Dauerthema

Sportplatz-Sanierung: CDU-Fraktionsmitglied rechnet mit 700.000 Euro Extra-Kosten

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Nachbessern oder doch ein Kunstrasen: Mit dem Doppelhaushalt sollen die Stadtverordneten nun zunächst über ein Budget entscheiden.

Tenne, Kunstrasen oder eine Hybridvariante – das Dauerthema rund um die missglückte Sanierung des Tennenplatzes im Sportzentrum an der Badstraße wird wohl auch einer der Diskussionspunkte rund um die Verabschiedung des kommenden Doppelhaushaltes bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung (SVV) sein.

Obertshausen - Ganz im Sinne von Bürgermeister und Stadtkämmerer Roger Winter, der im Planentwurf für das Jahr 2021 Investitionsmittel in Höhe von 500  000 Euro für die Umwandlung des Hart- in einen Kunst- oder Hybridrasenplatz eingestellt hat. Bei Letzteren handelt es sich um einen Rasenplatz, bei dem lediglich stark beanspruchte Teile wie etwa der Torraum aus Kunstrasen bestehen. Als „Diskussionsgrundlage“ darüber, wie es mit dem Platz im Sportzentrum künftig weitergehen könnte, hatte der Rathauschef bei der Einbringung des Zahlenwerks erläutert. Die Entscheidung liege jedoch bei den Stadtverordneten.

Der Plan ging offensichtlich auf, denn fleißig diskutiert wurde bereits in den Sitzungen des Haupt- und Finanz- sowie des Sport- und Kulturausschusses. In Letzterem ging es zudem um die Zuschüsse für geplante Sanierungsmaßnahmen der Kirchengemeinden und Vereine.

Obertshausen: Kunstrasenplatz laut CDU für halbe Million Euro nicht realisierbar

Bereits in der vergangenen Woche hatte CDU-Fraktionsmitglied Robert Huber, der auch Präsident des Deutschen American Football Verbands ist, angemerkt, dass ein fußballtauglicher Kunstrasenplatz zu diesem Preis nicht zu realisieren sei. Rechnen müsse man vielmehr mit einem Betrag von mindestens 700 000 Euro.

Den Ansatz begründete Erster Stadtrat Michael Möser, in Vertretung des Verwaltungschefs in der späteren Sitzung des Sport- und Kulturausschusses damit, dass der Unterbau des sanierten Tennenplatzes samt Dränage und Ablaufrinne nach Ansicht der Fachplaner auch als Basis für einen eventuellen Kunst– oder Hybridrasenplatz nutzbar sei und somit nur eine neue Platzdecke eingebaut werden müsse. Damit seien die Kosten für die missglückte Sanierung – rund 130 000 Euro (Anm. d. Red.) – auch nicht völlig verloren.

Bei den Parlamentariern stieß diese Aussage auf Unverständnis. So brachte FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn auf den Punkt: „Die untere Schicht ist doch gerade das Problem, wegen dem der Platz mangelhaft ist. Und die wollen wir jetzt als Basis für einen neuen Kunstrasen nehmen“. Zumal für seine Fraktion auch die Frage bestehe, ob sich die Stadt mit der Umwandlung des Platzes nicht auch der Chancen in einem eventuellen Rechtsstreit berauben könnte, der die Verantwortlichkeit in Bezug auf die Sanierungsmängel klären könnte.

Obertshausen: „Wir sind als Stadt nicht gezwungen, einen Kunstrasen zur Verfügung zu stellen.“

„Wir müssen uns auch Gedanken machen, ob wir nochmal so viel Geld in einen Platz investieren wollen, wenn dessen Nutzung so bleibt, wie sie ist“, betonte Sascha Roth (CDU). Aktuell ist die Stadt an alte Verträge mit dem FC Kickers Obertshausen gebunden, die diesem umfassende Nutzungsrechte für die Plätze im Sportzentrum garantieren. „Aber wir sind als Stadt nicht gezwungen, einen Kunstrasen zur Verfügung zu stellen“, hatte Robert Huber bereits zuvor im Haupt- und Finanzausschuss erinnert. Daher müsste vor einer Entscheidung für einen Kunstrasen auch der Vertrag mit den Kickers neu verhandelt und über eine faire Lastenverteilung gesprochen werden. „Sonst bleibt es halt bei der Tenne.“

VON THOMAS HOLZAMER

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