pfad führt schließlich zum „Reisbauern“. Mit Essstäbchen sollen die Kinder Korn für Korn in einen Becher mit trockenem Reis füllen. „Das war echt schwierig“, findet der zwölfjährige Jannick. Mit seinem Teampartner hat er außerdem bereits ein Drachenei und Wasser für den Tee gesammelt und für einige „Samurobis“, eine spieleigene Währung, ein Sudoku erstanden. „Wir müssen noch zum Origamimeister für eine Blume“, meint sein Gruppenpartner Marvin. Diese sei für den Tee wichtig.

In die Erstellung des Abenteuers hat das Team der KiJu etwa zehn Stunden investiert. „Dafür wollen wir es aber auch wieder in zwei oder drei Jahren anbieten“, sagt der Fachdienstleiter. Der Fundus der Ferienspiele ist abwechslungsreich: So stellten sich die Teilnehmer in der vergangenen Woche olympischen Spielen und jagen in der kommenden Woche beim „Quidditch“-Turnier dem „Schnatz“ hinterher.

Nachdem der Kaiser zu dem Entschluss gekommen ist, dass die Kinder den Pfad bestreiten dürfen, geht es schließlich in drei Gruppen los. Der Parcours unterscheidet sich von seinem Vorbild aus dem Fernsehen: „Wir legen mehr Wert auf Teamgeist und Gruppenarbeit“, sagt Hennig. So muss etwa ein 30 Kilogramm schwerer Sack um einen Pfosten herum und wieder zurück getragen werden. „Das wird alleine zu schwer“, meint er. Auch über die zwischen zwei Bäumen gespannte „Slackline“ lässt es sich mit etwas Hilfe besser balancieren. Während der Vormittag schon ordentlich Hirnschmalz erfordert hat, geht es nun an die Kraftreserven. Dabei kommt es auf Beweglichkeit, Geschick und Zielgenauigkeit an. In der Vorrunde werden die Zeiten in drei Parcours gemessen, in der Finalrunde werden diese zu einem großen Abenteuerpfad zusammengefasst. „Dem Team, das gewinnt, winkt ein Pokal“, verrät der „Minister“.

VON LISA SCHMEDEMANN

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