Klimaschutz im Kleinen

Grüne wollen in Obertshausen Dächer von Bushaltestellen bepflanzen lassen

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Haltestelle mit Bienen-Imbiss: Wie das aussehen könnte, zeigt unsere Fotomontage des Wartehäuschens an der Heusenstammer Straße. 

Die Grünen in Obertshausen wollen die Dächer von Bushaltestellen bepflanzen lassen. Dies soll gleich mehrere Beiträge zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Obertshausen – Es bietet Lebensraum und Nahrung für Insekten, nimmt CO2 auf und filtert zugleich Feinstaub aus der Luft. Damit sieht das Grün im städtischen Raum nicht nur schön aus, sondern leistet gleich mehrere Beiträge zum Klimaschutz. Grund genug für Obertshausens Bündnisgrüne, im Stadtgebiet nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, um die Zahl der Pflanzen zu erhöhen. Dazu greift die Fraktion nun eine Idee auf, die andernorts bereits Schule gemacht hat: die Begrünung von Dächern und Seitenwänden an Bushaltestellen.

Umgesetzt wir das Konzept unter anderem bereits in der niederländischen Stadt Utrecht. Dort sind die Dächer von mehr als 300 Bushaltestellen bepflanzt und sollen als „Bee-Stops“ – Bienen-Haltestellen, den nützlichen Insekten eine zusätzliche Nahrungsquelle bieten.

Und auch zahlreiche deutsche Kommunen wie Düsseldorf, Münster oder Leipzig wollen die Idee umsetzen. „Das erste von 900 steht!“, hatte die Stadt Leipzig bereits Anfang Juli via Twitter verkündet. Ein Teil der Wartehäuschen dort soll zudem mit Solarzellen ausgestattet werden.

Mit einem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung kommenden Monat wollen die Grünen den Magistrat mit einer Machbarkeitsprüfung der Idee beauftragen. Dabei soll unter anderem festgestellt werden, ob die Statik der vorhandenen Wartehäuschen eine Begrünung der Dächer und Seitenwände erlauben würde. Auch welche Pflanzen für eine solche Begrünung und für Insekten am besten geeignet und mit welchen Kosten für die Umsetzung der Idee zu rechen wäre, soll dabei geprüft werden.

Finanziert werden könnte ein solches Projekt, so die Hoffnung der Fraktion, eventuell mit der Unterstützung von Spenden. Zudem soll der Magistrat bei seiner Prüfung ermitteln, ob darüber hinaus mögliche Zuschüsse aus Fördermitteln beantragt werden könnten.

„Die Idee, Bushaltestellen mit Gründächern auszustatten, ist nicht neu und hat sich in verschiedenen Städten bereits bewährt“, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christel Wenzel-Saggel. Gerade in den stark bebauten Innenstädten sei die Schaffung von Grüninseln eine sinnvolle Maßnahme zur Stärkung der Artenvielfalt. „Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass bei einer Bepflanzung eine pflegeleichte Umsetzung möglich ist, die im Umfeld auch zur Senkung von hohen Temperaturen in den zu erwartenden weiteren heißen Sommermonaten beitragen kann“, so die Antragsbegründung.

„Der Wunsch, unversiegelte Flächen zu schaffen und zu erhalten, ist als Umweltpartei natürlich unser Anliegen“, erläutert Wenzel-Saggel.

Da liege es natürlich nahe, eine solche Idee auch in der Kleinstadt mit Herz anzugehen. Dies sei darüber hinaus nicht nur an öffentlichen Gebäuden und Plätzen notwendig. Auch im privaten Rahmen lasse sich die Begrünung kleiner Flächen leicht umsetzen. „Ich habe so etwas Ähnliches auch schon bei Privatleuten gesehen, die beispielsweise die Überdachung für ihre Mülltonnen bepflanzt haben“, berichtet Christel Wenzel-Saggel. Darüber hinaus eigneten sich auch die Dächer von Garagen für eine Begrünung, vorausgesetzt die Statik lasse dies zu.

Von Thomas Holzamer

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