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Für mehr Kaufkraft: Stadtmarketing möchte City Card für Obertshausen einführen

Die O-Card soll die Kaufkraft in Obertshausen steigern.
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Die O-Card soll die Kaufkraft in Obertshausen steigern.

Nicht nur die Kaufkraft in der Stadt steigern, sondern auch Vorteile für die Einwohner sowie die Arbeitnehmer und -geber in der Kommune generieren will das Stadtmarketing Obertshausen. Um dies zu ermöglichen, plant der Verein die Einführung einer sogenannten City Card für die Kleinstadt mit Herz, die idealerweise von städtischer Seite gefördert werden soll.

Obertshausen – Aus diesem Grund stellten die Vorstandsmitglieder Holger Bischoff und Steffen Bogdahn das Projekt jüngst im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss vor, um die Stadtverordneten von dem Vorzügen zu überzeugen.

Wenn ein Kunde mit der O-Card, wie die City Card für Obertshausen heißen soll, zahlt, soll dieser einen Sammelrabatt gutgeschrieben bekommen. Nutzen könne man die Karte bei sogenannten Akzeptanzstellen. So werden alle Geschäfte und Betriebe genannt, die die O-Card akzeptieren. Auf Nachfrage der Stadtverordneten erklärte Bogdahn zudem, dass man sich dabei nicht auf eine Branche beschränken wolle. Es werde jedoch schwer sein, die großen Handelsketten wie Rewe oder Edeka mit einzubinden, da diese über andere Kassen- und Bezahlsysteme verfügten als die meisten Einzelhändler.

Ziel: 40 Akzeptanzstellen im ersten Jahr

Als weitere Funktion neben dem Sammeln von Rabatt seien mögliche Sachbezüge für Mitarbeiter von in Obertshausen ansässigen Unternehmen denkbar. Man könne also steuer- und sozialversicherungsfreie Beiträge auf der Karte hinterlegen, mit denen die Mitarbeiter bei den Akzeptanzstellen einkaufen können. „Der Vorteil wäre, dass das Geld dann nur in Obertshausen ausgegeben werden kann und so weitere Kaufkraft für die Stadt schafft“, erläutert Bogdahn.

Im ersten Jahr rechnet der Verein nach eigener Aussage damit, vierzig Akzeptanzstellen für das Projekt gewinnen zu können. „Das mag zwar ambitioniert, aber realistisch sein“, ordnet Bogdahn die Ziele des Vereins ein. Zudem plane man, zehn Vereine für das Projekt zu gewinnen, denen gesammelte Punkte gespendet werden könnten.

23 700 Euro Kosten im ersten Jahr

Wie hoch genau die Umsatzsteigerung der teilnehmenden Akzeptanzstellen ausfallen würden, könne nicht genau gesagt werden. „Die Anbieter sprechen von einer Steigerung von bis zu 50 Prozent, was ich persönlich für sehr viel halte“, sagte Bogdahn im Ausschuss. Er selbst sehe diese Werte skeptisch, da eine solche Steigerung diverse Gründe haben könne. Im Gespräch mit anderen Kommunen, die eine vergleichbare Karte eingeführt haben, sei hingegen von zehn bis 20 Prozent die Rede gewesen. „Das halte ich für wesentlich realistischer.“ Vor allem die angestrebten Mitarbeiterkarten sei ausgiebig genutzt worden und somit ein Erfolgsfaktor gewesen.

Nach eigener Kostenrechnung soll die Einführung der Karte 5 000 Euro kosten, wozu pro System-Teilnehmer eine einmalige Lizenzgebühr von 75 Euro hinzukommen. Die Betriebskosten belaufen sich laut Verein auf monatlich 250 Euro. Rechnet man noch Werbekosten von 4 100 Euro hinzu, kostet die O-Card im ersten Jahr 23 700 Euro.

Ausschuss empfiehlt die Förderung

Aus diesem Grund erbat der Verein eine Förderung in Höhe von 20 000 Euro. Die restlichen Kosten sollen durch Sponsoringverträge generiert werden.

Die Fraktionen sprachen sich alle für das Projekt aus und votierten einstimmig für den Antrag, der nun mit einer Beschlussempfehlung in die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung eingebracht wird.

Stimmt das Parlament auch für die Förderung, kann die Arbeit des Stadtmarketings in die heiße Phase gehen. Ziel ist es, die Karte zu der Veranstaltung „Heimatshoppen“ am 10. und 11. September in Obertshausen der Öffentlichkeit vorzustellen. (Von Jan Max Gepperth)

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