Wunderkerzen um Mitternacht

Großes Silvesterfest im Bürgerhaus mit viel Musik zum Tanzen

Zur Musik der Jet Set Band XL mit Tom Jeutter und Sängerin Kim wurde viel getanzt bei der Silvesterfeier im Bürgerhaus Hausen. Foto: PROcHNOW

Wer den Jahreswechsel in angenehmer Gesellschaft begehen möchte, den plagt zumindest nicht die Qual der Wahl. In der Stadt Obertshausen gab es diesmal nur eine einzige große Feier, den Silvesterball im Bürgerhaus Hausen.

Obertshausen – Zum vierten Mal hatte Gastronom Miron Mioc eingeladen und die Jet Set Band XL, eine Formation des Hauseners Thomas Jeutter, engagiert.

Rund 400 Gäste tummelten sich in der „gut’ Stubb’“ der Stadt, genossen zunächst etwas ruhigere Takte. „I Just Called To Say I Love You“ von Stevie Wonder hieß die Feierlustigen willkommen, „Movie Star“ von Harpo und Wiener Walzertakte. Auch „Celebration“ von Cool & The Gang diente dazu, die Stimmung anzuheizen. Große Aufmerksamkeit gewann die Formation dabei mit ihrer neuen, international gebuchten Sängerin Kim.

Sie brachte die angesagten deutschen Schlager von Helene Fischer und Andrea Berg, erinnerte mit ihrer souligen Stimme aber auch an Hits der amerikanischen Geschwister Richard und Karen Anne Carpenter oder an den verstorbenen britischen Stern am Pophimmel, Amy Winehouse. Kim gefiel mit Disco-Stücken von Sister Sledge und Donna Summer aus den 1970er und 1980er Jahren, zu denen das Publikum das Parkett dicht bevölkerte.

Viel Lob und Anerkennung spendeten die Besucher auch dem Team des Bürgerhaus-Wirts. Miron Mioc hatte mit mehr als zwei Dutzend Mitarbeitern seit Wochen das stattliche Büfett vorbereitet. Pochierter Lachs, Kaviar und Schinken auf Melone zierten die Vorspeisen-Karte. Allein zwölf verschiedene Hauptgerichte folgten, von Wild über Rind, Schwein und Lamm bis zu Fisch-Spezialitäten, dazu eine breite Palette an Beilagen.

„Das geht nur, weil meine ganze Familie mit anpackt“, erklärte Gastgeber Mioc. Neben seinem Bruder waren auch die Kinder, die zum Teil eigene Restaurants betreiben, im Einsatz. Die vorausgegangene „X-mas-Party“ dagegen können weder Mioc noch Jeutter weiterführen, verkündeten die beiden Veranstalter. Beide kritisieren den Ausstieg der Stadt, die alle Kosten für die Bürgerhaus-Nutzung dem Wirt auferlegt.

„Jeder Tisch, jede Lampe muss extra bezahlt werden“, erläuterte Mioc, der auch Kosten für Personal, Brandschutz und Musikrechte anführte. „Diese Ausgaben können durch Eintritt, Imbiss- und Getränke-Verkauf nicht gedeckt werden“. Die Verantwortlichen der Kommune führten somit die Entscheidung herbei, dass die flotte Tradition vorm vierten Advent stirbt. Die Sause zu Silvester aber trage sich durch den pauschalen Teilnahmepreis.

Es waren überwiegend Bürger reiferer Generationen, die sich an dem gediegenem Ambiente erfreuten. Manche feierten den Jahreswechsel mit langen Wunderkerzen im Freien und verfolgten das Feuerwerkspektakel, das Nachbarn rund um die Tempelhofer Straße abfeuerten. Drinnen ging es weiter mit dem süßen Dessert, zu dem Toms Jet mit Classic Rock beitrug. Das Finale feierten die Musiker am frühen Morgen mit „Now Or Never“– „Jetzt oder Nie“ – von Elvis Presley. Und mit „Purple Rain“ von Prince. Tänzer und Auditorium wussten das abwechslungsreiche und hochklassig interpretierte Musikprogramm mit viel Applaus zu würdigen.

VON MICHAEL PROCHNOW

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