Geschäftsführerin eines Familienunternehmens

Simone Weinmann-Mang am „Schnellboot-Steuer“

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Vielfältige Produktpalette: Im Showroom können sich die Kunden von Simone Weinmann-Mang von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Schutzabdeckungen der Firma Arnold überzeugen.

Es blitzt und Funken fliegen hinter der getönten Scheibe in Obertshausen, die einen Blick in das Innere der Schneidemaschine freigibt. Wie ein heißes Messer durch Butter frisst sich der Strahl des Lasers durch das Blech und schneidet jene Teile aus, aus denen später eine bewegliche Schutzabdeckung für die Maschine eines Kunden zusammengesetzt wird.Von Thomas Holzamer

Obertshausen – Auch der umherflitzende Arm, an dem der Laser befestigt ist, wird durch eine solche Abdeckung vor umherfliegenden Funken geschützt, erläutert Simone Weinmann-Mang, stolz auf die Produkte der Traditionsfirma Arnold, die die Geschäftsführerin gemeinsam mit ihrem Mann Wolf Matthias Mang leitet.

Dabei herrscht eine klare Aufgabentrennung, erzählt sie. Während ihr Mann als Betriebswirt eher die Zahlen im Blick hat, kümmert sie sich vor allem um Rechtliches, Verträge und das Marketing des Familienunternehmens in dritter Generation. Und das bereits seit beide im Jahr 1984 mit gerade einmal Mitte 20 die Leitung der Firma, die Weinmann-Mangs Großvater einst gegründet hatte, übernahmen. „Wenn man als Ehepaar zusammenarbeitet, braucht man klar getrennte Bereiche“, sagt die Firmenchefin und schmunzelt. Entschieden werde letztlich jedoch immer zusammen, denn schließlich sehen vier Augen mehr als zwei.

Dabei musste sich die Geschäftsfrau in der noch heute von Männern dominierten Metallbranche vor allem am Anfang erst mal eingewöhnen, nicht zuletzt bei den Verhandlungen mit Kunden. „Damals war ich noch jung, nicht sehr groß und zierlich, da kam es schon mal vor, dass man mich auf Messen fürs Standpersonal gehalten hat“, erinnert sie sich. Und so bestellte der eine oder andere bei der Geschäftsführerin einen Kaffee und fragte nach dem Ansprechpartner. „Doch so hatte man gleich einen Aufhänger für ein Gespräch“, sagt sie und lacht. Inzwischen seien jedoch die meisten an Frauen in Führungspositionen gewöhnt.

„In Deutschland sind wir da im Vergleich zu anderen Ländern schon sehr weit, wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht zurückgehen“, mahnt sie. Diese Gefahr droht etwa beim Thema Homeoffice. „Wenn sich beispielsweise die Frau im Homeoffice nebenbei noch um die Kinder kümmern muss und nur deshalb von zu Hause arbeitet etwa“, erläutert sie. Doch das haben die Mangs von Anfang an anders gemacht: „Wir führen schon immer eine gleichberechtigte Ehe“. Und so haben sie auch ihre beiden Kinder erzogen. „Man sollte von Anfang an keine Rollen prägen.“ Auf diese Art haben beide stets den Spagat zwischen Kindern, dem eigenen Unternehmen und ihren zahlreichen Ehrenämtern gemeistert, ist sie sich sicher.

Egal ob Familie, Beruf oder Ehrenamt, es kommt immer auf Verlässlichkeit und ein gutes Zeitmanagement an“, ist Simone Weinmann-Mang überzeugt. Und letztlich sei auch der Job als Familienmanager zu Hause ein Geschäftsführer-Posten, der eine gute Planung, stringentes Abarbeiten von Aufgaben und gezieltes Delegieren verlange – wie auch die Führung eines Familienunternehmens. „Das ist im Grunde wie Schnellbootfahren“, vergleicht sie. Während große Konzerne ähnlich Öltankern meist träger steuerten, gelte es für die „Schnellbootfahrer“, zügig auf Veränderungen am Markt zu reagieren und dementsprechend zu reagieren.

Kulturdenkmäler in Obertshausen: Fotos

Das ist den beiden Geschäftsführern in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich gut gelungen. Nach mehreren Erweiterungen in der Vergangenheit soll das Familienunternehmen künftig noch weiter wachsen – ab diesem Sommer dann auch mit zusätzlicher Frauenpower an Bord. Dann – so ist es geplant – kommt auch Tochter Isabelle, die aktuell für einen großen Internetkonzern arbeitet, an Bord und wird auch das Steuerrad übernehmen.

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