Der Sache wegen

Neue Sozialrechtsberatung wird gut angenommen

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Zur Eröffnung eine Finanzspritze: Vorsitzender Rudolf Schulz (von links), Jurist Hermann-Josef Lenerz, Pflegewirtin Ursula Stadler mit Patrick Georg von der Sparda-Bank.

Die neuen Räume sind bezogen, die Arbeit läuft. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte der Sozialverband Deutschland (SoVD) seine Ortsgruppe Offenbach wieder ins Leben gerufen und angekündigt, deren Geschäftsstelle in Obertshausen einzurichten.

Obertshausen – Seit dem ersten Januar ist die Geschäfts- und Beratungsstelle des Vereins nun in der Erzberger Straße 12-14 untergebracht. Knapp zweieinhalb Monate, in denen die Ortsgruppe bereits ordentlich zu tun hatte. „Der Zulauf ist stark“, sagt der Vorsitzende Rudolf Schulz. Das Beratungsangebot des SoVD in Obertshausen haben bis dato rund 40 Menschen in Anspruch genommen. Die kommen mit unterschiedlichen Anliegen zu Rudolf Schulz und seinen Mitstreitern. Einige brauchen Hilfe dabei, Schwerbehindertenanträge zu stellen. Einige haben Fragen zu Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Rente. Andere sind unzufrieden mit den Leistungen ihrer Krankenkasse, wollen Widerspruch einlegen.

Telefonisch vereinbart Rudolf Schulz Termine für eine Erstberatung. Die wird immer von Rechtsanwalt Hermann-Josef Lenerz geführt. „Das ist Qualität, da legen wir Wert drauf“, sagt der Vorsitze. Die ständige Zusammenarbeit mit Juristen unterscheide den SoVD von anderen Sozialverbänden. Das erste Gespräch mit Hermann-Josef Lenerz ist kostenlos, auch für Nichtmitglieder. Danach entscheidet der Jurist gemeinsam mit den Hilfesuchenden, wie weiter vorgegangen wird. Stellt sich heraus, dass weitere Termine vonnöten sind, müssen die Betroffenen dem Verband beitreten. 72 Euro kostet die Mitgliedschaft im Jahr, je nachdem welche Leistungen in Anspruch genommen werden, kommen zusätzliche Kosten hinzu – für das Stellen eines Schwerbehindertenantrags sind es zum Beispiel zehn Euro.

„Nicht immer ist Rechtsbeistand notwendig“, sagt Schulz. Oft käme es nur darauf an, zur Seite zu stehen. Das übernehmen dann die ehrenamtlichen Helfer des SoVD. Sie begleiten bei Amtsgängen, helfen bei Antragsstellungen, sind einfach da.

Reicht das aber nicht aus, unterstützt  der SoVD seinen Mitgliedern aber auch dabei, juristische Wege zu gehen. Etwa dann, wenn Ämter oder Krankenkassen nicht die Leistungen zahlen wollen, die den Leuten zustehen. „Wenn es sein muss, klagen wir“, sagt Rudolf Schulz. Er berichtet von einem aktuellen Fall aus Obertshausen. Dort betreue der Ortsverband Offenbach gerade einen Mann, der aufgrund seiner Behinderung Anspruch auf einen Platz in der Tagespflege hat. Aber um dort täglich hinzukommen, ist er auf einen professionellen Fahrdienst angewiesen. Dafür bekommt er zwar von der Krankenkasse einen Zuschuss, der aber reicht nicht aus. Um den restlichen Betrag aus eigener Tasche zahlen, fehlen dem gehandicapten Obertshausener die Mittel. Heißt: Er kommt nicht zur Tagespflege. Der SoVD versucht zu helfen.

Auch, wenn nur Widerspruch eingelegt gegen Leistungsbescheide werden soll, kommt es oft auf die richtige Formulierung an, weiß der SoVD-Vorsitzende. Der Laie ist damit oft überfordert. Insgesamt fünf Anwälte arbeiten in Hessen mit den einzelnen Verbänden des SoVD zusammen. Gibt es Engpässe helfen sie einander aus. Es sei nicht leicht, Juristen zu finden, die sich auf Sozialrecht spezialisieren, weil da nicht das große Geld warte, sagt Ortsverbandschef Schulz. „Wer das macht, macht es der Sache wegen.“

Infos im Internet unter sovd-he.de

Von Lena Jochum

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