Großer Zuspruch macht Schwierigkeiten

Beim spanischen Waldfest fehlen Helfer - Generalkonsul aus Frankfurt begeistert

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Fast 2000 Besucher registrierten die Veranstalter des spanischen Waldfests.

Selbst der europaweit aktive Robert „Mister Applausen Sie“ Moreno und sein treuer Percussionist Ralf Petersen spielen selten vor so viel Menschen und im Wald: Nahezu 2000 Freunde der südländischen Kultur tummelten sich am Samstagabend auf dem spanischen Waldfest am Sportzentrum.

Obertshausen – Das größte Vereinsfest in der „liebenswerten Kleinstadt“ droht jedoch an seinem Erfolg zu scheitern. Die Schwierigkeiten, die ein solch großer Zuspruch mit sich bringt, kann die Gastgeberin seit dem vergangenen Jahr nicht mehr verbergen. Erstmals seit rund 30 Jahren musste die „Asociacion de Padres de Familia“ (APF) auf den zweiten Festtag verzichten. Der Frühschoppen mit Tom Jet und die Auftritte von Folkloregruppen aus den eigenen Reihen war passé, die erforderlichen Hefer waren einfach nicht mehr zu gewinnen, erklärte Vorsitzende Marcia Salem Rodriguez.

Jetzt hat sich die Situation weiter zugespitzt, verdeutlich die Kolumbianerin. Der Elternverein zähle nur noch 60 erwachsene Mitglieder, fast 100 werden allein an Kassen, Theken und zur Zubereitung der Speisen benötigt. Dazu hatte schon Luis Galvez, der APF-Ehrenvorsitzende und Initiator des Vereinsrings, vor einigen Jahren andere Verein mit ins Boot geholt. Diesmal packten Aktive von Teutonia Hausen, Feuerwehr Obertshausen, Junger Union, FC Croatia und Event-Kultur-Club Just4Fun mit an, denen die Spanier bei ihren Feten helfen. Aber es reicht einfach nicht.

Der Vorstand hatte auch erneut mehr der kostbaren Weine aus den Anbaugebieten Rioja und Valdepenas geordert, mehr des einzigartigen Serrano-Schinkens, der auf „Platas combinadas“ mit Schafskäse, Chorizo-Wurst und Oliven gereicht wurde. Neun riesige Paellas brodelten unter der Regie von Antonio Arenas, jeweils drei parallel. Auf der anderen Seite der Tischreihe standen die Fans der spanischen Küche, warteten geduldig in einer langen Schlange.

Roberto Moreno und sein Kompagnon heizten die Stimmung mit feurigen Rhythmen von der iberischen Halbinsel, aber auch aus Südamerika an. Der Vollblut-Musiker beherrscht alle Stile, und mittendrin erklingt sein Lieblingsschlager nach eigenem Arrangement: „Verdammt, ich lieb dich“.

Zum Auftakt versammelt sich stets viel Polit-Prominenz um das hölzerne Bierfass, das Reiner Strohfuß von der Brauerei aus Babenhausen präpariert. Zwischen Bundes- und Landtagsabgeordneten, Stadtverordneten und -räten schwang diesmal Alvaro Trejo Gabriel Y Galan den Hammer, der Generalkonsul aus Frankfurt. Mit einem einzigen Schlag erledigte er seinen Job.

Den hohen Gast erfüllte Staunen: In seiner dreijährigen Amtszeit habe er im Saarland, in Rheinland-Pfalz oder Hessen noch keine Veranstaltung seiner Landsleute erlebt, die an das Format dieses Waldfestes reicht. Die „Asociacion“ ist weiter eine der stärksten ihrer Art. Vielleicht lassen sich ja ein paar der begeisterten Besucher für ein aktives Mittun gewinnen.  

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