Umweltschutz

„Für die Tiere tut es mir leid“: Undine Zimmer klärt Grundschüler über falsch entsorgten Müll auf

Undine Zimmer (rechts) zeigt den Grundschülern, worauf sie beim Müllsammeln achten können.
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Undine Zimmer (rechts) zeigt den Grundschülern, worauf sie beim Müllsammeln achten können.

Kronkorken, Plastikdeckel, Gummiringe, Alustreifen, Bonbonpapier: Kein Festschmaus, den die Grundschüler aus dem Magen der kleinen Robbe mit dem schneeweißen Fell fischen. Zum Glück ist es nur ein Kuscheltier, das die Erstklässler der Joseph-von-Eichendorff-Schule von Müll befreien. Doch leider sieht die Wirklichkeit nicht besser aus, informiert Undine Zimmer ihre aufmerksamen Zuhörer im Klassenzimmer.

Obertshausen – Zimmer ist die Sprecherin der Initiative „Einfach bücken“ und unterrichtete vor Ferienbeginn drei Klassen der Grundschule an der Waldstraße über die Gefahren für Mensch und Tier, die achtlos weggeworfene Abfälle verursachen können.

„Ich bin mit meinem Sohn Lenny zur Schule gelaufen, dabei sind wir auf Scherben gestoßen“, erzählt das Mitglied der Naturfreunde. „Wir haben gedacht, da können sich Vögel und Eichhörnchen verletzen, und haben das Glas aufgelesen“. Seitdem ist ihre Familie mit Müllbeuteln ausgestattet, wenn sie das Haus verlässt.

So lange brauchen manche Stoffe zur Zersetzung

Es war zugleich die Gründung der heutigen Abteilung bei den Naturfreunden, erzählt sie. Mittlerweile heben rund 280 Menschen regelmäßig auf, was Andere gedankenlos fallen lassen. Sie haben Bilder im Kopf von Igeln, die in einem Plastikbecher feststecken und von Seelöwen, die mit Resten eines Fischernetzes am Kopf jagen müssen. „Für die Tiere tut’s mir leid“, sagt Zimmer.

Den Sechsjährigen offenbar auch. Mit großen Augen nehmen sie Bilder auf, die sie in den Köpfen ihrer Zuhörer zeichnet. Undine Zimmer hat aber auch ganz alltägliche Abfälle mitgebracht. Ein Trinkpäckchen hat 37 Jahre im Waldboden gelegen und hat sich überhaupt nicht abgebaut. Glas braucht 50 000 Jahre, um sich im Meerwasser zu zersetzen – im Wald tut es das überhaupt nicht, lernen die Kinder. „Und viele Sachen werden nur ein einziges Mal benutzt“, gibt der Unterrichtsgast zu bedenken.

Schüler gehen Müll sammeln

Kundig sortieren die Kinder Plastikflasche, Papierverpackung und Porzellan in Tüten für den Gelben Sack, für den Papiercontainer und den Restmüll. Die gebrauchte Maske oder der helle Kassenbon gehören übrigens in den Sondermüll. Am besten sei es, Verschluss, Etikett und Kunststoffflasche voneinander getrennt zu entsorgen.

Tags drauf machen sich Klassen von Eichendorff-, Wald- und Hesse-Schule auf, um mit Eimern und Greifern mitten in Obertshausen Müll zu sammeln. (Von Michael Prochnow)

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