Mehr Solar und viel Grün

Bürgerversammlung in Obertshausen informiert zum Thema Klimaschutz

Jede Menge Tipps zum Energiesparen und die Anpassung an den Klimawandel bekamen die Besucher bei der Bürgerversammlung zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Foto: Holzamer

„Die Erde hat Fieber“, steht auf dem Plakat, das ein junger Besucher mit in die Bürgerversammlung gebracht hat.

Obertshausen – Und damit hat er Recht, bestätigt Dr. Kirsten Schröder-Goga, Leiterin der Abteilung Klima, Energie und Nachhaltigkeit beim Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main. Heiße Sommer, weniger Niederschläge und die wachsende Zahl von extremen Wetterereignissen, fasst auch Mitarbeiterin Carolin Simon jene Folgen zusammen, die der fortschreitende Klimawandel auch bei uns mit sich bringt. Folgen, die in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden, wie nicht zuletzt die wissenschaftliche Auswertung der Wetteraufzeichnungen verdeutlichen. Betrachte man die vergangenen 30 Jahre – über einen solchen Zeitraum werden Klimaveränderungen gemessen – so zeige sich, dass die Jahresdurchschnitts-Temperatur stetig gestiegen sei, inzwischen rund zwei Grad über dem Langzeit-Temperaturmittel liege.

Dass diese Erkenntnis bei immer mehr Menschen ankommt, beweisen nicht zuletzt die weltweiten Klimaproteste, denen sich immer mehr Menschen anschließen.

Doch was können Kommunen und Bürger tun, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten? Dieser Frage gingen die beiden Besucherinnen vom Regionalverband in der Bürgerversammlung am Donnerstag nach, zu der Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin eingeladen hatte.

Obertshausen (Hessen): Veranstaltung zum Klimaschutz

Von zentraler Bedeutung ist dabei die Einsparung von klimaschädlichem CO2. „Die beste Energie ist die, die wir erst gar nicht verbrauchen“, beschreibt Kirsten Schröder-Goga das wohl wirkungsvollste Mittel, das gleichzeitig jeder Bürger selbst in der Hand habe. Und betont gleichzeitig: „Fakt ist, wir müssen möglichst schnell zu 100 Prozent erneuerbaren Energien kommen.“ Einen Beitrag dazu können auch die Kommunen und jeder einzelne Bürger leisten, angefangen von kleinen Dingen, wie beispielsweise der Umstellung auf energiesparende LED-Beleuchtung, die Wäsche waschen mit 30 statt 60 Grad oder intelligenten Heizungsthermostaten, die sich bei den meisten Anlagen einfach nachrüsten lassen. Das senke den Energieverbrauch im eigenen Haushalt und spare auf Dauer bares Geld – und das in der Regel ohne zunächst große Kosten zu verursachen. Denn eine Klimawende, auch da ist sich Schröder-Goga sicher, „kann nur funktionieren, wenn jeder dabei auch etwas spart.“

Ein weiteres Mittel, die eigenen Energiekosten zu senken und gleichzeitig etwas fürs Klima zu tun, sei die Investition in eine Solaranlage, wirbt sie. So seien inzwischen auch in Obertshausen auf immer mehr Dächern Fotovoltaikanlagen zu sehen, auch wenn an dieser Stelle noch deutlich Luft nach oben sei, erläutert Schröder-Goga.

Doch nicht nur die Abmilderung des Klimawandels, sondern auch die Anpassung an dessen Folgen, gilt es voranzutreiben, erläutert Carolin Simon. Denn heiße und viel zu trockene Sommer wie die vergangenen beiden dürften künftig auch in unseren Breitengraden normal werden. Zugleich steige auch die Zahl von extremen Wetterereignissen wie Sturmtief Bernd, dass im August in vielen weiten Teilen des Kreises enorme Schäden angerichtet hatte.

„Wichtig ist vor allem die Entsiegelung von versiegelten Flächen“, betont Simon. Denn im Gegensatz zu Grünflächen, die Feuchtigkeit speichern und durch Verdunstung zur Kaltlufterzeugung beitragen, heizen sich Steine und Beton stark auf und wirken so gar einer nächtlichen Abkühlung entgegen. „Und bitte verzichten Sie unbedingt auf Schottergärten, auch wenn diese gerade sehr beliebt sind“, appelliert die Expertin an Gartenbesitzer. Stattdessen empfiehlt sie, wo möglich eine Begrünung von Dächern und Fassaden.

Eine Vielzahl von Informationen rund um die Einsparung von Energie, die Anpassung an den Klimawandel und verschiedene Beispielprojekte aus der Region finden Interessierte auf dem Klima-Energie-Portal des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main.

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