Fraktionen stimmen für neue Veranstaltungen

Hier gibt es bald eine "essbare Stadt" 

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Wird dort bald gefeiert? Die Stadtverordneten haben den Magistrat beauftragt, eine Kulturveranstaltung im Beethovenpark zu erarbeiten und umsetzen.

Gibt es in der Kleinstadt mit Herz bald neue Kulturveranstaltungen? Diese Frage beschäftigte die Stadtverordneten von Obertshausen in ihrer jüngsten Sitzung.

Obertshausen – Mit einem Antrag wollten CDU und SPD den Magistrat beauftragen, „jeweils eine Kulturveranstaltung im Beethovenpark und im Waldpark Saint Genevieve des Bois im Rahmen der beantragten Haushaltsmittel zu erarbeiten und umzusetzen. “ Konkret solle eine musikalische Kulturveranstaltung unter Einbeziehung der Vereine, Chöre, Bands oder der Musikschule geplant werden.

Grünen-Fraktionsmitglied Katy Walther stellte die Frage nach der Notwendigkeit. „Wieso braucht man zwei weitere Kulturveranstaltungen, die vom Magistrat gestemmt werden?“ Die Parks seien gut besucht und man müsse auch an den Rasen denken, der durch zu starke Nutzung beschädigt werden könnte.

Den Großteil der Anwesenden schreckte das nicht ab. Das zeigt auch das Abstimmungsergebnis von 30 Ja- bei nur vier Nein-Stimmen. „Wir sollten es probieren, vielleicht wächst daraus eine neue Alternative“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Bürger für Obertshausen (BfO), Rudolf Schulz. Dieser mahnte aber auch, dass es in der Beethovenstraße bereits ein Fest gebe („Frühling uff de Gass“) und man genau überlegen müsse, wann es sich um Kultur handelt. Bürgermeister Roger Winter wies darauf hin, dass man in Obertshausen nicht alles schlecht machen müsse. „Hier ist was los“, sagte er. „Manchmal hört es sich so an, als leben wir in der kulturellen Diaspora.“

Und auch FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn erläuterte, dass man „zu Anfang kein Freund dieses Antrags gewesen sei“. Inzwischen stehe seine Fraktion diesem allerdings positiv gegenüber. CDU-Fraktionsmitglied Hildegard Ott betonte: „Eine Veranstaltung im Freien kann etwas Besonderes sein.“

Und die Diskussion um die Parks sollte nicht das einzige Mal an diesem Abend sein, dass Grünflächen ein Thema waren. Darum drehte es sich auch in der Diskussion zum Antrag „Essbare Stadt“. Gleich zwei Hauptanträge sowie ein Änderungsantrag lagen vor. Ziel der GroKo war es, den Magistrat zu beauftragen, „zukünftig eine essbare Bepflanzung auf städtischen Grünflächen zu fördern und hierzu die Vergabe von ehrenamtlichen Patenschaften an engagierte Bürger, Vereine, Schulen oder Kindertagesstätten anzustreben“. Mit einem Änderungsantrag wollten die Abgeordneten der FDP den Magistrat zusätzlich damit beauftragen, Vorschläge zu machen, wo eine essbare Bepflanzung unter hygienischen und sicheren Bedingungen möglich wäre – samt Bezifferung der Kosten. Die Grünen stellten gar einen konkurrierenden Antrag, mit dem sie den Magistrat beauftragen wollten, „eine Karte mit städtischen Grünflächen zu erarbeiten, auf denen eine essbare Bepflanzung grundsätzlich möglich und sinnvoll ist (abseits großer Verkehrsadern und Hundewiesen). Über einen Presseaufruf solle man ehrenamtliche Paten akquirieren und für das Projekt solle innerhalb der Verwaltung eine Koordinationsstelle benannt werden.

Biblische Gewächse für den Garten

Besonders dieser Punkt stieß auf Ablehnung. Hildegard Ott (CDU) erläuterte, dass es von Vorteil sei, Interessierte den ersten Schritt machen zu lassen. Dies sei besser als etwas zu beauftragen, was Kosten auslöse. „Die Hoffnung ist, dass sich viele finden.“ Dem schloss sich CDU-Fraktionsvorsitzender Anthony Giordano an. „Die Bürger sind vor Ort und wissen es besser – lasst sie doch zu uns kommen.“

Laura Schulz (BfO) erklärte stellvertretend für ihre Fraktion, dass diese den Anträgen nicht zustimmen werde. Obertshausen sei „keine Großstadt“ und man wisse nicht genau, wie hoch das Interesse und die Kosten wären. „Da können wir nicht zustimmen.“ Letztlich nahmen die Abgeordneten den GroKo-Antrag mit 22 Stimmen an. Die beiden Anträge von FDP und Grüne wurden mehrheitlich abgelehnt.

Von Patrick Eickhoff

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