Start-up-Luft und neue Wege

Maingau Energie wächst weiter : Neues Geschäftsfeld gestartet

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Viel Raum für Kreativität: In der einstigen Lagerhalle weht ein Hauch von Start-up-Atmosphäre.

Kahle Wände, kleine Arbeitsplatzabtrennungen aus OSB-Holzplatten und dazwischen Stellwände, übersät mit kleinen bunten Klebezetteln – wer das Tor zu der großen Halle auf dem Firmengelände an der Ringstraße öffnet, würde auf den ersten wohl vermuten, dass er die Geschäftsräume eines Start-ups blickt.

Obertshausen – Locker, improvisiert und ein wenig chaotisch sieht es bei dem jungen Team aus, dass hier seit Kurzem arbeitet. Doch für die Kreativköpfe aus der Marketingabteilung der Maingau Energie GmbH ist es das ideale Arbeitsumfeld.

Alles hat hier Rollen, von der großen Stellwand mit dem riesigen Flachbildfernseher, mobilen Trennwänden bis hin zu einer hölzernen Tribüne, die das Team für Besprechungen, Mitarbeiterversammlungen oder als gemütlichen Platz für die Mittagspause nutzt.

Eingerichtet haben sie sich ihren Arbeitsplatz im einstigen Lager des Energieversorger selbst, nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Diese Möglichkeit kam beim Team so gut an, dass es bereits während der Umbauarbeiten eingezogen ist, erzählt Maingau-Geschäftsführer Richard Schmitz. Auch sonst hat der neue Arbeitsbereich viel von einem Start-up. „Wir wollen hier viel Neues ausprobieren, Fehlerkultur leben und damit deutlich mehr Geschwindigkeit in unsere Prozesse bringen“. Das Team habe selbst der Lärm des Umbaus im laufenden Betrieb nicht abgeschreckt.

An Baulärm sind die Maingau-Mitarbeiter derzeit ohnehin gewöhnt. Der Energieversorger ist am Wachsen, beschäftigt inzwischen mehr als 150 Mitarbeiter und sucht aktuell weitere Verstärkung. Und auch jene Mitarbeiter, die bisher im benachbarten Heusenstamm sitzen, sollen bald an den Hauptstandort wechseln. Das braucht natürlich Platz und so entsteht derzeit inmitten des Geländes ein dreistöckiger Neubau. Der soll im kommenden Frühjahr bezogen werden und rund 3000 Quadratmeter Fläche bieten. „Mit dem Bau liegen wir gut in der Zeit“, sagt Schmitz.

Das neue Gebäude soll jedoch nicht nur dringend benötigten Platz, sondern auch ein gutes Arbeitsumfeld bieten, ein wenig Campus-Atmosphäre schaffen. „Wir orientieren uns dabei an den Interessen der Mitarbeiter“, erläutert der Chef. Ziel sei es dabei, möglichst viel Begegnungspunkte für die Angestellten zu schaffen, den Austausch untereinander jenseits von Meetings zu stärken. Während man die unteren Teile des Neubaus offen und damit kommunikativer gestalte, werde oben die Raumaufteilung eher geschlossener gehalten, sodass man auch mal eine Tür schließen könne, um etwa in Ruhe an neuen Ideen zu arbeiten. Solchen, wie etwa der Erschließung ganz neuer Geschäftsfelder.

Platz fürs Wachstum: Ein Neubau mit rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche entsteht derzeit am Firmensitz.

Denn seit vergangener Woche ist der Energieversorger um eine neue Sparte reicher. Neben Strom und Gas können die Kunden ab sofort auch Telefon und Internet bei dem Obertshausener Unternehmen beziehen. „Wir nutzen dafür das Netz der Telekom und können unseren Kunden so regional VDSL mit bis zu 100 Mbit und überregional ADSL mit bis zu 16 Mbit anbieten“, sagt Produktmanagerin Sarah Frost. Möglich macht das, wie auch beim Strom, die bundesweite Regulierung.

„Beim Strom nutzen wir deutschlandweit schon fremde Netze und machen das nun auch in diesem Bereich“, erläutert Schmitz. Beziehen können die Kunden das DSL samt Internettelefonie entweder einzeln, oder in Kombination mit den Strom- und Gastarifen der Maingau. „Wir haben in de Vergangenheit festgestellt, dass die Kunden Angebote mögen, die ihnen alles aus einer Hand anbieten“, erläutert Maingau Vertriebsleiter Dominik Habig. „Verschiedene Geschäftszweige wachsen immer mehr zusammen“, ergänzt Richard Schmitz, „damit bilden wir den aktuellen Grundbedarf ab.“

VON THOMAS HOLZAMER

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