Megas Alexandros

Griechische Gemeinschaft feiert 25-jähriges Bestehen

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Tradition und Reichtum griechischer Musik und Tänze werden beim Verein Megas Alexandros gepflegt. 

Obertshausen - „Mega Alexandros“ – der „Große Alexander“ – ist vielleicht nicht der größte Verein von Migranten in der Stadt, aber einer der aktivsten. Ziel der 125 Mitglieder ist, die griechische Kultur an den Nachwuchs weiterzugeben und in der neuen Heimat zu präsentieren. Von Michael Prochnow 

Mit ihrer Neujahrsfeier am Samstag zelebriert die Gemeinschaft auch ihr 25-jähriges Bestehen. Es war der 31. Oktober 1993, als 20 Landsleute „Megas Alexandros“ aus der Taufe hoben und einen siebenköpfigen Vorstand unter Leitung von Georgios Kostas wählten. Der Elektroingenieur hat das Vorhaben vorangerieben, zusammen mit Elisabeth und Basilios Savvidis, der bereits Vorstandserfahrung aus dem Frankfurter Verein der Pontos-Griechen einbrachte. Kostas führte zehn Jahre die Geschicke des Vereins, zwischenzeitlich übernahm Anastasios Chalkidis die Leitung. 2005 folgte Eleni Kechagia, 2007 sprang Basilios Savvidis in eine Vakanz, zwei Jahre später übernahm Dr. Nikolaos Bademis.

Seit 15 Jahren sitzt der Mediziner Dr. Savvas Savvidis im Vorstand, die letzten sechs als Vorsitzender. „Wir sind zusammengekommen, um unseren Kinder die Kultur Griechenlands zu vermitteln“, informiert der Sprecher, „aber auch, um Gesicht zu zeigen als Griechen“. Das gelingt „Megas“ ganz gut, ein fester Veranstaltungskanon führt die Südost-Europäer durchs Jahr.

Nach der Neujahrsfeier folgt das Osterfest, das bei den orthodoxen Griechen oft von dem der westlichen Christen abweicht. Der Verein trifft sich zu Muttertag und Grillfest. Zum ersten Weihnachtsfeiertag übt die professionelle Tanzlehrerin Sumela Fitopoulou, die seit fast 15 Jahren in Obertshausen lehrt, jedes Jahr eine Choreografie aus einer anderen Region oder Epoche ein. So vermittelt sie dem Nachwuchs intensiv Tradition und Reichtum griechischer Musik und Tänze, argumentiert Dr. Savvidis.

31 Aktive trainiert sie, von Dreikäsehoch über Schulkinder bis zu jungen Erwachsenen mit 17 und 19 Jahren. Die Formationen treten auch bei Europafest und Kerb auf, am Tag der Vereine, beim Pfarrfest sowie bei vielen Anlässen anderer Vereine. Zwei Ausstellungen griechischer Künstler eröffneten die Aktiven. Außerdem organisiert der Vorstand alljährlich einen Ausflug mit kulturellem Ziel. So reisten die Griechen ins Allgäu und ins Salzburger Land, lernten Heidelberg, Bamberg, Würzburg, Prag und Straßburg sowie die Partnerstädte Laakirchen und Meiningen kennen.

Sie sind auch immer bei der Aktion „Sauberhaftes Hessen“ dabei. Mitglieder des Vorstands vertreten „Megas Alexandros“ beim Volkstrauertag, „weil wir uns auch hier erinnern wollen“, betont der Vorsitzende. „Wir empfinden das als unsere Pflicht, hier ist auch ein Stück Heimat, wir wollen Gesicht zeigen“, sagt Savvidis, „und Leid hat kein Gesicht und keine Nation“.

2015 beleuchtete er mit zwei Mediziner-Kollegen aus dem Vorstand die „Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Gesundheitsversorgung in Griechenland“. Die Zahl der HIV-Fälle sei explodiert, Malaria sei wieder aufgetaucht, die psychische Gesundheit leide, massive Depressionen werden diagnostiziert und die Suizidrate stieg um 45 Prozent. Auch Kinderarmut und die Zahl der Totgeburten stieg, informierten die Experten. Viele Landsleute kamen nach Offenbach, vor allem qualifizierte Zuwanderer. Fünf neue Familien schlossen sich dem Obertshausener Verein an.

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Der hilft mannigfaltig, auch mit dem Kalanta-Singen zu Weihnachten und seinem Erlös, hilfesuchenden Griechen in ihrer Heimat und hierzulande. Seit 1995 ist „Megas Alexandros“ samstags im Saal der Turngesellschaft Hausen daheim, die Christen pflegen aber auch eine enge Verbindung zur griechisch-orthodoxen Allerheiligen-Gemeinde in Offenbach-Tempelsee. Mit der Folkloregruppe gestalten sie das Gemeindefest mit und treten an den Nationalfeiertagen, 25. März und 28. Oktober, auf.

Für die Zukunft erhofft sich Savvidis, dass die Kinder der ersten Generation ihren Nachwuchs mitbringen. Der Leiter möchte das soziale Engagement schärfen und wieder muttersprachlichen Unterricht anbieten, denn „die Sprache ist sehr wichtig“.

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