Schutzstreifen entlang der Bahnhofstraße

Grüne fordern mehr Sicherheit für Radfahrer

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Schmal und gefährlich: Vor allem zu Stoßzeiten bleibt entlang der Bahnhofstraße wenig Platz für Radfahrer.

Obertshausen – Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer auf der Bahnhofstraße und zusätzliche Abstellmöglichkeiten rund um Obertshausens S-Bahnstation hat die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung im Blick. Von Thomas Holzamer

Mit einem Antrag für die kommende Sitzung wollen die Grünen den Magistrat gemeinsam mit dem runden Tisch Nahmobilität mit der Suche nach Möglichkeiten beauftragen, die die Sicherheit für Radler auf dem Abschnitt zwischen Alexanderstraße und Im Hasenwinkel auf der einen und von der Leipziger Straße bis zum Omegatunnel auf der anderen Seite erhöhen. Dies könnte etwa mithilfe von Schutzstreifen für Radfahrer geschehen, regt die Fraktion an.

Neu ist die Problematik nicht. Bereits 2012 sei im Verkehrsentwicklungsplan für Obertshausen darauf hingewiesen worden, dass entlang der Hauptverkehrsstraßen wesentliche Defizite bei der Sicherheit für Radfahrer bestehen. Auf beiden Straßenseiten enden die Radwege an diesem Abschnitt abrupt. Die Folge sei, dass sich Fußgänger und Radfahrer regelmäßig auf den schmalen Bürgersteigen drängen, so die Begründung. „Es wurde zwar schon viel geprüft und untersucht aber verbessert wurde noch nichts“, erläutert Grünen-Fraktionsmitglied Christel Wenzel-Saggel im Umwelt- Verkehr- und Bauausschuss. Daher wolle ihre Fraktion das Thema wieder auf die Tagesordnung bringen.

So hatte vor einiger Zeit auch der Verkehrsexperte Prof. Dr. Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit rund um die Einmündung der Straße „Im Hasenwinkel“ vorgestellt. Mit den Ergebnissen der bisherigen Prüfungen haben sich die Stadtverordneten bereits beschäftigt und auch Geld für die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen in den städtischen Haushalt eingeplant, erinnert SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel Friedrich. Doch unter anderem habe da auch die Polizei seinerzeit davon abgeraten.

Das Ansinnen, die Situation für die Fahrradfahrer zu verbessern, teilen auch Obertshausens Freidemokraten. Diese sähen jedoch lieber den Ausbau alternativer Routen auf den parallel verlaufenden Straßen, wie FDP-Fraktionsmitglied Matthias Krug erläutert. So müssten bei der Schaffung von Schutzstreifen auf dem ohnehin schon engen Teilstück der Bahnhofstraße die wenigen verbliebenen Parkplätze an dieser Stelle wegfallen. Das sei den Inhabern der Geschäfte an dieser Stelle nicht zuzumuten. Diese hätten bereits in der Vergangenheit beim Bau des Tunnels empfindliche Umsatzeinbußen verzeichnet, weil viele Kunden aufgrund fehlender Parkplätze ausgeblieben seien.

Das Argument will man jedoch bei den Grünen nicht gelten lassen. Beide dort ansässigen Geschäfte verfügten über eigene Parkplätze im Hof, die müssten die Kunden nur nutzen, bekräftigt Wenzel-Saggel. Auch die CDU wolle keine weitere Reduzierung der Parkplätze entlang der Bahnhofstraße, betont dagegen deren Mitglied Hildegard Ott. Auch sie spricht sich dafür aus, stattdessen lieber Ausweichrouten attraktiver zu gestalten. „Ich bin selbst viel mit dem Rad unterwegs und fahre gerne ein paar Meter weiter, um nicht auf die Bahnhofstraße zu müssen“, stellt sie fest. Freilich, Ausweichrouten könne sich jeder erschließen, bestätigt BfO-Fraktionschef Rudolf Schulz. „Wir müssen aber auch an die denken, die den direkten Weg suchen“, fordert er. Und Schutzstreifen auf einer Seite seien allemal möglich, das habe auch der Verkehrsexperte festgestellt. Eine Beschlussempfehlung gab der Ausschuss nicht.

So kommen Radfahrer gut durch den Winter

Mit einem weiteren Antrag möchten die Grünen zudem die Möglichkeiten ausloten, am S-Bahnhof zusätzliche Fahrradboxen oder eine doppelstöckige Fahrradabstellanlage zu installieren. Dazu soll die Verwaltung gleichzeitig etwaige Fördermöglichkeiten ausloten, lautet der Wunsch der Fraktion.

„Da sind wir bereits dran“, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser. So seien im aktuellen Doppelhaushalt bereits 20 .000 Euro für zusätzliche Fahrradboxen eingeplant und auch ein Standort sei bereits angedacht. Zudem stehe die Verwaltung zu diesem Thema bereits im Kontakt mit der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG). „Falls vier Städte zusammenkommen, die sich anschließen, besteht auch die Chance auf Fördermittel“, avisiert der Erste Stadtrat.

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