Hans-Jürgen Costa verschenkt 50 Liter seines Blutes

Entdeckung der sozialen Ader

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Viele Dutzend Liter Blut sind den noblen Spendern schon abgezapft worden. Fürs hundertste Mal gab es Uhr, Urkunde und Präsentkörbchen vom DRK.

Obertshausen - Am Montagabend haben 143 Menschen im Hausener Bürgerhaus Blut gespendet. Es könnten gerne mehr sein. Denn gerade in der Ferienzeit sind Kranke auf viele Spender angewiesen. Von Rebecca Röhrich 

Es war die Gelegenheit, die Hans-Jürgen Costa zum Blutspender machte. „Ich und ein Kumpel wollten unsere Blutgruppe wissen, die erfährt man ja, wenn man es das erst mal macht“, erzählt der Obertshausener. 30 Jahre später ist er immer noch dabei. Seine Blutgruppe kennt er natürlich schon lange auswendig. Aber jetzt treibt den 53-Jährigen vor allem das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, zu den Blutspendeterminen ins Hausener Bürgerhaus. Fünf Mal im Jahr lässt er sich dort den Lebenssaft abzapfen. Beim Blutspendetermin am Montagabend war es für Costa und einen weiteren Spender das 100. Mal. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Christine Winkler, Werbereferentin des DRK. Deshalb werden die engagierten Spender mit einer Uhr, einem Präsentkorb und einer Urkunde bedacht. „Auf die Uhr wird ganz dezent der Name des Spenders eingraviert“, erzählt Winkler. Es soll ein einzigartiges Geschenk für hilfsbereite Menschen sein. Denn fürs Blut gibt es kein Geld. Allerdings zur Stärkung nach der Entnahme Kaffee, Cola oder ein Würstchen. Anschließend wird die Spende untersucht und zu drei unterschiedlichen Endprodukten weiter verarbeitet. Leider sind die nicht lange haltbar.

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Blutnachschub in Krankenhäusern wird kontinuierlich gebraucht, erklärt Winkler. Vor allem in der Ferienzeit und auch im feiertagsträchtigen Mai würden die Vorräte knapp. Gerade dann seien Neuspender besonders willkommen, weil viele regelmäßige Spender im Urlaub seien, erzählt die DRK-Referentin. Wider die allgemeine Annahme, vor allem Unfallopfer würden Blut benötigen, werden die Präparate häufig für Krebspatienten verwendet. Sie machen 19 Prozent der Bedürftigen aus, dicht gefolgt von Menschen mit Herz-, Magen und Darmerkrankungen. Unfallopfer kommen auf der Empfängerliste an dritter Stelle. Vor allem Krebspatienten benötigen eine spezielle Blutkonserve, die sich nicht länger als vier Tage hält.

Spenden kann jeder Gesunde zwischen 18 und 72 Jahren. Erstspender dürfen nicht älter als 64 sein. Und die eigene Blutgruppe erfährt man dabei wie einst Hans-Jürgen Costa auch noch. Hilfreich für den Fall, dass man irgendwann selbst auf eine Spende angewiesen ist. Die nächsten Blutspendentermine in der näheren Umgebung finden sich auf www.blutspende.de.

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