Zeitreise in die Vergangenheit

Heimat- und Geschichtsverein präsentiert neue Chronik der Stadt

Finanzielle Unterstützung für das Projekt gab es von der „Karl und Ruth Mayer Stiftung“ sowie von der Stiftung „Miteinander leben“ des Kreises: Celine Kleckow (von links) und Katherine Mayer, HGV-Vorsitzender Armin Paul, Landrat Oliver Quilling, Bürgermeister Roger Winter und Markus Härtter, Geschäftsführer von „Miteinander leben“ bei der Scheckübergabe.
+
Finanzielle Unterstützung für das Projekt gab es von der „Karl und Ruth Mayer Stiftung“ sowie von der Stiftung „Miteinander leben“ des Kreises: Celine Kleckow (von links) und Katherine Mayer, HGV-Vorsitzender Armin Paul, Landrat Oliver Quilling, Bürgermeister Roger Winter und Markus Härtter, Geschäftsführer von „Miteinander leben“ bei der Scheckübergabe.

Obertshausen - Rund 25 Jahre sind seit dem Erscheinen der letzten Chronik der Stadt vergangen. Nun hat der Heimat- und Geschichtsverein eine Neufassung vorgelegt. Von Thomas Holzamer

Stapelweise Texte, tausende Bilder und jede Menge Geschichten – es war eine Mammutaufgabe, die sich die Aktiven des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Obertshausen da vorgenommen hatten. Eine neue Chronik für die Stadt, von ihren Wurzeln bis heute wollten sie zusammenstellen. Das fertige Buch mit dem Titel „Unser Obertshausen – eine Zeitreise durch unsere Heimat“ hat der Verein nun präsentiert. Zwar gab es derlei Werke bereits in der Vergangenheit, das jüngste, zusammengestellt von Dr. Klaus Werner und Jörg Füllgrabe, reicht jedoch nicht in über das Jahr 1993 hinaus. So stand am Anfang des langen Weges zur neuen Chronik Ende 2014 ein Gespräch zwischen der damaligen Vorsitzenden des HGV, Melitta Matthes, und dem gerade frisch ins Amt gewählten Bürgermeister Roger Winter. „Es war mir eine Herzensangelegenheit“, erzählt Letzterer bei der Präsentation der neuen Annalen im Karl-Mayer-Haus. Im Herbst 2015 seien sich Geschichtsverein und Verwaltung schließlich einig gewesen, das Projekt auf den Weg zu bringen, erinnert sich HGV-Vorsitzender Armin Paul.

Als Basis haben sich die Macher des Vereins die bereits vorhandenen Aufzeichnungen ihrer Vorgänger genommen, diese gesichtet, ausgewertet und miteinander kombiniert. Zudem galt es, die Geschichte der vergangenen 25 Jahre zusammenzutragen. „Dank dafür gebührt vor allem Ulrich Klünder-Proschitzki, der sich durch unzählige Dokumente gearbeitet hat“, sagt Paul. Und auch bei Stellvertreter Jochen Roth und Marga Gerlach bedankt sich der Vorsitzende für die Sammlung und Auswahl des Bildmaterials.

Das so entstandene Buch stellt auf 312 Seiten die wechselvolle Vergangenheit der beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Hausen und Obertshausen dar – aufgeteilt in einen geschichtlichen sowie einen thematischen Teil und illustriert mit mehr als 350 Fotos, Dokumenten der Zeitgeschichte und Grafiken sowie Karten. Ein besonderes Augenmerk haben die Macher dabei auch auf die Darstellung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt, als beide Orte eine fast beispiellose Entwicklung vom Bauerndorf und Heimarbeiterort der Lederwarenbranche zu den damals reichsten Gemeinden der jungen Bundesrepublik Deutschland und weiter zu einer lebendigen Stadt im Rhein-Main-Gebiet durchliefen.

Wie aus der Sammlung an Texten und Bildern ein Buch geworden ist, erfuhren die geladenen Gäste von Grafikdesigner Fabian Bleisinger (links).

Für die finale Gestaltung – in erster Linie zur Texterstellung und für das professionelle Layout – hat sich der Verein die beiden Obertshausener Mareike und Fabian Bleisinger mit ihrer Offenbacher Designagentur Johnny Seven ins Boot geholt. „Innerhalb eines Jahres entstand so ein hochwertiges Buch mit moderner Gestaltung und einem ansprechenden, informativen aber auch gleichzeitig unterhaltsamen Text.“, freut sich Armin Paul über das Werk, das den Titel“ . Von Obertshausenern für Obertshausener könnte man somit sagen, denn mit Jürgen Aulbach zeichnet auch für den Druck „einer aus dem Ort“ verantwortlich.

Und da die Realisierung eines solchen Projekts freilich nicht ganz günstig ist, galt es für den Heimat- und Geschichtsverein Sponsoren für das Vorhaben zu begeistern. Die fanden sich etwa in der „Karl und Ruth Mayer Stiftung“ für deren Vorstand die Enkelinen des Stifters, Katherine Mayer und Celine Kleckow, einen Scheck über 10.000 Euro überreichten. „Unser Großvater hat der Stadt das Karl-Mayer-Haus für die Bürger gestiftet und der Heimat- und Geschichtsverein erfüllt es mit Leben, ganz in seinem Sinne“, sagt Celine Kleckow. Daher unterstütze die Stiftung auch dieses Projekt sehr gerne.

Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt: Bilder

Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt 2018: Bilder
Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt 2018: Bilder
Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt 2018: Bilder
Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt 2018: Bilder
Obertshausen feiert auf dem Martinsmarkt: Bilder

„Zuhause und Heimat ist dort, wo man lebt, auch wenn wir uns inzwischen oft als Weltbürger sehen“, sagt Oliver Quilling, der an diesem Abend weniger in seiner Funktion als Landrat denn als Vorsitzender der Stiftung „Miteinander leben“ da ist. Daher gelte es, auch das Wissen um die Vergangenheit und Tradition zu bewahren, weshalb die Stiftung gerne Chroniken fördere, die von den Heimat- und Geschichtsvereinen des Kreises zusammengestellt werden. Und so gab es auch von „Miteinander leben“ einen Scheck über 2500 Euro.

Auch von den Einnahmen durch den Verkauf des Buches erhofft sich der Verein einen finanziellen Beitrag. Zu haben die neue Stadtchronik rechtzeitig zum Beginn der Weihnachtszeit Anfang Dezember im örtlichen Buchhandel in Obertshausen sowie im Werkstatt-Museum – zum Preis von 30 Euro.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare