Corona-Krise 

Obertshausens Grundschulen müssen Unterricht umplanen: „Es gibt keine Blaupause“

Weiterhin geschlossen: Nur die Kinder, die die Notbetreuung besuchen, dürfen Montag in die Sonnentauschule. 
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Weiterhin geschlossen: Nur die Kinder, die die Notbetreuung besuchen, dürfen Montag in die Sonnentauschule. 

Hektisch ist es vermutlich gestern an den Grundschulen gewesen. Auch an denen in Obertshausen. Dann kam die Absage. 

Obertshausen – Bis zum Mittag arbeiteten die Kollegien der Sonnentau-, der Wald- und der Eichendorffschule daran, die Räume für die eigentlich am Montag wiederkehrenden Viertklässler vorzubereiten. Eigentlich .

Quasi überrumpelt wurden die Schulleiter der drei Obertshausener Einrichtungen vom Urteil des Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Nur kurz zuvor sprachen Elke John, Alexandra Hahn und Mischa Sendelbach mit unserer Zeitung über die Vorbereitungen und Maßnahmen, die sie umsetzen wollten oder mussten. Nur wenige Minuten später mussten sie zurückrudern.

„Das ist alles hinfällig“, sagt Alexandra Hahn, Leiterin der Eichendorff-Schule. Anstatt sich auf die Gesichter der Viertklässler zu freuen, musste sie den Unterricht wieder umplanen. Sie hatte sich zusammen mit den Lehrern der vierten Klassen überlegt, wie die Stunden im Schicht-Betrieb in den kommenden Tagen aussehen sollten – natürlich anders als im eigenen Zuhause.

Angefangen vom Aufteilen der Klassen über das Verrücken der Tische, das Planen der Ankomm- und Pausenzeiten oder auch dem Umplanen der Notfallbetreuung: „Alles an Listen ist nun hinfällig“, sagt Hahn. Informationen konnte sie am Freitagmittag noch nicht an Eltern weitergeben, „ich warte auf die Mitteilung des Schulamts“. Erst dann könnte sie Eltern, aber auch Lehrer informieren und entsprechend umplanen. Allein sechs Kollegen hatte sie aus der Notfallbetreuung heraus genommen, damit sie am Montag Klassen unterrichten könnten.

„Wir müssen uns jetzt umorientieren“, sagt auch Waldschulleiterin John. „Es gibt keine Blaupause für die jetzige Situation“, meint John und beweist, wie flexibel die Leitungen und Lehrer zurzeit sein müssen. Dass die Vorbereitungen – Raumplanung oder auch das Umsetzen von Hygienevorschriften – umsonst gewesen wären, sieht sie nicht: „Die Vorbereitung wird später noch nutzbar sein“, sagt John. Denn die Hygienebestimmungen und Abstandsregelungen würden jeden noch eine Weile begleiten.

An der Sonntauschule, berichtet Leiter Mischa Sendelbach, spreche man auch über einen freiwilligen Schulbesuch: „Ich habe Rückmeldung von Eltern, die ihre Kinder auch ohne eine Pflicht zu uns schicken würden.“ Auch an seiner Grundschule waren viele Absprachen – ein Drittel der Belegschaft zählt zur Risikogruppe – nötig. „Eine kommunikative Herausforderung“, wie er sagt.

Von Yvonne Fitzenberger

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