Mit Fleiß aus der Krise eine Chance gemacht

Obertshausen: Georg-Kerschensteiner-Schule verabschiedet einen ihrer erfolgreichsten Abiturienten-Jahrgänge

Erfolgreicher Abschluss: Für ihre Leistungen gab es für die Chemie-Asse Lisa Schulz (von links) und Alexander Kestner sowie die Jahrgangsbesten Lisa Bengez und Maximilian Stein Lob von Schulleiter Dirk Ruber (hinten) und Abteilungsleiterin Andrea Andreae. Foto: m
+
Erfolgreicher Abschluss: Für ihre Leistungen gab es für die Chemie-Asse Lisa Schulz (von links) und Alexander Kestner sowie die Jahrgangsbesten Lisa Bengez und Maximilian Stein Lob von Schulleiter Dirk Ruber (hinten) und Abteilungsleiterin Andrea Andreae.

Fast wie den Abc-Schützen erging es unter den Corona-Beschränkungen auch den Abiturienten der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS). Um in ihre Prüfungsräume zu gelangen, mussten sie sich auf dem Schulhof aufstellen, um dann im Gänsemarsch ins Gebäude zu gehen.

Obertshausen – Geschadet hat es nicht, der Jahrgang 2020 erwies sich als außergewöhnlich diszipliniert, lobten die Lehrkräfte bei der Zeugnisübergabe im Klassenverband. Und als einer der erfolgreichsten überhaupt.

„Ich bin die stolzeste Tutorin“, verkündete Ernährungslehre-Lehrerin Eva Schramm in der Turnhalle der Beruflichen Schulen. „15 Schüler sind angetreten, 15 werden verabschiedet – ich habe nichts anderes erwartet.“ Mit Charaktereigenschaften passend zum Anfangsbuchstaben ihres Vornamen lobte sie jeden der sehr sozialen und motivierten jungen Leute der 13BG5.

Aus ihrer Klasse stammen auch zwei der besten Absolventen. Lisa Bengez steht mit der Durchschnittsnote 1,1 an der Spitze. Maximilian Stein erreichte die 1,4, ebenso Sophie-Marie Dreger aus der 13BG1, Johanna Luft (13BG6) und Isabel Wentzel (13BG8), Samet Ata aus der 13BG1 schaffte eine 1,3. Zudem befanden sich zwei Chemie-Asse in der Schramm-Gruppe, Schulleiter Dirk Ruber zeichnete Lisa Schulz und Alexander Kestner, ferner Katharina Schienbein (13BG6) aus. Für besondere Leistungen in Physik ehrte er Michele Kellermann (13BG4).

Aufgabe des Direktors sei es nun auch, „die Schüler in Augenschein zu nehmen, dass alle gesund sind“. Das haber er freilich „immer erkannt“, scherzte er. Die aktuelle Situation sei „ziemlich bizarr“, findet Ruber. „Zum Glück konntet ihr nicht mein Grinsen hinter der Maske sehen.“ Die Lehrer haben „sich wirklich gefreut“, dass trotz der Änderungen alles klappte. „Wir sind keine Gegner, sondern Menschen, die Ihnen etwas Gutes wollen“, gab Ruber mit auf den Weg. Und: „Eine Entscheidung zu ändern ist keine Niederlage, sondern Entwicklung. Vielleicht ist ein anderer Weg der bessere.“

Das „B“ von „Abi“ sei beim Aufblasen der Heliumbuchstaben geplatzt, entschuldigte Andrea Andrae von der Schulleitung den Ersatzbuchstaben in der Dekoration. „Wir haben in den vergangenen Wochen viel improvisiert, aber das macht den Charme aus“, befand die Abteilungsleiterin. „Und wir haben in letzter Minute alles ganz toll hinbekommen.“ Ob die nun geltenden Regeln ein Problem oder eine Chance bedeuten, sei eine Frage der Einstellung.

Die Abiturienten hätten die zweite Sichtweise bevorzugt, „aber die fordert Ausdauer und Disziplin“. Damit haben sie das Mehr an freien Tage zum Lernen genutzt, seien stets pünktlich gekommen und haben ausdauernd in der Kälte auf den Klebemarkierungen gewartet. Eva Schramm lobte „die positive Einstellung, den Optimismus und den Willen, dieses Abi durchzuziehen. Ihr bleibt mir in Erinnerung wie kein anderer Jahrgang“, sagte sie.

Insgesamt legten an der „Kerschensteiner“ 113 Mädchen und Jungen die allgemeine Hochschulreife ab. Auf den Abi-Ball müssen sie jedoch vorerst noch verzichten.

VON MICHAEL PROCHNOW

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare