Friedhof am Rembrücker Weg

Belegung auch nach 2025: Große Koalition will Friedhofsbetrieb weiterführen

Unter Denkmalschutz: Die historische Wagenhalle samt Mauer und die Ehrenmale auf dem Friedhofsgelände müsste die Stadt auch nach einer Schließung instandhalten. Foto: holzamer

Herzensangelegenheit, Wahlkampfthema und zuletzt auch Teil der repräsentativen Bürgerbefragung – seit vielen Jahren bewegt die Zukunft des Alten Friedhofs am Rembrücker Weg die Gemüter vieler Bürger und ladet regelmäßig auf der Agenda der Lokalpolitik.

Obertshausen – Nun soll in der kommenden Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung für den Weiterbetrieb auch über das Jahr 2025 hinaus fallen, kündigt die Fraktion der CDU an. Einen dementsprechenden Antrag, den auch der Koalitionspartner SPD unterstütze, wollen die Christdemokraten stellen.

„Der Friedhof ist mit den Ruhestätten für die verstorbenen Ehrenbürger unserer Stadt und der Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege sowie den Opfern von Vertreibung und Verfolgung von besonderer historischer und kultureller Bedeutung für die Stadt und ihre Einwohner“, erläutert CDU-Fraktionsmitglied Hildegard Ott. Sie ist auch Vorsitzende des eigens zum Erhalt des Alten Friedhofs gegründeten Fördervereins. Auch die Möglichkeit, sich weiterhin in einem Familiengrab mit geliebten, bereits verstorbenen Familienmitgliedern beisetzen zu lassen sei ihrer Partei ein Anliegen.

Denn nach dem aktuell gültigen Beschluss, der noch aus den 1970er-Jahren stammt, sollen Bestattungen am Rembrücker Weg nur noch bis zum 31. Dezember 2025 möglich sein. Nach einer Übergangsfrist, die die gesetzlich vorgeschriebenen Liegezeiten berücksichtigt, würde der Friedhof dann zum 31. Dezember 2050 geschlossen werden.

Verschiedene Möglichkeiten, was aus dem Gelände im Anschluss werden könnte, hatten die Stadtverordneten von der Verwaltung zuvor prüfen lassen. Soweit soll es jedoch erst gar nicht kommen, geht es nach der Großen Koalition.

Nach dem Thema befragt, hatten sich in der repräsentativen Bürgerbefragung rund 30 Prozent der Teilnehmer für die vollständige Weiternutzung des Geländes samt Trauerhalle votiert. „Bei Grundsatzentscheidungen finden wir es wichtig, die Bürger mit ins Boot zu holen, die gerade eingetroffenen Ergebnisse der ersten Bürgerbefragung zum Thema Friedhof bestätigen diese politische Überzeugung“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Manuel Friedrich. Diese zeigten eine breite Mehrheit für den Erhalt und die Weiternutzung als städtische Begräbnisstätte, der sich auch die SPD-Fraktion anschließe.

„Die bereits im letzten Jahr vorgestellte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zeigt, dass es auch finanziell sinnvoller ist, die Kosten für die Pflege der Anlage weiterhin über die Bestattungsgebühren decken zu können“, sagt CDU-Fraktionschef Anthony Giordano. „Die Große Koalition wird daher für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag auf Änderung der Friedhofsordnung einbringen“, kündigt er an.

Von Thomas Holzamer

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